- Verfasst am 09.08.2011 - Wirtschaft
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Die interpack 2011 mit Verpackungsinnovationen aus 60 Ländern
Wie in den Vorjahren war die jüngste interpack mit Sonderausstellungen sowie mit Konferenzen und zahlreichen Vortragsveranstaltungen verbunden. So bestand eine vorzügliche Möglichkeit für den Austausch über neue Werkstoffe und Verfahren, über aktuelle Probleme und über Möglichkeiten und Grenzen der weiteren Entwicklung. Ein zentrales Thema war dabei die Nachhaltigkeit von Packstoffen, Packmitteln und Verpackungsverfahren – ein Thema, das bereits auf der 18. interpack im Jahr 2008 nicht nur die Aussteller, sondern auch die Messebesucher bewegte. Die Forderungen nach Fortschritten in der Nachhaltigkeit waren dabei mit den Forderungen nach höherer Qualität, verbesserter Energieeffizienz und möglichst geringen Kosten verbunden.
Nachhaltigkeit als Ziel
Gegen Forderungen nach einem nachhaltigen Handeln oder nachhaltigen Produkten sind Einwände kaum vorstellbar. Aus Mitteilungen der Aussteller und aus den Erläuterungen zu den Exponaten war allerdings zu erkennen, dass der Begriff Nachhaltigkeit von Fall zu Fall unterschiedlich Interpretiert wird. So kann sich der Begriff unter Umständen auf ein Kriterium beschränken. In einem anderen Fall wird zur Begründung der Nachhaltigkeit eine ganze Reihe von Kriterien herangezogen.
Mehrere Hersteller von Verpackungsautomaten wiesen die Nachhaltigkeit ihrer Maschinen und Anlagen an der größeren Energieeffizienz in der Produktion sowie an den erzielbaren Energieeinsparungen nach, oft auch in Verbindung mit einem verringerten Bedarf an Roh- und Werkstoffen sowie an Betriebsmitteln. So hob z.B. die Markem-Imaje GmbH an einem Tintenstrahl- und einem Thermotransferdrucker zur Produktkennzeichnung den verringerten Bedarf an Betriebsmitteln, verringerte Ausfallzeiten im Betrieb sowie die erhöhte Herstellergarantie hervor. Für die Hersteller von Packstoffen ist der Anteil von Sekundärrohstoffen ein besonders wichtiges Kriterium der Nachhaltigkeit. Dies gilt für Papier, Karton und Pappe ebenso wie für Glas, metallische Packstoffe und Kunststoffe. Sekundärrohstoffe senken den Verbrauch an natürlichen Ressourcen sowie auch den CO2-Fußabdruck – dies aber nur dann, wenn die Verpackung den Forderungen an die Schutzfunktion gerecht wird. Die Papier-, Karton- und Pappenhersteller wiesen in einer Mitteilung darauf hin, dass 87 % der Verpackungen aus ihren Werkstoffen in Europa gesammelt werden und ihre Fasern 6- bis 7-mal recycelt werden können.
Für die nach den Forderungen der Nachhaltigkeit entwickelten neuen Packstoffe hat die österreichische Mondi-Gruppe die Bezeichnung „Green Rang" eingeführt. Ein Beispiel hierfür ist ein Laminat, das 20 % leichter als die bisher angebotenen Laminate ist, die über die gleichen Festigkeits- und Dichtigkeitseigenschaften verfügen. Das Laminat hat trotz des verringerten Materialaufwandes eine hervorragende Barrierewirkung gegenüber Wasser, Sauerstoff und Licht. Zur „Green Rang"- Produktfamilie gehören inzwischen verschiedene Papiere und Laminate, Packmittel aus Papier, Pappe und Wellpappe sowie aus Biopolymeren. Die meisten dieser Entwicklungen werden mit dem CO2-Fußabdruck gekennzeichnet. Die Kriterien für die Bewertung der Nachhaltigkeit sind für Mondi. die Abfallvermeidung bei der Verarbeitung der Packstoffe, die die Einsparung von Ressourcen ermöglicht, und die Zertifizierung der Produktion durch international anerkannte Gremien. Gefordert wird auch, dass alle Produkte, die als biotisch abbaubar angeboten werden, der EN 13 432 entsprechen.
Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. hat einen Arbeitsausschuss für Nachhaltigkeit eingesetzt, der in Verbindung mit den Hauptausschüssen Umwelt und Lebensmittelkontakt, dem Arbeitskreis Bioplastics und der Gütegemeinschaft Kunststoffverpackungen für gefährliche Güter e.V. arbeitet. Ein Ausgangspunkt ist dabei die These: „Nachhaltiges Verpacken mit Kunststoff erzeugt einen ökologischen, sozialen und ökonomischen Mehrwert für die Gesellschaft“. Grundlage für die Bewertung der Nachhaltigkeit sind daher die Kriterien des Umweltschutzes von der Ressourcen schonenden Produktion bis zum Recycling und einer effizienten Verwertung der gebrauchten Verpackungen, die sozialen Kriterien wie Verbraucherschutz, Arbeitsschutz und Transportsicherheit und die ökonomischen Rahmenkriterien für ein nachhaltiges Wirtschaften.
Bei dem wachsenden Umweltbewusstsein der Bevölkerung in vielen Ländern der Erde sind nachhaltige Erzeugnisse die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg. Dass zu nachhaltigen Produkten auch Verpackungen gehören, die den Anforderungen der Nachhaltigkeit entsprechen, bedarf keines Kommentars. Die US-amerikanischen Marktforscher von Pike Research schätzen, dass der Umsatz nachhaltiger Verpackungen in der Welt von 2009 bis 2014 von 88 Milliarden US-Dollar auf 170 Milliarden US-Dollar wachsen wird.
Der britisch-niederländische Unilever-Konzern gab im Vorfeld der jüngsten interpack bekannt, dass er seinen Umsatz von gegenwärtig 40 Milliarden Euro bis 2020 verdoppeln, den CO2-Ausstoß halbieren und den Materialverbrauch um ein Drittel verringern will.
Sonderausstellungen
Die Nachhaltigkeit war auch ein wichtiges Thema der Sonderausstellungen, die sich speziell mit der Verhütung von Lebensmittelverlusten, mit Verpackungsinnovationen nach Verbraucherforderungen und mit fortschrittlichen Verpackungen aus Metall befassten. Mit den Exponaten wurden hier zahlreiche Diskussionen über mögliche Entwicklungen und über notwendige Weiterentwicklungen angeregt.
Für die Sonderschau „save FOOD" war ein eigener Pavillon eingerichtet worden. Hier sollte auf den umfangreichen Verderb an Lebensmitteln aufmerksam gemacht werden - zu einem Zeitpunkt, an dem Millionen Menschen hungern und sich vor allem in den Entwicklungsländern große Versorgungsprobleme abzeichnen. Die Sonderschau war in Zusammenarbeit mit der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen, der FAO, vorbereitet worden, die zugleich zum zweitägigen internationalen Kongress „save FOOD“ eingeladen hatte. In Verbindung mit dem Kongress sollte die Sonderschau „Best Practices" von Unternehmen und Organisationen im Kampf gegen die Lebensmittelverluste vermitteln. Aussteller waren der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) und die Europäische Vereinigung der Wellpappenhersteller (FEFCO) sowie Unternehmen wie Bosch Packaging Technology und Multivac, ebenso auch die Metro Cash & Carry. Für Messebesucher bot der Pavillon ein nachhaltiges Cateringkonzept an einer 150 Meter langen Tafel.
Das Thema „Quality of life" war der Leitgedanke des „lnnovationparc Packaging", der in Zusammenarbeit mit dem European Retail Institute (EHI) und der Pan-European Brand Design Association (PDA) sowie fast 50 Unternehmen eingerichtet worden ist. Die Sonderschau stellte an den Bedürfnissen der Verbraucher orientierte Verpackungen in den Mittelpunkt und ließ zugleich die Bedeutung einer Zusammenarbeit unterschiedlicher Unternehmen in der Wertschöpfungskette erkennen, speziell an den Unterthemen Sinn (Nachhaltigkeit), Gesundheit (Wohlbefinden), Identität (Zugehörigkeit), Einfachheit (Reduktion) und Ästhetik (Design). Diese Unterthemen wurden in Shopkonzepten vorgestellt, das Unterthema Gesundheit in einem „Dr. Happy-Store" mit Verpackungsentwicklungen, die zum Denken anregten.
Nachhaltigkeit, Sicherheit und Convenience waren die Schwerpunkte der Sonderschau „Metal Packaging Plaza", die in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband Metallverpackungen e.V. und der europäischen Interessenvertretung der Hersteller von Metallverpackungen Empac gestaltet wurde. Die Sonderschau, die 1500 m² in Anspruch nahm, war als Treffpunkt der Branche und der Zulieferindustrie gedacht und bot zahlreiche Anregungen für die Entwicklung und Weiterentwicklung von Verpackungen. Für die beste Idee, die Nachhaltigkeit von Verpackungen aus Metall zu erhöhen, wurde der Studenten-Wettbewerb „Empac Challenge — Die kommenden 200 Jahre" ausgeschrieben. Von dem Wettbewerb werden Innovationen erwartet, die den mit der Herstellung und dem Einsatz der Verpackungen aus Metall verbundenen CO2-Ausstoß weiter verringern. Gedacht wird auch an neue Schließmechanismen und an ein neues Dosendesign.
Entwicklungen und Möglichkeiten
Die Sonderausstellungen boten nicht nur Anregungen für spezielle Entwicklungsarbeiten, sondern auch Fakten für den Ausblick auf Möglichkeiten, die sich für die nächsten Jahre abzeichnen. Im Vorfeld der interpack lagen bereits Prognosen zur weiteren Steigerung der Verpackungsproduktion vor, so z.B. prognostizierte GBI Research bis 2015 ein weltweites Wachstum des Verpackungsmarktes um 6,9 % jährlich. Wichtige Beiträge zu diesem Wachstum werden von China, Brasilien, Russland und Indien erwartet — von Ländern, die bei der jüngsten interpack bereits stark in Erscheinung traten, China beispielsweise mit 146 Ausstellern und 2500 m² Ausstellungsfläche. Unübersehbar war die Tatsache, dass der Wettbewerb auf dem Weltmarkt härter wird und nicht nur Klein- und mittelständische Unternehmen zu strategischen Allianzen veranlasst.
Sechs Unternehmen des Verpackungsmaschinenbaus, die mehr als 4800 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von mehr als 800 Millionen Euro im Jahr erzielen, haben so auf der Messe die strategische Allianz „Excellence United" vorgestellt, die ein einzigartiges Netzwerk von Know-how, Technik, Service und Projektmanagement weltweit bieten wird, Die Unternehmen werden ihre Kompetenzen bündeln und mittelfristig bis zu 25 % aller Projekte gemeinsam durchführen. Dabei kann das Angebot alle Stufen der Wertschöpfungskette – von der Laborausrüstung bis zur Endverpackung – abdecken.
Eine Zusammenarbeit vom Informationsaustausch bis zum gemeinsamen Projekt streben die zehn Mitglieder der PrintCity-Allianz an, der vor allem Betriebe des Druck-, Verpackungs- und Verlagswesens angehören. Das Hauptziel ist die Herstellung von Verpackungen mit Mehrwert, das Value Added Packaging oder VAP. Mit der verbesserten Verpackungsgestaltung sollen Voraussetzungen für eine effektive Produktdifferenzierung, ganz speziell der Markenartikel, geschaffen werden. Die weltweit führende Position der beteiligten Unternehmen wird durch eine Mustersammlung belegt.
Im Magazin eines Unternehmens der „Excellence United" findet man unter dem Titel „What's next?" die Beweggründe für den Beitritt zur strategischen Allianz. Hier heißt es: „Ging es in den Boomzeiten für Unternehmen primär darum, schneller zu wachsen als die Konkurrenz, waren die vergangenen Jahre durch enormen Kostendruck geprägt." Für die Zukunft gilt nunmehr: Höherer Aufwand für die Entwicklung und Herstellung von Blockbustern, Konkurrenz durch Unternehmen in Niedriglohnländern und wachsender Wettbewerb durch Nachahmer. Unter Bezugnahme auf die Marktforscher der IMS Market Prognosis setzt sich das Unternehmen das Ziel des Wachstums durch Qualität, Wichtig ist ferner die Konzentration auf Forschung und Entwicklung ebenso auch eine Zusammenarbeit mit hochspezialisierten Zulieferern und Dienstleistern.
In Fachgesprächen, die im Verlauf der interpack geführt worden sind, wurden vier Aufgaben diskutiert, vor denen die Hersteller von Verpackungen stehen.
Dies sind:
- der effektive Einsatz des wachsenden Angebots an Packstoffen und Packmitteln,
- Fortschritte bei einer effizienten Produktion und Anwendung durch Verringerung des Materialaufwandes und des Energieaufwandes bei der Herstellung und Verarbeitung,
- die weitere Erhöhung der Qualität, sodass neue Maßstäbe für die Qualitätsbewertung gesetzt werden und
- die Erschließung neuer Verpackungsfunktionen.
Ein besonderes Problem Ist das wachsende Angebot an Packstoffen und Packmitteln. Es resultiert aus neuen Erzeugnissen, die spezielle Verpackungen erforderlich machen, aus neuen Werkstoffen, die verbesserte Verpackungen ermöglichen, und aus der Veränderung der Füllmengen. Die Aufhebung der Regelungen der Europäischen Union für die Füllmengen von Fertigpackungen hat nicht nur zu einer großen Vielfalt geführt. Sie hat zugleich zu neuen Möglichkeiten für die Täuschung der Verbraucher Anlass gegeben.
Weltmarktführer im Verpackungsmaschinenbau
Mit bemerkenswerten Ergebnissen waren die deutschen Maschinenbaubetriebe, die Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen herstellen, zur interpack 2011 gekommen. 2010 produzierten diese Unternehmen Maschinen und Anlagen im Werte von 9,8 Milliarden Euro, und dies bei einem Exportanteil von 6 Milliarden Euro.
Im 1, Quartal 2011 nahm die Produktion um 17,5 % zu Dabei stellten die deutschen Maschinenbaubetriebe nicht nur die meisten Maschinen und Anlagen her. Sie waren auch aus der Sicht des Wertes der Exporte der sogenannte Exportweltmeister. Drei Viertel aller Brauereimaschinen und jede dritte Maschine für die Produktion von Fleischwaren sowie jede dritte Verpackungsmaschine werden in Deutschland hergestellt. Die Betriebe der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie erhalten gegenwärtig 60 % der Verpackungsmaschinen.
Gegenwärtig liegt der Anteil europäischer Unternehmen noch bei 50 % am Markt der deutschen Verpackungsmaschinenhersteller. Inzwischen zeichnet sich jedoch ein wachsender Markt in Asien ab, nicht nur in China - - einem Land, in dem es gelang, den Absatz deutscher Verpackungsmaschinen imJahr 2010 zu verdoppeln. Auch in Vietnam ist bei einem jährlichen Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um 7 % mit einem steigenden Absatz zu rechnen.
Bosch Packaging Technology ist bereits der größte Anbieter von Verpackungsmaschinen in China.
Die Neuheiten des Verpackungsmaschinenbaus, die in den Messehallen vorgestellt worden sind, betrafen die gesamte Prozesskette des Verpackungsbereiches. Bei der Auswertung der Neu- und Weiterentwicklungen fielen drei Trends auf:
- die Nachhaltigkeit, vor allem aus der Sicht des Material- und Energieverbrauchs,
- die Sicherheit, speziell aus der Sicht des Arbeits- und des Gesundheitsschutzes wie z.B. der hygienischen Anforderungen und
- die Convenience, die man sowohl auf die Maschinen als auch auf die Produkte beziehen kann, die zu verpacken sind.
Bosch Packaging Technology - ein Unternehmen, das 2010 einen Umsatz von 717 Millionen Euro erzielt hat - war auf der Messe mit einer Serie von Innovationen vertreten, die ein schnelleres, platz- und energiesparendes Verpacken bei noch kürzeren Umrüstzeiten ermöglichen. Zu den Innovationen gehörten eine Verpackungslinie für Riegelverpackungen, eine Anlage für Einfacheinschlag-Faltpackungen und ein Transportsystem für Schlauchbeutelmaschinen. Zur Verpackungslinie für Riegelverpackungen gehören eine Speichereinheit, eine horizontale Schlauchbeutelmaschine und ein Toploader, die ein System bilden und wie eine Einzelmaschine bedient werden können. Die Anlage für Einfacheinschlag-Faltpackungen erfüllt hohe hygienische Anforderungen und sichert eine hermetische Siegelung.
Das neue Transportsystem für Schlauchbeutelmaschinen lässt sich mit verschiedenen horizontalen Schlauchbeutelmaschinen kombinieren. Das Unternehmen, das in diesem Falle von einem „intelligenten Transportsystem" spricht, verweist auf eine Ausbringung von 1400 Produkten in der Minute.
In der letzten Zeit hat Bosch Packaging Technology die Voraussetzungen für eine Ablösung des Heißsiegelns bei der Packmittelherstellung und -anwendung durch Ultraschallschweißen geschaffen. In Lebensmittelbetrieben lassen sich durch das Ultraschallschweißen die beim Heißsiegeln möglichen Veränderungen an wärmeempfindlichen Produkten wie Fleisch- und Wurstwaren vermeiden. Ein Verdienst des Unternehmens besteht in der Anwendung der Ultraschalltechnik in horizontalen und vertikalen Schlauchbeutelmaschinen. Die Technik ermöglicht hohe Produktionsgeschwindigkeiten und einen verringerten Materialeinsatz.
Die Gerhard Schubert GmbH, Crailsheim, überraschte die Fachkreise durch eine Verpackungsanlage, die den Werkzeugwechsel automatisch vollzieht. Die erste Maschine der Welt, die sich automatisch auf unterschiedliche Produkte und Formate umstellt, und dies bei einer Umstellungszeit von 4,5 Minuten. Damit ist eine bedeutende Steigerung der Effizienz beim Verpackungsprozess möglich. Selbst kleine Stückzahlen werden mit hoher Produktivität hergestellt. Eine weitere Neuheit von Schubert ist eine Verpackungsmaschine für stückige Güter. Die Maschine ist aus Modulen aufgebaut und lässt sich wie eine Werkzeugmaschine umstellen, sodass eine Anzahl unterschiedlicher Erzeugnisse verpackt werden können. Die Umstellung ist an einem Desktop des Bedienterminals möglich.
Nicht zu übersehen war das nahezu komplette Angebot an Verpackungslösungen für die Lebensmittelindustrie der Multivac GmbH & Co. KG. Das Unternehmen aus Wolfertschwenden bot sowohl halbautomalische Maschinen für Kleinbetriebe als auch Automaten für große Produzenten an. Hervorzuheben sind die Tiefziehverpackungsmaschinen, Tray-Füllmaschinen, Vakuumkammermaschinen, Kammerbandmaschinen, Handhabungsautomaten und ganz speziell eine Linie für die Hochdruckbehandlung von Lebensmitteln sowie eine neue Baureihe von Transportband-Metalldetektoren, die mit einem farbigen Touchscreen einfach zu bedienen ist. Den Neu- und Weiterentwicklungen von Multivac sind neben der leichten Bedienbarkeit ein geringer Platzbedarf, ein beispielhaftes Hygienedesign und eine hohe Energieeffizienz zu bestätigen. Die Leistungen des Unternehmens reichen bis zu schlüsselfertigen automatischen Anlagen.
Die Neuheiten des Maschinenbaus reichten von Beutelverpackungssystemen, die je nach Bedarf halb- oder vollautomatisch funktionieren, sowie Maschinen für das Etikettieren und Versiegeln bis hin zu Inspektionsanlagen. So stellte das Unternehmen Automated Packaging Systems eine Highspeed-Verpackungsmaschine vor, die 22 laufende Meter Kettenbeutel in der Minute mit bis zu 6,8 kg Inhalt liefert. Die Maschine ist für flüssige, pastöse und feste Güter und dabei auch für gefriergetrocknete und gefrostete Produkte geeignet. Für die Produktion von Luftpolsterfolien und -schläuchen beim Verpackungsanwender hat Automated Packaging Systems eine tragbare kleine Anlage entwickelt, die eine Lagerung der Folie überflüssig macht.
Packstoffe in kritischer Sicht
In den letzten Jahren haben sich bedeutende Veränderungen in der Anwendung der Packstoffe ergeben. Am stärksten hat der Einsatz der Kunststoffe zugenommen, und dies sowohl in Hinblick auf die Menge als auch hinsichtlich des Anteils der Kunststoffe am Wert der eingesetzten Packstoffe. Dies war ein Wachstum, das sich in einem verringerten Anteil von Papier, Karton und Pappe sowie von Glas, Holz und textilen Werkstoffen auswirkte.
Im Jahre 2009, in dem in Deutschland Verpackungsmaterialien im Wert von 28,4 Milliarden Euro produziert worden sind, entfielen auf die wichtigsten Packstoffe folgende Anteile:
Kunststoffe | 44% |
Papier, Karton, Pappe | 31% |
Metalle | 19% |
Glas | 6% |
Aus dem CO2-Fußabdruck lässt sich entnehmen, ob dieser Werkstoffeinsatz den Anforderungen des nachhaltigen Wirtschaftens entspricht oder nicht. Die europäischen Verbände der Papiererzeugung und -verarbeitung haben hierzu das niederländische Forschungsinstitut CE Delft mit einer Grundlagenstudie beauftragt. In den CO2-Angaben sind sowohl die Bindung des Gases in den Wäldern als auch die Emissionen bei der Verarbeitung des Holzes, bei der Herstellung, Verarbeitung und Gebrauch der Erzeugnisse aus Papier und Pappe sowie die Emissionen am Ende des Lebenszyklus enthalten. Die so auffallende Überlegenheit von Packmitteln aus Papier, Karton und Pappe kann sich im konkreten Fall stark verringern. Dies zeigt ein Vergleich an Tragetaschen. Während eine Tragetasche aus Polyethylen 30 g wiegt, sind Tragetaschen mit den gleichen Abmessungen aus einem Biokunststoff auf Stärkebasis 38 g und aus Papier 57 g schwer. Jüngste Untersuchungen weisen deshalb auf ökologische Vorteile von Tragetaschen aus Kunststoff hin.
In der Diskussion um die Nachhaltigkeit von Verpackungen wiesen daher die Hersteller von Verpackungen aus Papier. Karton und Pappe auf den Einsatz erneuerbarer Rohstoffe, die bei der Waldpflege anfallen, sowie von Altpapier mit einer Einsatzquote von 68 % hin, ebenso auch auf die verringerten CO2- Emissionen bei der Herstellung von Papier, Karton und Pappe. Die deutschen Hersteller von Papier, Karton und Pappe erzielten im letzten Jahr eine Produktion im Werte von 17 Milliarden Euro. 69,33 % dieser Produktion diente der Verpackung, 59,89 % der Herstellung von Verpackungspapieren und Packmitteln und 9,44 % der Herstellung von Etiketten.
Zahlreiche Hersteller warteten auf der Messe mit einer Erweiterung des Warenangebots und einer Verbesserung der Qualität auf. Das finnische Unternehmen UPM verwies auf die gelungene Verbesserung der Blattbildung, die zu einer höheren Papierqualität führt und verbesserte Druckergebnisse ermöglicht. UPM ist es ferner gelungen, die Festigkeit der Sackpapiere um 15 % zu erhöhen und ein Sperrschichtpapier auf den Markt zu bringen, das für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist.
Packmittel und Packhilfsmittel aus metallischen Werkstoffen nehmen in den Verpackungsstatistiken vieler Länder den dritten Platz ein – wie in Deutschland. Hier wurden 2010 1,7 Millionen Tonnen Aluminium und Stahl für Verpackungszwecke eingesetzt. Der Umsatz erreichte dabei 5,6 Milliarden Euro, und dies entsprach einer Steigerung um 6 % gegenüber dem Vorjahr. Bei Aluminium betrug die Steigerung sogar 13,6 % , 65 % der Verpackungsmittel und der Verpackungshilfsmittel waren für die Verpackung von Lebensmitteln erforderlich. 2009 sind in Europa 71 % der Packmittel aus Weißblech und 63 % der Getränkedosen aus Aluminium der stofflichen Verwertung zugeführt worden. Durch das Recycling wurden der Rohstoff- und Energieverbrauch sowie auch die CO2-Emissionen bedeutend verringert, so u.a. der Energieverbrauch um 75 % und die CO2-Emissionen bis zu 80 %. In Europa werden bereits durch die stoffliche Verwertung der Verpackungen aus Weißblech jährlich 4,8 Millionen Tonnen Eisenerz und 1,7 Millionen Tonnen Kohle eingespart. Obwohl in den letzten beiden Jahrzehnten die Produktion an Lebensmittel- und Getränkedosen um 57 % zugenommen hat, haben die CO2-Emissionen der Produktion um 50 % abgenommen.
Von den Exponaten der Hersteller sind neben den bekannten Dosen neue schlanke Dosen sowie neue Dosen mit strukturierter Oberfläche zu nennen, außerdem auch Flaschen aus Aluminium. Bei der Betrachtung der Exponate entstand der Eindruck, dass nur begrenzte Möglichkeiten für Materialeinsparungen bestehen. Die 0,5l-Getränkedose ist heute nur noch halb so schwer wie 1990. Bei der Folie für Röstkaffee gelang es, den Materialaufwand um 30 % zu verringern.
Bei der Vorstellung der Packmittel aus Glas nutzten die Aussteller die Möglichkeiten, um auf neue Gestaltungen aufmerksam zu machen – eine Vielfalt, die kaum begrenzbar erscheint. Ein Teil der neuen Exponate war für Produkte entwickelt worden, die sich an spezielle Kunden wenden, z.B. an Sportler sowie Umwelt- und Wellnessfreunde und damit an Verbraucher, die die Vorteile von Glas zu schätzen wissen. Neben den Silikatgläsern, die überwiegend eingesetzt werden, waren auch Packmittel aus Borosilikatglas zu sehen, Erzeugnisse der Schott AG. Das Unternehmen gab auf der Messe die Eröffnung eines neuen Glaswerks in Russland bekannt. In Verbindung mit den Packmitteln aus Glas waren auch die wichtigsten Verschlüsse ein Gesprächsthema, so z.B. einfache Schraubverschlüsse, Mehrkomponentenverschlüsse sowie erstmalig auch Verschlüsse aus Biokunststoffen. Das Aktionsforum Glasverpackung wies darauf hin, dass neue Glasflaschen heute im Durchschnitt zu 60 % aus Altglas bestehen. Bei Flaschen aus grünem Glas kann dieser Anteil 90 % erreichen.
Kunststoffe
Die größte Aufmerksamkeit fanden bei den Messebesuchern Folien sowie Packmittel und Packhilfsmittel aus Kunststoff. Die Exponate verdeutlichten, dass die Verpackung das größte Einsatzgebiet der Kunststoffe in der Wirtschaft ist und – aus der Sicht des Produktionswertes -- die Kunststoffe den höchsten Anteil am Verpackungsmarkt haben. Die besondere Bedeutung der Kunststoffe für das Verpackungswesen wurde durch eine große Anzahl von Neu- und Weiterentwicklungen unterstrichen, die den Verarbeitern anderer Werkstoffe wichtige Anregungen bieten.
In der Öffentlichkeit wird der Kunststoffeinsatz auf dem Gebiet der Verpackung noch immer kritisch betrachtet. So ergab eine im Auftrag der Vereinigung ProCarton durchgeführte Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung, dass mehr als 55 % der Befragten der Ansicht waren, „dass Verpackungen so wenig Kunststoff wie möglich enthalten sollten“. Ein weiteres Problem sind die gestiegenen Rohstoffpreise. Diese Preissteigerungen lassen sich allenfalls durch Materialeinsparungen und andere Rationalisierungsmaßnahmen mildern.
In einer Studie, die der DuPont-Konzern zur interpack vorgelegt hat, wird die Notwendigkeit solcher Überlegungen bestätigt. Aus der Befragung von 500 Verpackungsspezialisten in aller Welt ergeben sich folgende Ziele, für die Verpackungsentwicklung: Recyclierbarkeit oder Einsatz von Sekundärrohstoffen (65 %), Verringerung des Materialaufwandes (57%), Verwendung nachwachsender Rohstoffe (41%) und Verwendung kompostierbarer Rohstoffe (25%) nach dem Anteil der abgegebenen Antworten.
Die Aussteller mit Verpackungen aus Biokunststoffen waren daher besonders gefragt, ganz besonders die Organisation European Bioplastics. Sie schätzt, dass noch 2011 die Produktionskapazitäten für Biokunststoffe die 1-Million-Tonnen-Schwelle überschreiten wird. Nachdem 2010 etwa 700 000 Tonnen Biokunststoffe produziert worden sind, erwartet European Bioplastics 2015 eine Produktion von 1,7 Millionen Tonnen, dabei eine Million Tonnen biobasierte Standardkunststoffe und 700 000 Tonnen bioabbaubare Werkstoffe. Mehr als 40 Unternehmen zeigten Beispiele für die Anwendung von Biokunststoffen bei der Verpackung von Lebensmitteln und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, u.a. auch bei Folien und Tragetaschen.
Von Biofolien, die vorgeführt wurden, sind speziell zu nennen: Standardfolien, die auf der Grundlage von natürlichen Rohstoffen hergestellt werden sowie Folien aus Polylaktid (PLA) und Folien aus Stärke. Die Kallfass Verpackungsmaschinen GmbH aus Nürtingen stellte mit dem ServoPacker 500 eine Maschine vor, die für die PLA-Folien besonders geeignet ist. Die glasklare Folie, die das Verpackte vorbildlich demonstriert, bereitet leider Schwierigkeiten beim Falten und Umlegen. Hinzu kommt, dass die Folien nicht sehr reißfest sind. Die neue Anlage ermöglicht nunmehr ein automatisches Verpacken in diesen Biofolien.
Die FKuR Kunststoff GmbH, Willich, ergänzte zur Messe ihre Bioflex-Produktfamilie mit einer Folie mit einem 60-%igen Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen. Die neue Folie verfügt über eine hohe Flexibilität und Dehnfähigkeit. Sie soll sich speziell als Innenlage von Verbundfolien eignen.
Dass man sich auch bereits in den Golfstaaten für Biokunststoffe engagiert, bewies das Unternehmen Taghleef Industries aus Dubai mit einer Hochbarrierefolie aus BoPLA, die kompostierbar ist.
Von den Entwicklungsarbeiten, die mit Biokunststoffen durchgeführt werden, sind zu nennen: Die Herstellung von Kunststoffschäumen, die preiswerte Produkte ermöglichen, und die Verstärkung mit Hilfe von Natur- oder Viskosefasern.
Unter der Losung „natürlich verpackt" demonstrierte die Organisation European Bioplastics die seit April 2011 auf dem Markt befindliche Verpackung des Activia-Joghurts der Firma Danone in einem mit einer Papierbanderole versehenen Becher aus Polylaktid. Die Becher sind für 115 g und 460 g Inhalt vorgesehen. Sie verringern den Verbrauch an fossilen Rohstoffen um 43 % sowie die mit der Herstellung verbundenen CO2-Emissionen um 25 %. In Zukunft sollen die Becher stofflich verwertet werden, sodass der polymere Werkstoff erneut für Verpackungszwecke genutzt werden kann.
Im Vergleich zur 18. interpack hat auch das Angebot an Folien sowie an Verpackungen aus den Sekundärrohstoffen weiter zugenommen. Die Exponate verdeutlichten, dass in den letzten drei Jahren Fortschritte erzielt worden sind:
- bei der Erweiterung des Angebots,
- bei der Erhöhung der Qualität und bei der Anpassung der Packstoffe und Packmittel an die Anforderungen der zu verpackenden Güter und
- bei der Verringerung des Materialaufwandes.
Die Erweiterung des Angebots beruht v.a. auf Werkstoffkombinationen bei den Folien sowie auf unterschiedlichen Ausführungsarten und Abmessungen der Packmittel, speziell von Dosen, Bechern, Schalen und Flaschen. Aufmerksamkeit erregten Papier-Kunststoff-Verbunde mit individuellen Mustern. Die Wipak-Gruppe informierte über ein Verfahren, durch das eine Papierbahn ein Fenster zur Betrachtung des verpackten Gutes erhält. Mit solchen Verpackungen lassen sich im Vergleich zur bislang üblichen Verpackung aus einem APET/PE-Verbund mit einer Dicke von 300 µm etwa 45 % des Werkstoffes aus fossilen Ressourcen einsparen, Zu den Neuentwicklungen gehörten auch Deckelfolien, die sich fest verschließen und leicht ablösen lassen. In einer neuen Deckelfolie wurde inzwischen das Polyester als Druckträger durch Papier substituiert, sodass mit dem verbesserten Druckbild zugleich ein 33-prozentiger Anteil von nachwachsendem Rohstoff erreicht wird, Ein Teil der neuen Verbundfolien ermöglicht bemerkenswerte Materialeinsparungen, nicht selten von 20 bis 30 %.
Eine 30-prozentige Materialeinsparung wird zum Beispiel durch eine neue Barrierefolie der Wipak-Gruppe möglich, ganz speziell durch einen Folienverbund aus Polypropylen, Polyamid und Polyethylen, der in Dicken von 60 - 250 µm angeboten wird und sich auch für die Pasteurisierung von Lebensmitteln eignet. Die Folie ist glasklar durchsichtig und hat deshalb den Namen „superclear" erhalten.
Die vorgestellten Entwicklungen gehen bis zu einer Verpackungsfolie, in der das verpackte Gut dem Dampfgaren im Mikrowellenherd unterzogen werden kann. Eine Spezialfolie der Südpack-Gruppe mit integrierten Ventilen und einer Steamlinie lässt bei entstehendem Druck in der Packung den Wasserdampf entweichen. In Verbindung mit dem Angebot an Schlauchbeuteln und an Hartverpackungen für Lebensmittel gab die Südpack-Gruppe die Ergebnisse einer Ökoeffizienzanalyse für diese speziellen Verpackungen bekannt, die alle Aktivitäten von der Granulatherstellung und der Folienproduktion bis zum Verpackungsprozess und zur stofflichen Verwertung berücksichtigt. Das Ergebnis zeigt wesentliche Vorteile von Weichpackungen. Ein Vorteil ist ein wesentlich geringerer Materialverbrauch. So sind für 1 kg Lebensmittel 400 µm dicke Folien bei Hartpackungen, aber nur 170 µm dicke Folien bei Weichpackungen nötig. Da eine Palette 17 % mehr Produkte in Weichpackungen aufnehmen kann, werden bei einer Million Packungen drei LKW-Fahrten gespart.
Eine höhere Qualität der Folien und Materialeinsparungen sind inzwischen durch die Fortschritte der Koextrusionstechnologie möglich geworden. So bot die Wipak-Gruppe eine Folie aus 18 Schichten mit extremer Festigkeit an, die Verpackungen ermöglicht, die um 35 % leichter sind als beim Einsatz von APET für den gleichen Zweck.
Zugenommen hat der Anteil an gebrauchserleichternden Verpackungen aus Kunststoff an den Messeexponaten, vor allem durch Öffnungshilfen und durch wiederverschließbare Verpackungen. Nach einer an der TU Chemnitz durchgeführten Untersuchung kann man jedoch mit den Ergebnissen nicht zufrieden sein. Arbeitswissenschaftler dieser Universität sind zu dem Ergebnis gelangt, dass Probanden im Alter von 57 bis 77 Jahren nur jede dritte Packung problemlos öffnen können. Bei einem Drittel der Packungen war das Öffnen sehr problematisch. 60 % der Probanden hatten sogar Schwierigkeiten beim Ausgießen von Getränken. Das niederländische Unternehmen Seto will den Mangel an wiederverschließbaren Folienverpackungen für Lebensmittel wie Wurst und Käse mit einem horizontalen Flow-Packer begegnen.
Kaum zu übersehen waren die Fortschritte bei der Verpackungsgestaltung und speziell beim Verpackungsdruck. In den Auslagen fielen zahlreiche Verkaufsverpackungen mit vorbildlichen Druckergebnissen auf, speziell als Resultate eines zehnfarbigen Flexo- oder eines 12-farbigenTiefdrucks.
Für Kunststoffverarbeiter bemerkenswert waren neue Siegelschichten sowie Copolymere zum Einsatz als Haftvermittler und Modifikatoren, ganz besonders eine Surlyn-Siegelschicht, mit der eine feste Verbindung bei Temperaturen von 90 °C bis 180 °C erreicht wird. Dies spart Energie, ermöglicht größere Taktzahlen der Verpackungsmaschine und beugt Qualitätsminderungen der Siegelschicht vor. Das Unternehmen DuPont de Nemours, das die Entwicklung mit der Südpack-Gruppe durchgeführt hat, kündigte auf der Messe die Aufnahme der Produktion von Ethylen-Copolymeren in Dordrecht an. Mit Hilfe dieser Copolymere soll der Materialeinsatz in Mehrschicht-Verpackungen verringert werden Gleichzeitig soll die stoffliche Verwertung erleichtert werden.
Der Vollständigkeit halber ist eine „sprechende Verpackung“ als eine weitere Entwicklung der Wipak-Gruppe zu nennen. Bei dieser Verpackung werden Informationen und Geräusche mit Hilfe spezieller Codes auf einen Decklack übertragen, die mit einem speziellen Stift abgehört werden können. Bei einem künftigen Einsatz des Verfahrens können Personen, die Schwierigkeiten beim Lesen haben, die das Gut betreffenden Informationen abhören. Messebesucher konnten sich davon überzeugen, dass dies möglich ist.
Das Thema „Nanotechnologie und neue Materialien für die Verpackungsentwicklung" war Anlass einer Tagung des Bundesministeriums für Bildung und Technologie und des VDI-Technologiezentrums im Rahmen der Messe. Gegenstand der Beratung war das Aufzeigen der Möglichkeiten, die die Nanotechnologie für die Verpackungsentwicklung bieten kann, u.a. durch Barriereeigenschaften von Packstoffen mit Hilfe von Nanokompositen oder durch Verbesserung der Restentleerbarkeit der Verpackungen. Zur Diskussion stand auch die Nutzung der Nanotechnologie beim Schutz vor Fälschungen und bei Echtheitsprüfungen.
Fortschritte bei den Getränkeverpackungen
Besonders stark haben Packmittel aus Kunststoff in den letzten Jahren die Getränkeverpackung bestimmt, Dabei nahm der Bedarf an diesen Packmitteln mit dem steigenden Getränkeverbrauch stark zu, ganz speziell bei alkoholfreien Getränken. Noch 2010 stieg der Umsatz an diesen Getränken im 4,6 %, und dies bei einer Zunahme des Getränkeabsatzes um 1,2 % in Deutschland. Während der Verbrauch an Mineralwasser noch 1970 in Deutschland bei 12,5 Litern lag, stieg er bis 2010 auf 130,8 Liter. Neben dem zunehmenden Getränkeverbrauch unterstreichen auch die Veränderungen im Einsatz der Packmittel die Bedeutung der Getränkeverpackung.
Den Messebesuchern aus der Getränkeindustrie wurde auf der 19. interpack das bisher umfangreichste Angebot an Verpackungsmaterialien sowie an Geräten und Maschinen zum Verpacken geboten: von Etikettenpapieren bis zur Verpackungslinie. Selbst wenn sich nur ein Teil der vorgestellten Neuheiten mit warenkundlichen Kriterien begründen ließ, so boten doch zahlreiche Exponate den Anlass für Fachgespräche zu aktuellen Entwicklungen. Dabei wurden auch die Möglichkeiten einer attraktiveren Gestaltung ebenso berücksichtigt wie Rationalisierungsprobleme.
Seit der 18. interpack hat sich der Verpackungseinsatz am stärksten bei alkoholfreien Getränken verändert. 2010 wurden folgende Anteile erreicht:
Verpackung | Anteil |
PET-Einweg | 69,9% |
PET-Mehrweg | 12,8 % |
Glas-Mehrweg | 10,3% |
Getränkekarton | 6,4% |
Eine große Anzahl von Getränkeherstellern nutzt zurzeit diese Verkaufsverpackungen als Hauptmöglichkeit der Produktdifferenzierung in den Verkaufseinrichtungen. Dies hat zu einer Vielzahl von Formen geführt, ganz besonders bei Mineralwässern und anderen alkoholfreien Getränken. Maßgebend für die Gestaltung waren, wie man hörte, der Wiedererkennungswert, Standfestigkeit, Handhabbarkeit und die technische Umsetzung. Zur Erhöhung des Wiedererkennungswertes wurden verschiedene Möglichkeiten genutzt, so z.B. bei Flaschen aus PET Wellen und verschiedene Strukturen. Neue Formen gab es selbst bei Dosen aus Aluminium und Weißblech, so z.B. Dosen in schlanker Form und Flaschen aus Aluminium.
Von den Entwicklungen der Krones AG Neutraubling sind zwei besonders hervorzuheben: Eine Anlage für das aseptische Befüllen von PET-Flaschen bei Anwendung von Wasserstoffperoxid als Sterilisationsmittel und eine Sammelpackung für Getränke in PET-Flaschen mit der hierfür notwendigen Verpackungsmaschine.
Die Anlage für die aseptische Abfüllung wird in einem Forschungszentrum in den USA eingesetzt und ist für Produkte mit einem niedrigen Säuregehalt geeignet. Die neue Sammelverpackung für Getränke besteht aus einer „Umreifung" mit einer Polypropylenfolie und ist mit einem Griff versehen.
Die Huber Packaging Group GmbH stellte ein als Zapfstar bezeichnetes 5-l-Partyfass vor, mit dem das Bier im Haushaltskühlschrank 30 Tage frisch gehalten werden kann. Füll- und Fördereinrichtungen der bisherigen Partyfässer können am neuen Fass eingesetzt werden. Eine regulierte Abgabe des Kohlendioxids in den Kopfraum des Fasses sichert den notwendigen Zapfdruck.
Das Angebot für die Getränkeindustrie wurde durch eine umfangreiche Auswahl an Verschlüssen vervollständigt. Besonders zu nennen waren die Crown Verschlüsse GmbH in Seesen, die auch Maschinen anbot, und die Kisico GmbH, die ihre „GreenLine" vorstellte -- Verschlüsse aus Biokunststoff. Bisher hat das Unternehmen Verschlüsse aus Holzkunststoff, Polylaktid und Maisstärke im Produktionsprogramm.
Die 20. interpack wird von 8. bis zum 14. Mai. 2014 in Düsseldorf stattfinden.
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