Verbessertes Entformungsverhalten von EVM-Vulkanisaten durch eine zweistufige Peroxidvernetzung
von Dr. Gerd Bergmann, Dr. Stefan Kelbch, Dr. Carsten Fischer, Dr. Hans Magg, Dr. Claus Wrana
Zur Verbesserung des Entformungsverhaltens von peroxidisch vernetzten EVM-Mischungen (Levapren) in Spritzgießverfahren wurde ein zweistufiges Konzept mit zwei unterschiedlichen Peroxiden geprüft und eingeführt. Das Verfahren folgt dem Grundprinzip, dass untervernetzte Mischungen bessere Weiterreißeigenschaften aufweisen, die zu einem verbesserten Entformungsverhalten führen.
Zunächst reagiert ein konventionelles Peroxid bei normalen Vernetzungstemperaturen (z. B. bei 180 °C), was zu einem Vernetzungsgrad mit einer ausreichenden Dimensionsstabilität führt, der eine Entformung erlaubt. In einem darauf folgenden Nachvernetzungsschritt reagiert ein zweites Peroxid bei höherer Temperatur (z. B. > 200 °C), um die endgültige, vollständige Vernetzungsdichte sicher zu erreichen.
Die Prüfung der physikalischen Eigenschaften und die Spritzgießversuche bewiesen die Brauchbarkeit des Konzepts, womit der Einsatz von Mischungen möglich wird, die, verglichen mit Mischungen, die mit einem einzigen, konventionellen Peroxid vernetzt sind, gleiche oder sogar bessere Eigenschaften, aber vor allem deutlich verbessertes Entformungsverhalten aufweisen.


