GAK - Gummi Fasern Kunststoffe 11 | 2011

Angela – der Engel der Banken

von Heinz Gupta

Merkel erwägt Kapitalhilfe für Banken“, heißt es in einer Schlagzeile, „Banken brauchen 100 Mrd. EUR“ in einer anderen.

Mit dem Geld ihrer Kunden, das sie ihrerseits zu maximal 2 % verzinst haben, kauften die Banken und auch die Versicherungen und Pensionsfonds Staatsanleihen, die einen Ertrag von 15 – 18 % erbrachten. Wenn nun diese Anleihen abgewertet werden, können die Banken die Einlagen ihrer Kunden nicht voll zurückzahlen.

Deshalb wollen Frau Merkel und Herr Sarkozy den Banken finanziell unter die Arme greifen.

Jetzt kommt das Kuriose: die Banken wollen das Geld von Frau Merkel gar nicht, nicht etwa, weil sie Geld nicht mögen, mitnichten, nein, viel mehr weil sie Angst haben, dass der Staat in ihren Geschäften mitbestimmen will und bestimmen will, wer wie viel Boni bekommt.

Und nun schimpfen sie auf die Pleitestaaten und ihre Schuldenkrisen, obwohl sie gerne die hohen Zinsen, die diese Staaten zahlen mussten, angenommen haben.

In den ersten Semestern der Volkswirtschafts- und Bankenlehre lernt man, dass Geld Geld kostet. Und der Preis für geliehenes Geld steigt mit dem Risiko und der Unsicherheit für eine Rückzahlung. Aber das Wort Risiko scheint im Wortschatz der Banker nicht zu existieren, vielleicht weil sie ihre Boni bekommen, egal ob das Ergebnis positiv oder negativ ist, wenn nur der Umatz stimmt.

Die ganz, ganz einfachen Leute auf den Straßen von New York, Frankfurt und Berlin haben das verstanden. Und wenn nun Frau Merkel die Patronage für die Banken übernehmen will, dann fragen die einfachen Leute auf den Straßen wer denn ihr Schutzheiliger ist.

Ihr Heinz Gupta