GAK - Gummi Fasern Kunststoffe 7 | 2008

TPE goes Rubber

von Heinz Gupta

Klingt ein bisschen kitschig, entspricht aber den Tatsachen. Die Erfüllung des Wunsches der Thermoplastverarbeiter, ein weiches, elastisches Material zu bekommen, mit einem niedrigen Druckverformungsrest, dazu aber noch thermoplastisch verarbeitbar, rückt immer näher. Auf der letzten TPE-Tagung in Neu-Ulm wurde eine Reihe von Entwicklungen vorgestellt, die bei immer höheren Temperaturen verarbeitet werden müssen und demzufolge bei Einsatztemperaturen geringere DVRs haben als die TPEs der ersten Generation. Auch die Entwicklung der Kombinationen Gummi/Thermoplast in den TPE-V geht in diese Richtung.

Der Titel eines Vortrages war bezeichnenderweise „ Elastollan X-Flex - dem Gummi auf der Spur“. Gerade bei den TPE-V-Neuentwicklungen werden Kenntnisse der Kautschukverarbeitung, Füllstoffe, Weichmacher, Alterungsschutzmittel zunehmend eingesetzt. Man kann aber auch sagen „Rubber goes TPE“. Für zahlreiche Artikel, die bisher aus Gummi, also chemisch vernetzten Elastomeren, hergestellt wurden, sind jetzt TPEs im Einsatz. Besonders im Haushaltsbereich und vor allem auch im Auto- mobilbau. Dichtprofile, Dichtungen für die Verscheibung, aber auch für Leitungs- und Kabelisolationen. Also für alle Einsätze, die nicht durch hohe Temperaturen belastet werden.

An dem vielfältigen und wachsenden Spektrum der TPE können Kautschukverarbeiter nicht mehr vorbei gehen. Auf der schon zitierten TPE-Tagung führte H. Keuter, Harburg Freudenberger, aus, dass auch im Stempelkneter thermoplastische Elastomere wirtschaftlich compoundiert werden können. Eine deutliche Vorlage für die Kautschukverarbeiter. Die Marktforschungsgesellschaft Freedonia Group stellte vor kurzem fest, dass bis 2011 der Bedarf an TPE jährlich um etwa 6,3 % ansteigen wird. Und zwar verstärkt in China und anderen asiatischen Regionen. Der Hauptteil des Anstiegs betrifft natürlich die TPE-S für einfache Artikel wie Schuhwerk etc.

Aber auch höherkarätigen TPE werden in Asien stärker eingesetzt, auch für die dort aufblühende Automobilindustrie. Mit solchen Zahlen können die traditionellen Kautschukprodukte nicht aufwarten. Also wird ein intensiver Austausch an Wissen und Erfahrungen für beide Säulen der Elastomerverarbeitung nützlich sein.