Was für eine Messe – die K 2010!
von Heinz Gupta
Hätte sie 2009 stattgefunden, wäre es sicher eine Katastrophe gewesen.
Positiv gesehen, muss man den Ausstellern Respekt für ihren Mut aussprechen, haben sie sich doch in der tiefsten Krise Anfang 2009 entschieden, die hohen Kosten für eine Präsenz auf dieser großen Messe zu schultern. Zwar wurden einige Stände verkleinert, das hat aber zum Teil Anfang 2010 wehgetan, als es wieder steil bergauf ging.
Auf der K haben sich zwei Entwicklungen ergänzt, erstens der Nachholbedarf bei den Verarbeitern durch die explosionsartige Nachfrage nach ihren Produkten, was auch zu Rohstoffengpässen und Lieferschwierigkeiten führte.
Zweitens haben die meisten der ausstellenden Anbieter während der Rezession nicht geschlafen, sondern sie haben ihre Produkte verbessert und neue entwickelt. So waren die 3102 Aussteller (10 weniger als 2007) und die ca. 222 000 Besucher (ca. 60 % kamen aus dem Ausland) insgesamt zufrieden.
Die ersten Tage waren turbulent. Zum Wochenende, besonders wegen des Feiertages in Nordrhein-Westfalen, war es deutlich ruhiger. Aber das gab auch die Chance für intensivere und ruhigere Gespräche.
Nun könnte man wegen des guten Geschäftsverlaufes und wegen der weltweit guten Nachfrage euphorisch in die Zukunft blicken, in China werden immer mehr Autos gebraucht, ebenso in Indien, Brasilien und den östlichen Staaten Europas.
Aber Vorsicht!
Der Bedarf ist nicht alles. Rohstoffknappheit und steigende Rohstoffpreise werden negative Einflüsse haben, ebenso wie die mangelnde Infrastruktur in den Schwellenländern – für mehr Autos braucht man mehr und bessere Straßen.
Auch die Schwellenländer werden zunehmend energie- und umweltbewusst.
Das sind einige Gründe weshalb wir für das Frühjahr des nächsten Jahres, vielleicht im April/Mai, mit einer leichten Stagnation – nicht mit einer Rezession – rechnen müssen.
Deshalb muss das Ziel sein, nicht einer immer weiter steigenden Menge nachzulaufen, sondern einer höheren Qualität.
Rohstoff- und Energieeinsparung werden die Treiber unserer industriellen Zukunft sein. Hierzu gab die Sonderschau „Visions in Polymers“ zahlreiche Anregungen.
Die nächste „K“ wird vom 16. – 23. Oktober 2013 stattfinden.
Hoffentlich genauso erfolgreich wie die K 2010 und ohne ein Rezession zwischendurch.
Alles Gute zum Weihnachtsfest und für den Übergang ins nächste Jahr.
Ihr Heinz Gupta

