Neues Kooperationsmodell zur Generierung von Leitmärkten für Produkte auf Basis von Kohlenstoffnanoröhren
von Dr. Péter Krüger
Kohlenstoffnanoröhrchen (Carbon Nanotubes, CNT) sind bereits seit vielen Jahrzehnten bekannt und wurden seit ihrer Entdeckung in vielfältigster Weise wissenschaftlich untersucht. Dabei wurde ihnen aufgrund ihrer herausragenden Eigenschaften und Eigenschaftskombinationen große Aufmerksamkeit zuteil. Dennoch hat die Übertragung der CNT-Synthese aus dem Labor in einen technischen Maßstab viel Zeit in Anspruch genommen, so dass kommerziell relevante Mengen und Qualitäten erst seit einigen Jahren auf dem Markt sind. Trotz der zahlreichen vielversprechenden prinzipiellen technischen Anwendungsmöglichkeiten der CNT und deren kommerzieller Verfügbarkeit sind die realen Anwendungen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Neben den technischen und anwendungsbezogenen Herausforderungen entlang der Wertschöpfungsketten sind auch komplexe Patentlandschaften und Sicherheitsfragen als potenzielle Barrieren für eine Marktdurchdringung anzusehen. Um wesentliche Elemente dieser Herausforderungen anzugehen, wurde die Innovationsallianz Carbon Nanotubes – Inno.CNT (www.inno-cnt.de) gegründet. Die Allianz entwickelt mit 90 Partnern aus Industrie und Akademie in 27 vernetzten Projekten Grundlagen von Technologien und von Anwendungen für CNT-basierte Materialien. Inno.CNT hat als ein vernetztes breites, öffentlich-privates Kooperationsmodell zurzeit ein Gesamtvolumen von ca. 90 Mio. EUR bei einer Laufzeit von sechs Jahren und einer ca. 50%igen Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Innerhalb der Allianz arbeiten 22 Projekte an nachhaltigen Anwendungen auf den Gebieten Energie/Umwelt, Mobilität, Leichtbau und Elektronik. Drei Querschnittsprojekte sind mit grundlegenden Technologien der CNT-Herstellung, -Modifikation und -Dispergierung befasst. Zwei übergreifende Projekte beschäftigen sich mit Untersuchungen zur Sicherheit in den unterschiedlichen Phasen des CNT-Produktlebensweges.

