PU Magazin 4 | 2012

„Alles schon da gewesen“

von Heinz Gupta

„Es gibt nichts Neues unter der Sonne“. Das ist keine kluge Sentenz eines modernen Gurus, sondern mehr als 2000 Jahre alt, und wird dem Prediger Salomo (Kap. 1, Verse 9f) zugeschrieben.

Wenn wir das einmal auf Griechenland und seine jüngere Geschichte beziehen, dann sehen wir mit Schrecken, wie das Land immer wieder geteilt und zusammengefügt wurde, dass die Menschen vertrieben, umgesiedelt, ausgebeutet wurden von Deutschen, Engländern, Franzosen, Italienern, Russen und Türken. Damals waren es die Länder, die sich anmaßten über andere zu bestimmen, heute sind es vielleicht die ­Banken und Kapitalverwalter.

Und die Griechen hatten auch vor 180 Jahren schon hohe Schulden, die auf höchst unkonventionelle Art ­gelöst werden sollten.

So lesen wir in Wikipedia:

„Um zu verhindern, dass sich vom befreiten Griechenland aus der Funke des Republikanismus in Europa verbreitet, aber auch als Zahlungskondition für einen Kredit von 472 000 britischen Pfund sowie einen 60-Millionen-Drachmen-Kredit durch England, Frankreich und Russland an das seit 1826 völlig überschuldete Land, ­etablierten die europäischen Großmächte in Griechenland von außen eine Monarchie. Im Jahr 1832 wurde der bayerische Prinz Otto, Sohn König Ludwigs I. von Bayern als Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. Dieser Staat umfasste allerdings nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets.“

...Der Bayernkönig brachte viel Fachleute, Architekten, Techniker nach Griechenland, die halfen, das Land zu entwickeln. Und er schenkte den Griechen auch die blau-weiße Fahne, die an seine Heimatfarben erinnert. Viele Bauwerke und Infrastrukturen basieren auf den Entwicklungen der Bayern, die so die Grundlage für das neue Griechenland legten. Selbst das bayrische Reinheitsgebot für Bier wurde von den Griechen übernommen. Ottos Herrschaft wurde 1862 durch einen unblutigen Aufstand beendet. Ihm folgte Georg I., der am 30. März 1863 zum König von Griechenland gewählt wurde. ...“

Was wäre, wenn wir auch jetzt den Griechen einen König verordneten, vielleicht König Horst von Bayern oder König Wolfgang von Württemberg?

Und wenn wir nicht das Geld in die maroden Staatsfinanzen oder Banken steckten, sondern es ­kräftig im Land investierten? Wir sollten beispielsweise deutschen Unternehmen kostengünstig Darlehen geben, damit sie in Griechenland investieren können und wieder Arbeitsplätze schaffen.

Wie gesagt: Alles schon da gewesen.

Ihr Heinz Gupta