2K-PU-Lacke: Herausforderungen und Lösungsansätze für automobile Anwendungen
von Dipl.-Wirt.-Ing. Janine Krebs, Dipl.-Ing. Jörg Hain, Dr. Isabelle Roth, Prof. Dr. Lothar Kroll
2K-Polyurethanlacke auf Basis von Polyesterpolyolen bieten aufgrund ihrer Kratzunempfindlichkeit sowohl im Interieur als auch im Exterieur ein hohes Potenzial für automobile Anwendungen. Der Herstellungsprozess für Bauteile mit PU-Oberfläche beruht auf dem 2K-Spritzguss mit integrativem Reaction Injection Moulding (RIM)-Prozess. Vorteile dieses Verfahrens sind die kurzen Zykluszeiten, die durch die direkte Bauteilbeschichtung im Werkzeug bedingt sind sowie eine endkonturnahe Bauteilfertigung. Ein großer Nachteil besteht jedoch in den hohen Entformungskräften, die durch die starke Haftung des Polyurethans an der metallischen Werkzeugoberfläche entstehen. Dem wird derzeit mit flüssigen Trennmitteln und hohen Werkzeugtemperaturen entgegengewirkt. Eine ökologische und ökonomische Alternative könnten Werkzeugbeschichtungen mit Antihafteigenschaften darstellen. Erste experimentelle Untersuchungen zeigen eine deutliche Verringerung der Haftzugkräfte gegenüber einer unbeschichteten Werkzeugoberfläche.

