GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Issue 08 | 2017

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Editorial
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Ich laufe meilenweit für eine …

Nein, nicht für das, woran Sie vielleicht gerade gedacht haben mögen. Richtiges Laufen ist mir schon seit frühester Kindheit ein Gräuel und daran hat das später entdeckte Joggen, das Laufen zum Abgewöhnen, auch nichts geändert.


Wenn ich die gesundheitsbewussten Freizeitsportler, die ihren Pfunden davonjoggen wollen und es doch nicht schaffen, an mir vorbeihecheln höre (da könnte ich ja vielleicht noch mithalten, mit den verbissenen Profijoggern ganz sicher nicht), weiß ich, so etwas macht (mir) keinen Spaß und dürfte keinesfalls gesund sein.


Da sind die Tarahumara-Indianer aus ganz anderem Holz geschnitzt – Laufwunder par excellence, die heute im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua leben. Sie scheinen die ausdauerndsten Langstreckenläufer zu sein, denen man auf unserem blauen Planeten begegnen kann. Und es geht um wirklich lange Strecken – so soll ein Tarahumara in 48 Stunden 700 km laufend hinter sich gebracht haben, leider nicht belegbar.


Belegt sind dagegen: Teilnahme an Olympischen Spielen und Teilnahme am Boston-Marathon mit eher „schlechten“ Ergebnissen, ein Sieg gegen US-Spitzenathleten bei einem Ultramarathon, dem Copper-Canyon-Ultramarathon über ca. 80 km, auf heimischem Gebiet und Siege bei den Leadville-100-Trail-Runs in Colorado [1, 2]. Belegt auch der Sieg der Tarahumara María Lorena Ramírez über 50 km und 500 weitere Teilnehmerinnen aus 12 Nationen am 29. April 2017 [3, 4].


Und das außergewöhnlich Besondere an solchen Leistungen? Alles erreicht ohne sportwissenschaftlich unterstütztes Training, vermutlich auch unter Verzicht auf leistungssteigernde Mittelchen, ohne Hightech-Sportbekleidung und anstelle von im Windkanal optimierten Laufschuhen einfache Sandalen mit Sohlen aus Laufflächen ausrangierter Reifen – bestimmt eine wenig effiziente Art des Recyclings, aber der schlagende Beweis für die Haltbarkeit von Gummi, denn das berühmte Loch in der meilenweit belasteten Schuhsohle war nie zu finden.


Und noch etwas Außergewöhnliches: Die Tarahumara erreichen ihre Ausdauer und ihre Leistungsfähigkeit von Kindesbeinen an im Spiel. Und so laufen sie später als Erwachsene ebenfalls, spielerisch. Da, wo den Konkurrenten den Berg hinauf buchstäblich die Zunge zum Halse heraushängt, wieseln die Tarahumara lachend weiter.


Wie wäre es, wenn wir uns also wieder in mehr spielerischer Leichtigkeit übten?


Ihr
Ernst Debie


[1] http://aktiv-laufen.de/die-ausdauerhelden-aus-der-kupferschlucht/
(aufgerufen am 17. Juli 2017)
[2] C. McDougall, Born to Run, Übersetzung W. Roller, Heyne, 2015
[3] http://noticieros.televisa.com/historia/nacional/2017-05-19/mujer-tarahumara-gana-ultramaraton-puebla/ (aufgerufen am 17. Juli 2017)
[4] http://www.bbc.com/news/world-latin-america-40006985 (aufgerufen am 17. Juli 2017)

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Universität Hamburg – Institut für Technische und Makromolekulare Chemie – Entwicklung polymerer Werkstoffe

Das Thema Aus- und Weiterbildung ist für die Kautschukindustrie von immenser Bedeutung, denn nur mit gut ausgebildeten Mit­arbeiterinnen und Mitarbeitern kann die Branche ihre Innovationskraft erhalten und wirtschaftlich erfolgreich sein. In Bezug auf Bildungsmöglichkeiten im Bereich Kautschuktechnologie ist die Landschaft der Anbieter in Deutschland für viele in der Branche recht unübersichtlich. Mit unserem Fokus Aus- und Weiterbildung möchten wir in der GAK Gummi Fasern Kunststoffe für Transparenz
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Wir setzen unsere Serie mit dem Institut für Technische und Makromolekulare Chemie (ITMC) der Universität Hamburg fort, das sich schwerpunktmäßig mit der Synthese und Charakterisierung von Polymeren sowie der Polymerisationstechnik befasst.

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