GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Issue 11 | 2018

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Editorial
555
Guter Schwindel, schlechter Schwindel

Hundefreilaufzonen in öffentlichen Parks fördern eine Kultur der Vergewaltigung systematisch unterdrückter Hunde durch ihre brutalen Artgenossen. In diesem Verhalten wird die Bereitschaft ihrer Herrchen, sexuelle Gewalt zu begehen, messbar widergespiegelt.

Was?

Das wussten Sie nicht?

Machen Sie sich nichts draus. Das war eine der Thesen, mit denen James A. Lindsay und Peter Boghossian der Geschichte des „Hoax“ in der Wissenschaft jüngst ein unterhaltsames neues Kapitel hinzugefügt haben. Das Trio hatte eine Reihe unsinniger Artikel mit pseudowissenschaftlichem Anstrich verfasst und diese bei verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften eingereicht. Viele der Flunkerartikel wurden tatsächlich veröffentlicht. Den betroffenen Redakteuren entging sogar, dass in einen Text mit feministischem Anstrich Passagen aus „Mein Kampf“ eingewoben worden waren.

Mit ihrer Eulenspiegelei stehen die drei in der guten Tradition des Physikers Alan Sokal, der 1996 einen Aufsatz zum Thema Transgressing the Boundaries: Towards a Transformative Hermeneutics of Quantum Gravity bei der für ihre poststrukturalistische Ausrichtung bekannten kulturwissenschaftlichen Zeitschrift „Social Text“ eingereicht hatte. Das meisterlich formulierte, aber nichtsdestotrotz gänzlich absurde Opus wurde bekanntlich tatsächlich veröffentlicht und löste eine seitdem immer wieder neu befeuerte Debatte darum aus, wie man baren Unsinn nobilitieren kann, indem man ihn in eine formal untadelige sprachliche Form gießt und ihn in einer etablierten Fachzeitschrift unterbringt. Das Unfehlbarkeitsdogma, das von den erlesenen Zirkeln der peer reviewed Zeitschriften bis dato quasi ex cathedra gepredigt worden war, war jedenfalls heftigst ins Wanken geraten.

Fakes und Flunkereien sind in unserer Welt allgegenwärtig. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie reichen von dem Wunsch, nach dem Muster von Des Kaisers neue Kleider einem selbstgefälligen oder ideologisch verblendeten Wissenschaftsbetrieb den Spiegel vorzuhalten bis hinzu zu bewussten Täuschungen und Lügen.

Manchmal sagt man aber auch einfach Marketing dazu. Ein grandioses Beispiel hierfür lieferte die Firma Moleskine, die fleißig an der Legende strickte, dass Künstler wie Hemingway oder Picasso die handlichen Büchlein mit dem charakteristischen Gummibändchen schon benutzt hatten, um ihre Ideen hineinzukritzeln. Allerdings wurde die Firma erst Mitte der 1990er Jahre gegründet, und da waren die beiden Herren bereits längst verstorben. Übrigens fiel bei der Vorstellung der ersten Moleskine-Bücher sogar die ehrenwerte Financial Times auf die Legende herein.

Fake gehört aber auch untrennbar zu unserer Branche und ist hier durchaus kein ehrenrühriges Geschäft. Kunststoffe werden genutzt, um Leder, Holz oder Metall zu imitieren – erfolgreiche Anwendungen, die dazu beitragen, Produkte leicht, benutzerfreundlich, recyclingfähig und nachhaltig zu machen.

Grundsätzlich ist es aber sicher eine gute Idee, nicht alles für bare Münze zu nehmen und im Zweifelsfall einfach genauer hinzuschauen.

Übrigens hat mein Hund noch nie eine öffentliche Hundefreilaufzone betreten.

Ihre
Stephanie Waschbüsch
s.waschbuesch@gupta-verlag.de

Report
566
Einsatz von additiver Fertigung im Werkzeug- und Formenbau – Mit 3D-Druck zu mehr Funktionen, schnelleren Prozessen und neuen Gestaltungsmöglichkeiten

Vor 17 Jahren wurde der erste additiv erstellte metallische Einsatz für ein Spritzgießwerkzeug mit integriertem Kühlkanal von der Fa. Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH (ehemals: Hofmann Innovation Group) konstruiert und vorgestellt. Seitdem ist der Metall-3D-Druck fester Bestandteil des Fertigungsportfolios des Unternehmens.

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571
Deutsche Kautschukindustrie bilanziert verhaltenes Reifengeschäft – Ausland trägt positive Konjunktur technischer Produkte

Wie der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V. (wdk) berichtet, hat die deutsche Kautschukindustrie im H1 2018 einen Umsatzrückgang von 0,7 % auf rd. 6 Mrd. EUR hinnehmen müssen. Bedingt durch eine rückläufige Fahrzeugproduktion in Deutschland lag insbesondere der Umsatz der Reifenindustrie mit den deutschen Fahrzeugherstellern (Erstausrüstung) deutlich unter den Vorjahreszahlen. Bei den technischen Elastomerprodukten (Technische Elastomer-Erzeugnisse (TEE) und thermoplastische Elastomere) hielt die gute Vorjahreskonjunktur nach Angaben des Verbands dagegen an.

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581
Neues Dichtungskonzept, verbesserte Wartung – Weber präsentiert neue Dreheinheiten-Generation auf der Fakuma 2018

Um Spritzgießteile aus zwei Komponenten in Serie herstellen zu können, bieten sich mehrere Techniken an. Am weitesten verbreitet ist die Drehtellertechnik. Die Fa. Wilhelm Weber GmbH & Co. KG hat auf der Fakuma 2018 eine neue Generation von Dreheinheiten vorgestellt. Die Baureihe wurde v. a. in den Bereichen Dichtungskonzept und Wartungsfreundlichkeit weiterentwickelt, um die Anlageverfügbarkeit weiter zu erhöhen.

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595
Kautschukextrusion – Von der 112. Tagung der DKG-Bezirksgruppe Rheinland-Westfalen

Extrusion war das Schwerpunktthema der Tagung, die am 17. und 18. September 2018 in Bad Neuenahr stattfand. Vorgestellt wurden verschiedene Extruderkonzepte und deren Einsatzmöglichkeiten, Optimierung des Antriebs und neue Ansätze zum Scale-up von Extrusionsprozessen.

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596
Elektromobilität: Absatztrends in wichtigen globalen Automobilmärkten – China ist weltweiter Leitmarkt für Elektrofahrzeuge mit hohen Wachstumsraten

Das Center of Automotive Management (CAM) an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach untersucht regelmäßig im Bereich der Elektromobilität die Absatzentwicklungen und Trends in wichtigen automobilen Leitmärkten sowie die Innovationen der Automobilhersteller. Analysiert werden die Absatztrends und Rahmenbedingungen in relevanten Ländern sowie die fahrzeugtechnischen Neuerungen von über 30 Automobilgruppen seit dem Jahr 2005. Insgesamt sind derzeit über 10 000 Innovationen in der CAM Inno-Datenbank inventarisiert. Jede einzelne Neuerung wird systematisch nach dem M.O.B.IL-Ansatz (Maturity/Reifegrad, Originalität, Benefit/Kundennutzen, Innovation Level/Innovationsgrad) bewertet und gewichtet. Aus der Summe der gewichteten Innovationen wird die Innovationsstärke eines Automobilherstellers berechnet. Der nachfolgende Bericht präsentiert das Ergebnis einer Studie des CAM, die die aktuellen Markttrends und Produktstrategien der globalen Automobilhersteller im H1 2018 analysiert.

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599
Ressource Kunststoff

Beim WIP-Jahresforum 2018 zum Thema „Zirkuläres Wirtschaften im Kunststoff“ am 19. September 2018 in Osnabrück und der Kunststoffland NRW-Tagung „Kunststoff neu denken“ am 10. Oktober 2018 in Iserlohn diskutierten Akteure aus allen Bereichen der Kunststoffindustrie Strategien für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.

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Article
568
TPS-Filamente für die additive Fertigung – Eine neue Materialklasse für das am weitesten verbreitete additive Fertigungsverfahren

Das filamentverarbeitende additive Fertigungsverfahren ist sowohl im Privathaushalt als auch im industriellen Bereich auf dem Vormarsch. Die Palette der verarbeitbaren Materialien wurde stark erweitert, jedoch stand bis jetzt noch kein TPS zur Verfügung. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurden TPS-Typen mit einer Härte bis zu 60 Shore A entwickelt, die neue Anwendungsfelder von weichen und elastischen Druckteilen bis hin zu Zweikomponentenobjekten mit Hart-Weich-Kombination für das filamentbasierte Verfahren eröffnen.


The use of filament-working additive manufacturing process in both private and industrial areas has grown significantly and the range of processible materials was considerably broadened. However, TPS have still not been available for this additive manufacturing process. Within the scope of a research project, TPS grades with hardness down to 60 Shore A were developed, opening up new application areas for the filament-based process from soft and elastic printed parts to two-component objects with hard/soft combination.

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572
Polymerisierte Sojaöle als Weichmacher für EPDM

Durch Polymerisation von Pflanzenölen erhält man viskose Flüssigkeiten, die ggf. in bestimmten Gummisorten als Prozesshilfen und Weichmacher verwendet werden können und dort petrochemische Öle ersetzen. Vier polymerisierte Sojaöle mit unterschiedlichen Molekulargewichten zeigen in diesem Beitrag gute Verträglichkeit mit EPDM. Allerdings verringern sie aufgrund der vorhandenen Doppelbindungen und der Copolymerisation mit EPDM im Vergleich zu Paraffinöl die Netzwerkdichte im Vulkanisat. Dadurch führt die Verwendung von Sojaöl zu geringerer Zugfestigkeit und geringerem Modul, aber zu stärkerer Dehnung und Reißfestigkeit sowie einem höheren Druckverformungsrest. Ein höheres Molekulargewicht des Weichmachers sollte auch zu einem geringeren Ausschwitzen des Öls führen. Bei den in diesem Beitrag untersuchten Konzentrationen war reines Sojaöl nicht vollständig mit dem EPDM verträglich, zeigte aber einen starken Weichmachereffekt und führte zu einer deutlichen Verringerung von Zugfestigkeit, Reißfestigkeit und Modul und einer Zunahme von Dehnung und Druckverformungsrest. Es wurde kein eindeutiger Einfluss des Molekulargewichts der polymerisierten Sojaöle auf die Eigenschaften beobachtet. Eine Erhöhung des Schwefelanteils hatte positive Auswirkungen. Die Verwendung von polymerisierten Pflanzenölen anstelle von petrobasierten Weichmacherölen in EPDM ist ökonomisch und aus ökologischer Sicht wünschenswert. Das Vulkanisationssystem muss dann aber entsprechend angepasst werden, um den Verlust der Netzwerkdichte auszugleichen.


Polymerization of soybean oil produces higher viscosity liquids which may serve as processing aids and plasticizers in certain rubbers as a replacement of petrochemical oils. Four polymerized soybean oils of different molecular weights showed good compatibility with EPDM rubber but due to the presence of double bonds and copolymerization with EPDM, decreased the cross-linking density when compared with paraffinic extender oil. As a consequence, polymeric soybean oils reduced tensile strength and modulus but increased elongation, tear strength and compression set. Higher molecular weight plasticizers are expected to reduce sweating out of oils. Pure soybean oil was not completely compatible at the concentration tested but it showed strong plasticizing effect, dramatically lowered tensile strength, tear strength and modulus and increased elongation at break and compression set. No clear effect of molecular weight of polymerized soybean oils on properties was observed, but increasing sulfur content was found to be beneficial. Using polymeric vegetable oils instead of petrochemical extenders in EPDM rubbers is economical and environmentally desirable but the curing system requires optimization to accommodate loss of cross-linking density.

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582
Tissue Engineering einer vorderen Kreuzbandplastik auf der Basis resorbierbarer, gestickter Träger – Teil 1: Gestaltung einer mechanisch angepassten triphasischen Scaffoldstruktur

Der Ersatz des vorderen Kreuzbandes (engl.: anterior cruciate ligament, ACL) auf Basis eines mittels Tissue Engineering gewonnenen autologen Konstrukts könnte unter der Voraussetzung, dass es den biomechanischen Belastungen im Gelenk standhält, zukünftig im Vergleich zu stark limitierten autologen Standards bevorzugt werden. Hierzu ist eine für das Tissue Engineering geeignete Gerüststruktur (Scaffold) notwendig, die sowohl die biomechanischen als auch die biofunktionalen Anforderungen erfüllt. Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Paketprojektes (PAK731) wurden mittels Sticktechnik triphasische Scaffolds entwickelt, die den besonderen mechanischen Herausforderungen der drei Gewebezonen Knochen, Enthesis und Ligament entsprechen. Die Biofunktionalität wurde durch Modifikation der Fadenoberfläche und Beschichtung mit Kollagen erhöht und das Tissue Engineering mit unterschiedlichen Zelltypen in vitro unter verschiedenen Versuchsbedingungen getestet. Im ersten Teil dieses Beitrags wird die Gestaltung der Scaffoldstruktur und deren biomechanische Anpassung beschrieben, der zweite Teil widmet sich der Biofunktionalisierung und dem Tissue Engineering der Kreuzbandplastik.


The replacement of the anterior cruciate ligament (ACL) by a tissue engineering approach could be the favoured surgical practice in future superseding the transplantation of autologous tendons with limited availability. An essential requirement for the application is a sufficient biomechanical resistance as well as an adequate bio-functionality of the surrogate structure. A scaffolding structure was developed using embroidery technology, performing the mechanical challenges of the three tissue domains bone, enthesis and ligament in a joint venture project funded by the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (PAK731). Bio-functionality was enhanced by modification of the thread surface and by collagen coating. Tissue engineering was tested in vitro with different cell types and under various conditions. The first part of this article will describe the design of the scaffold structure and the biomechanical adaption, the second part will show results from the biological and tissue engineering approaches.

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588
Löslichkeit und Diffusivität von CO2 in Elastomeren mit CNTs in Verbindung mit deren Beständigkeit gegen schnelle Gasdruckentlastung

Um neue Elastomere für Hochdruck- und Hochtemperaturanwendungen entwickeln zu können, ist es essentiell, den Zusammenhang zwischen Elastomerstruktur und Elastomereigenschaften zu verstehen. Gleiches gilt, wenn Einsatztemperatur und Druckbereich für bestehende Elastomerprodukte in der Erdölförderung erweitert werden sollen. Die Fähigkeit eines Elastomers, ein Gas zu lösen und die Diffusion des gelösten Gases zu ermöglichen, ist der Schlüssel zum Verständnis des Zusammenhangs zwischen Elastomerstruktur, der Gasdruckentlastungsbeständigkeit und Dichtungseigenschaften. In diesem Beitrag werden Löslichkeit und Diffusivität (oder Diffusionseffizienz) von Kohlenstoffdioxid in hydrierten Acrylnitril-Butadien-Kautschuken (HNBR) und FKM-Elastomeren mit Kohlenstoffnanoröhrchen (CNT) nach einem gravimetrischen Verfahren bestimmt. Außerdem wurde die Rubotherm-Methode angewendet, um Löslichkeit und Quellung von HNBR in unterkritischem flüssigen und überkritischem CO2 abzuschätzen. Es konnte gezeigt werden, dass CNTs einen direkten Einfluss auf die CO2-Löslichkeit und -Diffusion und die mechanischen Eigenschaften der Elastomere haben und dadurch die Gasdruckentlastungsbeständigkeit der Elastomere verbessern.


Understanding the structure-property relationship of elastomers is of critical importance in developing next-generation elastomers for high-pressure, high-temperature (HPHT) applications and in extending the application temperature and pressure range of existing oilfield products. Gas dissolution and diffusion in elastomers are essential to understanding the relationship among elastomer structures, rapid gas decompression (RGD) resistance, and sealing performance. In this study, solubility and diffusivity (or diffusion efficiency) of carbon dioxide (CO2) in hydrogenated nitrile butadiene rubber (HNBR) and FKM elastomers comprising carbon nanotubes (CNT) were measured using a gravimetric method. The Rubotherm method was also used to estimate the solubility and swelling of HNBR in both subcritical liquid and supercritical CO2. It was demonstrated that CNT had a direct impact on CO2 solubility, diffusion, and mechanical properties of elastomers, hence improving the RGD resistance of the elastomers.

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Interview
601
LWB Steinl erweitert Geschäftsführung – Interview mit Reinhard Danzer, Co-Geschäftsführer von LWB Steinl

Am 3. Juli 2018 wurde Reinhard Danzer, der seit 2007 in der kaufmännischen Leitung von LWB Steinl tätig war, vom geschäftsführenden Gesellschafter Peter Steinl in die Position des Co-Geschäftsfürers der LWB Steinl GmbH & Co. KG sowie der STG Stanztechnik GmbH & Co. KG berufen. Darüber hinaus wird er als CFO weiterhin für den kaufmännischen Bereich der Firmengruppe verantwortlich bleiben. In seiner neuen Position stellte sich der neue Co-Geschäftsführer zum Interview.

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