PU Magazin

Issue 04 | 2017

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Editorial
215
Na, wie heißt denn Ihr Unternehmen heute?

„Die Erwartungen für Fusionen und Übernahmen (M&A) in der chemischen Industrie sind höher als je zuvor. Anfang des Jahres 2017 war der Auftragsbestand mit mehr als 300 Mrd. USD auf einem neuen Rekordniveau.“ [1]
„Globale M&A-Welle in der PU-Industrie: Im ersten Halbjahr 2016 florierten die globalen Fusionen und Übernahmen (M&A) in der chemischen Industrie... Diese Welle betrifft auch die Polyurethanindustrie.“ [2]
Es ist allgemein bekannt, dass getrieben durch z. B. wirtschaftliches Wachstum, Änderung gesetzlicher Regularien oder die Entwicklung neuer Technologien Fusionen und Übernahmen in Wellen auftreten [3]. Und mein Gefühl sagt mir, dass wir derzeit auf einer neuen Welle reiten, die radikale Veränderungen für die Unternehmenslandschaft der PU-Industrie mit sich bringt.
Viele Unternehmen wollen wachsen, sei es durch Akquisitionen, Ausweitung des Produktport­folios oder die Eroberung neuer Märkte. Das aktuelle Schlagwort heißt „Konsolidierung“ und globale Konzerne werden größer und größer, während kleinere Wettbewerber vom Markt verschwinden.
Aber wenn ich auf meine ca. 30 Jahre in der Industrie zurückblicke, dann fallen mir auch magere „M&A“-Jahre ein. Die Geschäfte liefen mäßig, Gewinne waren niedriger als erwartet und auf der Suche nach Lösungen war das Zauberwort „Spin-Off“. Weniger profitable Teile des Geschäftes oder Service-Funktionen wurden als eigenständige Firmen ausgegliedert. Die Folge war, dass globale Konzerne (gesund)schrumpften und kleine Unternehmen neu auf dem Markt auftauchten.
Und nicht überraschend: nach einigen Jahren begann das Spiel von neuem: ein natürlicher Kreislauf von Aufblähen und Gesundschrumpfen. Letztendlich ändert sich langfristig aber an dem Geschäft, in dem Sie tätig sind, nicht viel. Das Einzige, das sich immer schneller ändert, ist der Firmenname auf Ihrer Visitenkarte.
Als leidenschaftlicher Golfer kenne ich ähnliche „Wirtschaftszyklen“: In Zeiten, in denen ich mit dem Driver kein Fairway mehr treffe, bleibt als Lösung nur der Kauf eines neuen Drivers, der unter Berücksichtigung neuester Technologie gebaut wurde und mir weitere und genauere Abschläge ermöglicht. Und – auch wenn es überraschend scheinen mag – mit diesem Driver sind meine Abschläge tatsächlich besser (ein dreifaches Hoch auf den Placebo-Effekt). Aber nach einiger Zeit verblasst dieser euphorische Effekt und es wird Zeit, doch wieder den alten Driver auszuprobieren, der – wenn ich ehrlich bin – gar nicht mal so schlecht war. Bei diesem ebenfalls natürlichen Kreislauf wechselt zwar ständig mein Driver, aber ich brauche mir keine Sorgen zu machen: Mein lausiger Abschlag bleibt langfristig immer der Gleiche.

Ihr
Wolfgang Friederichs

[1] A.T. Kearney, “Chemicals Executive M&A Report 2017”
[2] PUdaily, “Polyurethane M&A Update”, 8. September 2016
[3] Martynova und Renneboog, “A Century of Corporate Takeovers: What Have We Learned and Where Do We Stand?”, 2005

Interview
230
„Mehr Wachstum, mehr Internationalität” – Interview mit Markus Eckert, Leiter des Lanxess-Geschäftsbereichs Urethane Systems

Im April 2017 hat der Spezialchemie-Konzern Lanxess die Übernahme des US-amerikanischen Unternehmens Chemtura, einem der global führenden Anbieter von Flammschutz- und Schmierstoffadditiven, erfolgreich abgeschlossen. Das Geschäft mit Polyurethanen ist neu für Lanxess und wird künftig in dem neu gegründeten Geschäftsbereich Urethane Systems geführt. Bei einem Besuch der Unternehmenszentrale in Köln hatten wir Gelegenheit, mit Markus Eckert über den Geschäftsbereich Urethane Systems zu sprechen.

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238
Dossier für ein Beschränkungsverfahren von Diisocyanaten – Interview mit Klaus Junginger, Geschäftsführer FSK, und Michel Baumgartner, Generalsekretär Europur & Euro-Moulders

Gegen Ende des Jahres 2016 legten die deutschen Behörden der Europäischen Chemikalien­agentur (ECHA), die für REACH zuständig sind, ein Beschränkungsdossier vor, in dem Risikomanagement-Maßnahmen zur Gewährleistung eines sicheren Umgangs mit Diisocyanaten am Arbeitsplatz vorgeschlagen wurden. Das Dossier fordert ein obligatorisches Ausbildungsprogramm für die industrielle und professionelle Verwendung von Diisocyanaten, erlaubt aber auch die Beantragung von Befreiungen von dieser Beschränkung. Das von Deutschland vorbereitete Dossier wird derzeit auf EU-Ebene erörtert und kann weiteren Änderungen unterliegen. Aus diesem Grund werden in dem folgenden Interview die Leitlinien des derzeit vorliegenden Entwurfs erörtert, wenn auch einige Aspekte des endgültigen Gesetzes geändert werden können. 

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Report
233
Kunststoff- und Gummi­maschinen­hersteller weiter im Aufwind – Positiver Ausblick auch für 2018

Wie der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im Verband Deutscher ­Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) berichtet, rechnen die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinen­bauer für das Jahr 2017 mit einer Steigerung der Umsätze um real 4 %. Für 2018 wird ein Plus von 3 % prognostiziert.

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242
Die bunte Welt von Repi – Werksführung am Hauptsitz von Repi in Lonate Ceppino, Italien

Bei einem Besuch im Hauptsitz von Repi in Lonate Ceppino, einem kleinen Dorf in der Nähe von Mailand, hatten wir die Möglichkeit, die Firma Repi näher kennenzulernen. Wir bekamen einige Einblicke in das Produktportfolio des Unternehmens, seine Produktionsstätten und die Art und Weise, wie Forschung und Entwicklung durchgeführt werden. Die Welt von Repi präsentierte sich von den Anwendungslaboren bis hin zur Produktionsfläche eindrucksvoll bunt.

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245
Schwingungsschutz für Windrad auf dem Eiffelturm – Getzner lagert Windgenerator auf 127 m Höhe

Ein Windrad auf dem Eiffelturm, das die erste Etage des französischen Wahrzeichens mit Strom versorgt, ist auf elastischen Sylodyn-Polyurethan-Elementen der österreichischen Fa. Getzner Werkstoffe GmbH gelagert. Die Maßnahme verhindert, dass sich störende Vibrationen auf die Dachterrasse des Eiffelturm-Restaurants übertragen.

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246
Verarbeitung von Polyurethanen mit Hilfe der Additiven Fertigung – Das Liquid Additive Manufacturing (LAM) macht es erstmals möglich

Im vergangenen Jahr hat die Firma German RepRap eine neue Technologie entwickelt, mit der erstmalig auch Silicone in der Additiven Fertigung verarbeitet werden können – das Liquid Additive Manufacturing, kurz LAM. Auf Basis dieser Technologie wurde in Kooperation mit der Firma ebalta Kunststoff GmbH nun auch die Verarbeitung von einem weiteren Material, einem Polyurethan (PU) möglich gemacht.

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257
Industrie 4.0: Fecken-Kirfel begegnet der Konfusion mit Digitalisierung – Eine Einordnung der aktuellen Produktionsweise des Schneidmaschinen-Herstellers

Im Editorial von PU Magazin 04/2016 stellt Chefredakteur Wolfgang Friederichs fest, dass die Begriffe rund um Industrie 4.0 zwar inflationär verwendet, aber nicht eindeutig benutzt werden. Wie so oft bei intensiv diskutierten Themen liegen zahlreiche Definitionen vor, die zusammen eher Verwirrung stiften, als dass sie benennen, worum es genau geht. Am Beispiel der eigenen Produktionsmöglichkeiten greift der Schneidmaschinen-Hersteller Fecken-Kirfel die im Editorial angeführten Ansätze zur Industrie 4.0 noch einmal auf und ordnet darüber seinen Digitalisierungsgrad ein. Mit dem digitalen Softwarepaket MyFoamPlant findet bereits eine umfangreiche Erfassung und Auswertung von Produktionsdaten statt. Dieser Beitrag beschreibt, wie die Produktionsprozesse bei Fecken-Kirfel zu den verschiedenen Ansätzen der Industrie 4.0 passen.

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Article
234
Der europäische Weichschaummarkt 2016

Laut Ergebnissen einer Datenanalyse von Labyrinth Research & Markets Ltd, die im Auftrag von Europur erstellt und auf der letzten Europur und Euromoulders Generalversammlung (7. - 8. Juni 2017) in Mailand, Italien, präsentiert wurde, lag die Gesamtproduktion von ­PU-Weichschaum in den 28 EU-Mitgliedsstaaten, Norwegen, Schweiz, Albanien, Weißrussland, Bosnien, Kasachstan, Kosovo, Serbien, Mazedonien, Ukraine, Russland und der Türkei bei knapp über 1,7 Mio. t im Jahr 2016. Von der Gesamtproduktion an PU-Weichschaum waren 1,24 Mio. t Polyether-Blockschaum und 75 000 t Polyester-Blockschaum.

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250
Trennmittel: Aktuelle Herausforderungen bei der Herstellung von Lenkrädern

Die heutigen Anforderungen an die polyurethanverarbeitende Industrie stellen die Hersteller vor immer neue Herausforderungen. Bedingt durch neue Umweltauflagen und Technologiewechsel sind speziell Produzenten in der Automobilindustrie verpflichtet sich den neuen Anforderungen anzupassen. Als zuverlässiger Lieferant für Trennmittel gehört es für Acmos zu den obersten Leitlinien diese Herausforderungen zusammen mit Kunden und Verarbeitern zu meistern. Daraus resultierte die Entwicklung neuer Reinigungsmedien, die nach GHS (Globally Harmonised System) lediglich als „reizend“ (GHS07) klassifiziert sind. Gemäß Rückmeldung diverser Tier 1 Supplier bietet diese neue Reinigergeneration eine identische, teilweise sogar bessere Performance als man dies z. B. von NEP-haltigen Reinigern gewohnt war.

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254
Innovative TPU-Materialien für die Kabelindustrie

In diesem Artikel wird über neuartige TPU-Materialien für die Kabelindustrie und deren ­Eigenschaften berichtet, die in den CNAS-zertifizierten Labors von Wanhua in einer Reihe von ASTM-Tests geprüft und jeweils mit Standardprodukten verglichen wurden.

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260
Die Rolle verschiedener Rohstoffe bei der Anpassung physikalischer Eigenschaften von viskoelastischen PU-Weichschäumen

Viskoelastischer Polyurethanweichschaum, der oft auch Memory-Schaum genannt wird, wird hauptsächlich in Matratzen, Wohn- und Büromöbeln verwendet, auch wenn dieser spezielle Schaumtyp mittlerweile zunehmend Einzug in Automobilanwendungen findet. Viskoelastische Schäume zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine geringe Rückprallelastizität besitzen. Wird ein viskoelastischer Polyurethanschaum komprimiert, erholt er sich nur langsam und weist eine große Hysterese auf. Viskoschäume können mit MDI, TDI 65, TDI 80 oder auch mit Mischungen der verschiedenen Isocyanate hergestellt werden. Formulierungen, die auf TDI 80 basieren, führen häufig zu Schäumen mit geschlossener Zellstruktur, wohingegen Schäume, die TDI 65 und MDI als Isocyanatkomponente enthalten, meist offenzellige Schaumstrukturen aufweisen. Die Zellstruktur viskoelastischer Schäume ist maßgeblich für deren Eigenschaften verantwortlich. Zellfeinheit und Porosität bestimmen die Intensität zweier wichtiger viskoelastischer Größen, dem pneumatischen Viskoeffekt und dem Adhäsionseffekt. Die wichtigste Größe jedoch, die viskoelastisches Verhalten beeinflusst, ist die Glasübergangstemperatur. Diese wird hauptsächlich durch die verwendeten Polyolmischungen bestimmt. Durch das gezielte Regulieren der Glasübergangstemperatur können auch andere physikalische Eigenschaften wie Härte oder Druckverformung individuell angepasst werden. In diesem Beitrag werden die verschiedenen Mechanismen erläutert, die für Viskoelastizität in Polyurethanschäumen verantwortlich sind, und es wird der Einfluss verschiedener Rohstoffe auf das viskoelastische Verhalten von Weichschäumen beschrieben. So werden Wege aufgezeigt, wie Viskoeigenschaften und andere physikalische Eigenschaften kontrolliert und bei Bedarf individuell eingestellt werden können.

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270
Wasserlösliche wismutbasierte Katalysatoren mit bemerkenswerter Aktivität und Lagerstabilität

Seit Jahrzehnten interessiert sich die PU-Industrie für wismutbasierte Katalysatoren wegen ihrer geringen Toxizität. Trotzdem haben sich diese Verbindungen bisher nicht im Markt durchsetzen können, unter anderem aufgrund ihrer Unverträglichkeit mit wasserbasierten Harzen für Lacke, Beschichtungsmassen und vor allem Schaumstoffe. Metallkatalysatoren sind wieder neu in den Mittelpunkt des Interesses gerückt aufgrund von Umweltbedenken und gesetzlicher Verordnungen bezüglich HFKW, die bei der Entwicklung neuer Formulierungen nicht mehr in Betracht kommen, sondern häufig durch HFO ersetzt werden. Dadurch wird nämlich die Verwendung von Metallkatalysatoren nötig, um ausreichend schnelle Abbindezeiten zu erreichen. Mit den neuen Wismutkatalysatoren BiCat 8840 und BiCat 8842 von Shepherd Chemical lassen sich die erforderlichen kurzen Abbindezeiten in allen HFO-getriebenen Polyurethananwendungen, auch in Sprühschäumen, erreichen und gleichzeitig werden die Einhaltung aller Verordnungen, sichere Arbeitsbedingungen und vernachlässigbare Umweltbelastungen sichergestellt. Das wurde durch eine neue Metall-Ligand-Technologie unter Anwendung sowohl einer ausgewogenen Säure-Base- als auch Koordinationschemie ermöglicht. Im vorliegenden Aufsatz werden VOC-Werte sowie Reaktivitäten (Start-, Abbinde- und Klebfreizeit) der neuen Katalysatoren mit denen anderer Metallkatalysatoren verglichen. Des Weiteren werden Steigprofile, Schaumstoffeigenschaften wie Dichte und Wärmeleitfähigkeit untersucht. Die Zwischenergebnisse der noch laufenden Lagerstabilitätsmessungen werden ebenfalls vorgestellt.

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276
Prozessuntersuchungen zur Herstellung neuartiger Sandwichstrukturen im Polyurethan-Sprühverfahren

Branchenübergreifend ist der Bedarf nach effizienten sowie serientauglichen Fertigungsverfahren zur Herstellung von Leichtbaustrukturen ungebrochen groß. In diesem Zusammenhang gewinnen Sandwichstrukturen mit Decklagen aus faserverstärkten Kunststoffen zunehmend an Bedeutung. Wissenschaftler des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden entwickelten ein einstufiges Verfahren zur effizienten Herstellung von Sandwichstrukturen in einem Polyurethan-Sprühverfahren. Hierbei wird der Expansionsdruck schäumbaren Polyurethans zur Imprägnierung textiler Verstärkungshalbzeuge genutzt, um sowohl die Deckschichten als auch die Kernlage der Sandwichstruktur simultan und endkonturnah zu fertigen. Umfassende Untersuchungen zeigen nun den Einfluss prozesstechnologischer Parameter auf die resultierende Verbundqualität.

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