PU Magazin

Issue 04 | 2019

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Editorial
183
Kunststoffverpackung = Teufelszeug, oder?

Schon wieder ein Wal angeschwemmt mit einem Bauch voll Folien – also doch Teufelszeug. Aber wieviele Lebensmittel sind vor dem Verderb geschützt worden, gerade in den warmen Ländern und haben somit bei der Welternährung geholfen. Und diese Aufgaben hat die Kunststoffverpackung auch in Zukunft.

Aber, der Abfall ist ungeheuer und verrottet nicht, denn die Chemiker haben ja die Kunststoffe stabil und beständig gemacht, damit der Schutz dauerhaft ist.

Ich bin in meiner Jugend als Arbeiter auf einem deutschen Frachter über den Atlantik gefahren. Am Heck des Schiffes hing außenbords ein großer Leinensack – Durchmesser ca. 1 m und 5 m lang – der unten zugebunden war. In diesen Sack wurde der gesamte Abfall gekippt, auch der der Küche (was meine Aufgabe war). Wenn wir dann auf hoher See waren, wurde der Sack unten geöffnet und der gesamte Mist ergoss sich ins Meer. Obwohl es heute schon Kreuzfahrtschiffe gibt, die ihren Müll noch an Bord sortieren und dann an Land bringen, werden noch immer Abfälle auf hoher See „entsorgt“. Ich kann mir denken, dass die Fische so genug Folien zu fressen bekommen.

Die angeschwemmten Abfälle werden von vielen Menschen mit großem Fleiß gesammelt und sortiert, geschreddert und zu Bodenplatten verpresst. Eine andere „Manufaktur“ gestaltet aus angeschwemmten Flipflops kleine Kunstwerke. PET-Flaschen werden zerkleinert und zu Fäden versponnen. Haben Sie auch einen Pulli, der vorher eine Flasche war? Aus PET-Abfällen werden aber auch Polyole gewonnen, die zur Herstellung von PU-Schäumen verwendet werden.

Aber es gibt noch andere Verwendung für Flaschen. In einigen Schwellenländern werden Häuserwände aus Kunststoffflaschen gebaut, die, da sie mit Luft gefüllt sind, gut isolieren. Im Gartenschaugelände in Taipeh ist der „EcoArk-Pavillon“ so gebaut.

Zwei Kanadier, der Segler David Katz und sein Geschäftspartner Shaun Frankson, haben auf Haiti die „Plastic Bank“ gegründet (www.plasticbank.com). Sie nehmen von Einheimischen gesammelte Kunststoffabfälle und bezahlen die Menschen mit Lebensmitteln, Kleidung und Hausgeräten. Die Kunststoffabfälle werden recycelt und an Kunststoffverarbeiter verkauft. Henkel hat z. B. mit Plastic Bank eine Kooperation abgeschlossen und nimmt diese Abfälle auf.

Das alles sind Möglichkeiten, die angewendet werden, wenn der Abfall schon angefallen ist. Besser wäre es jedoch ihn zu vermeiden oder zu reduzieren.

Hierzu meine Vorschläge:

1. Die Verpackungen müssen so gestaltet werden, dass sie mehrfach ohne Schaden zu gebrauchen sind;
2. die Verpackungen müssen teurer werden – drastisch teurer – und der Konsument muss sie bezahlen. Dann kann er entscheiden, ob er auf die Verpackung verzichtet oder sie mehrfach benutzt. Und schließlich kann er sie sammeln und an einen Altstoffhändler verkaufen. (Wir haben im Krieg alte Zeitungen gesammelt und daraus ein Taschengeld erlöst.) Und das System funktioniert ja schon bei den Getränkeflaschen, die gegen Geld zurückgegeben werden können.
3. Alle Schiffe, ob Frachter oder Passagierschiffe, müssen Container haben, in denen die Abfälle gesammelt und an Landstationen entladen werden können. Aber – und das ist wichtig – die Schiffsbesatzungen sollen für die Abladung nicht bezahlen, sondern sie sollen dafür bezahlt werden. So wird ein Anreiz geschaffen, allen Abfall zu sammeln und abzugeben.

Wenn das alles gelingt, kommt vielleicht auch mal ein Wal an den Strand und bedankt sich für das saubere Meer.

Ihr Heinz Gupta

Report
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K 2019 - Vorbericht

Vom 16. bis 23. Oktober 2019 begrüßt die K 2019 die internationale Kunststoff- und Kautschukindustrie auf dem Messegelände in Düsseldorf. Zum 26. Juni 2019 umfasste das Ausstellerverzeichnis 3 157 Unternehmen aus 60 Ländern. Die größte Gruppe der Aussteller kommt wie gewohnt aus Europa, v. a. aus Deutschland (915), Italien, Österreich, der Schweiz, Frankreich und der Türkei, aber es gibt auch in diesem Jahr eine große Anzahl von Teilnehmern aus den USA. Gleichzeitig ist die Zahl der asiatischen Unternehmen und der von ihnen gebuchten Ausstellungsfläche stetig angestiegen; 2019 kommen besonders viele aus China, Taiwan, Indien, Japan und Südkorea. Der Veranstalter, die Messe Düsseldorf, erwartet über 200 000 Besucher aus über 100 Ländern.

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Wert erhalten und Ressourcen sparen – Kreislaufwirtschaft ist ein „Hot Topic“ der K 2019

Wie die Messe Düsseldorf GmbH berichtet, sind Produkte aus Kunststoff aus kaum einem Lebensbereich mehr wegzudenken. Kunststoffverpackungen verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln, Kunststoffteile im Auto machen es leichter und senken dadurch den CO2-Ausstoß. In der Medizin stellen sie ein Höchstmaß an Hygiene und damit Sicherheit her. Trotz seiner vielen Vorteile ist der wichtige Grundstoff aber seit einiger Zeit in Misskredit geraten – wegen des Kunststoffabfalls, der ganze Landstriche vermüllt und in riesigen Teppichen auf den Weltmeeren schwimmt. Aber dieses Problem ist lösbar. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Kreislaufwirtschaft ein, die auch ein „Hot Topic“ der K 2019 sein wird.

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BBG feierte mit Innovationstag sein 20-jähriges Firmenjubiläum

Rund 100 Gäste und Partner aus Europa, Asien und Nordamerika feierten im Mai 2019 mit einem Innovationstag das 20-jährige Bestehen des Werkzeug-, Maschinen- und Anlagenbauers BBG GmbH & Co. KG. Der Spezialist für die kunststoffverarbeitende Industrie mit Schwerpunkt Polyurethan und Composites präsentierte bei der Veranstaltung am Unternehmenssitz in Mindelheim zahlreiche Neuheiten. Zusammen mit seinen Partnern bot BBG außerdem ein umfangreiches Vortragsprogramm, u. a. mit Präsentationen und Ausstellungen von BASF, der Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV, Hennecke, Lufttechnik Bejbl und Stäubli.

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Wachstumsmarkt: Einsatz nachwachsender Rohstoffe für aliphatische PU-Beschichtungen mit hoher UV-Beständigkeit

Schon seit längerem zeichnet sich ein nachhaltiger Markttrend ab: Nicht nur in Europa, vielmehr weltweit werden biobasierte Beschichtungen mehr und mehr eingesetzt. Im Vorfeld einer Konferenz zu biobasierten Beschichtungen konnten Besucher sich für einen entsprechenden Workshop bei der Alberdingk Boley GmbH im Center für Forschung und Entwicklung anmelden. Die Veranstaltung war sehr schnell ausgebucht und zeigte das enorm große Interesse an Polyolen auf Basis nachwachsender Rohstoffe.

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Von Leder zu intelligenten Lösungen – Zahnriemen aus Gummi und Polyurethan sowie Zugstränge aus Carbon ermöglichen Fortschritt der Industrie

Continental hat seit 120 Jahren die Geschichte des Antriebsriemens und damit den Fortschritt der Industrie maßgeblich geprägt. Aus dem Jahr 1899 datiert die Anmeldung zur Marke Continental u. a. für Antriebsriemen. Mit einem einfachen Keilriemen fing alles an. Seitdem entwickelt und produziert das Unternehmen Riemen, die in nahezu jeder Industrie weltweit – von Motorrad über den Automobil- und Maschinenbau, bspw. für Landmaschinen, bis hin zu Aufzügen – für den nötigen Antrieb sorgen. Stetig entwickelt das Unternehmen die Materialien, Produkte und Produktionsprozesse weiter. „Aktuell arbeiten unsere Ingenieure am intelligenten Antriebsriemen, mit eingebauter Sensorik. Digitalisierung und Vernetzung leiten die nächste Ära in der Antriebsriementechnologie ein“, so Claudia Holtkemper, die den Geschäftsbereich für Antriebsriemen bei Continental leitet.

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Von der Idee zum Serienbauteil in Rekordzeit – Optimierung keramischer Industriefilter mittels Polyurea im Hennecke-Techcenter

Mit einer ungewöhnlichen Aufgabenstellung nahm die Fa. Nanostone Water GmbH, Halberstadt, Mitte 2016 Kontakt zum Polyurethanspezialisten Hennecke GmbH auf. Die Stirnseite eines keramischen Industriefilters sollte mit Polyurethan bzw. Polyurea versiegelt werden. Der folgende Bericht zeigt, wie ein keramischer Industriefilter mit Polyurea beschichtet und in enger Zusammenarbeit der beiden Unternehmen im Hennecke-Techcenter in Sankt Augustin zur Serienreife gebracht wurde.

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Position der ArGeZ zur Zukunft der Mobilität – Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie für Technologieoffenheit bei der Förderung neuer Antriebstechnologien

Nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) muss der Verkehrssektor durch den Einsatz deutlich emissionsärmerer Antriebstechnologien spürbar CO2-Emissionen einsparen. Hier böten sich beim Individualverkehr neben der batterieelektrischen Antriebstechnologie auch der Einsatz von E-Fuels und effizienter Verbrennungsmotoren an. Noch sei unklar, welche Antriebstechnik zukünftig die Technik der Wahl sein werde und ob es überhaupt eine einzige Technik geben werde.

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Interview
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VDMA: Circular Economy im Fokus auf der K 2019 – Interviews mit Ulrich Reifenhäuser, CSO, Reifenhäuser Gruppe und Thorsten Kühmann, Geschäftsführer, VDMA-Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) stellt die Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt seines Messeauftritts auf der K 2019 und zeigt dort, wie ein solcher Kreislauf funktionieren kann. Warum er das tut und welche Bedeutung die „Circular Economy“ für Mitgliedsunternehmen des VDMA-Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen hat, beleuchten die folgenden Interviews mit Ulrich Reifenhäuser als Vorstandsvorsitzender und Thorsten Kühmann als Geschäftsführer des Fachverbandes.

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Article
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Untersuchung der Verbundhaftung zwischen spritzgegossenen TPUs und einer reaktiven, gießfähigen Polyurethanmasse – Anwendungen, Prozessabläufe und Ermittlung von Verbundfestigkeiten

Polyurethane bilden eine der vielseitigsten Werkstoffgruppen innerhalb der kunststoffverarbeitenden Industrie. Ihre Anwendungsgebiete finden sich in einer Vielzahl von technischen und alltäglichen Produkten wieder. Eine spezielle Nischenanwendung, welche bereits seit längeren am Markt verfügbar ist, bilden Zweikomponenten-Kunststoffsiebe welche thermoplastische Polyurethane (TPU) mit den reaktiven und gießfähigen Polyurethanmassen (2K-PU-System) vereinen. Die TPU-Siebeinsätze haben die Funktion einer Klassierung und Entwässerung des Siebgutes, während die PU-Masse als Verbund- und Trägermaterial dient. Polyurethane weisen im Vergleich zu anderen weichen Kunststoffen aus dem Segment der thermoplastischen Elastomere (TPE) eine besonders hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber der abrasiven Medien in der recycling-, naturstein-, chemie- und holzverarbeitenden Industrie auf, weshalb diese vorrangig in den Kunststoffsieben zum Einsatz kommen. Um die Verbundhaftung dieser zwei Weichkomponenten (TPU/PU) zu quantifizieren wird innerhalb dieser Abhandlung die Entwicklung einer Herstell- und Prüfsystematik aufgezeigt, da es für einen Weich-Weich-Verbundwerkstoff keine geeignete Prüfrichtlinie gibt. 

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Neue chemische Konzepte für Isolationsschäume in Kühl- und Gefriergeräten mit verbesserten Entformeigenschaften

Angesichts des steigenden Wettbewerbsdrucks am Markt für Haushaltsgeräte müssen Hersteller von Kühl- und Gefriergeräten sich den verändernden Energiestandards ebenso stellen wie dem Kosten-, Qualitäts- und Produktivitätsmanagement in ihren Produktionsstätten. Dabei müssen sie insbesondere ihre Produktivität verbessern und Durchlaufzeiten in der Produktion der Geräte verringern, um die Kapazitätsauslastung ihrer Anlagen zu maximieren. Die Entwicklung von Polyurethan-Dämmschaum mit kürzeren Entformzeiten unterstützt die Hersteller bei der Bewältigung dieser Herausforderungen. Dank der Optimierung von Additiv- und Katalysatorpaketen sowie der Verbesserung von Verarbeitungstechnologien konnten bereits erhebliche Fortschritte bei der Reduktion der Entformzeit gemacht werden, die nun jedoch mit Hilfe neuer chemischer Verfahren noch weiter verkürzt werden soll. Neue Polyole und Isocyanate von Covestro zur Entwicklung maßgeschneiderter Polyurethanschaumsysteme sollen den Bedarf der Hersteller nach Systemen mit kürzerer Entformzeit decken. Die innovative Technologie ermöglicht Herstellern die Produktion von Geräten mit verbesserter Produktionseffizienz, ohne dabei die Energieeffizienz oder andere wichtige Qualitätsparameter der Kühlgeräte zu beeinträchtigen. Die innovativen Lösungen von Covestro unterstützen Haushaltsgerätehersteller dabei, einigen der größten Herausforderungen der Branche zu begegnen. Covestro wird diese innovativen Lösungen nun auf den Markt bringen und damit seiner Selbstverpflichtung nachkommen, der Gesellschaft zu nutzen, Umweltauswirkungen kontinuierlich zu reduzieren und dabei Kunden einen Mehrwert zu bieten.

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Blähgraphit: Perfekter Flammschutz für Polyurethan

Mit Blähgraphit als Flammschutzmittel können Polyurethanformteile höchste Brandschutzanforderungen erfüllen. Die Scherempfindlichkeit des Materials erfordert es allerdings, die mechanischen Belastungen während der Verarbeitung auf ein Minimum zu reduzieren. Daher empfiehlt sich eine entsprechende Anpassung der Dosier- und Mischtechnik.

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