- Verfasst am 08.04.2014 - Wirtschaft
- Sie haben folgende Optionen:
Lanxess legt Bilanz für das Geschäftsjahr 2013 vor
Der Umsatz von Lanxess im Geschäftsjahr 2013 ging gegenüber dem Vorjahr um rd. 9 % auf 8,3 Mrd. EUR zurück. Maßgeblich für diese Entwicklung waren hauptsächlich niedrigere Verkaufspreise im Segment Performance Polymers, bedingt durch rückläufige Rohstoffpreise sowie durch die herausfordernde Wettbewerbssituation. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging im Jahresvergleich um 40 % auf 735 Mio. EUR zurück, und lag damit innerhalb der prognostizierten Bandbreite von 710 – 760 Mio. EUR. Ursächlich waren u. a. ein produktionsbezogener Kostenanstieg und negative Währungseffekte. Leicht gestiegene Absatzmengen konnten den Rückgang des Ergebnisses nicht kompensieren. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen im Konzern lag bei 8,9 % nach 13,4 % im Vorjahr.
Außerplanmäßige Abschreibungen in den Segmenten Performance Polymers (Business Units Keltan Elastomers und High Performance Elastomers) und Performance Chemicals (Business Unit Rubber Chemicals) von 257 Mio. EUR sowie vorgezogene Sonderaufwendungen von etwa 30 Mio. EUR im Rahmen des Effizienzprogramms „Advance” belasteten das Konzernergebnis im vierten Quartal. Sie führten zu einem Konzernverlust im Gesamtjahr von 159 Mio. EUR. Im Vorjahr betrug das Konzernergebnis 508 Mio. EUR.
Die Auszahlungen für Investitionen sanken auf 624 Mio. EUR, nach 696 Mio. EUR im Vorjahr. Der operative Cashflow lag geschäftsbedingt mit 641 Mio. EUR um 197 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres. Die Nettofinanzverbindlichkeiten erhöhten sich im Jahresvergleich um 248 Mio. EUR auf 1,7 Mrd. EUR. Im vierten Quartal konnte jedoch die Nettoverschuldung im Vergleich zum Vorquartal um 91 Mio. EUR gesenkt werden.
Geschäftsentwicklung in den Regionen
Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik blieb mit einem Minus von etwa 3 % auf 2,1 Mrd. EUR nahezu stabil. Dabei erzielten die Segmente Performance Polymers und Performance Chemicals ein operatives Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnete der Konzern im chinesischen Wirtschaftsraum. Dort überschritt Lanxess wie auch im Vorjahr die Umsatzschwelle von 1 Mrd. EUR. Der Anteil der Region Asien/Pazifik am Konzernumsatz erhöhte sich auf 26 %.
Der Umsatz in der Region EMEA (ohne Deutschland) ging um rd. 5 % auf 2,4 Mrd. EUR zurück. Der Anteil am Konzernumsatz stieg auf 29 %. In Deutschland erwirtschaftete Lanxess mit rd. 1,5 Mrd. EUR einen Umsatz, der um fast 8 % niedriger als im Vorjahr war. Der Anteil von Deutschland am Konzernumsatz lag bei 17 %. Der Umsatz in Nordamerika lag mit 1,3 Mrd. EUR um rd. 17 % unter dem Wert des Vorjahres und hatte damit einen Anteil am Konzernumsatz von 16 %. In der Region Lateinamerika gingen die Umsätze um fast 19 % auf rd. 1 Mrd. EUR zurück. Der Anteil am Konzernumsatz sank auf 12 %. In den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) sanken die Umsätze um rd. 7 % auf 2 Mrd. EUR. Der Anteil am Konzernumsatz blieb bei 24 %.
Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Das Segment Performance Polymers verzeichnete im Berichtsjahr mit rd. 13 % einen deutlichen Umsatzrückgang auf rd. 4,5 Mrd. EUR. Ein anhaltend schwieriges Marktumfeld sowie stark gesunkene und volatile Einstandspreise für Rohstoffe, insbesondere für Butadien, führten zu einem negativen Preiseffekt von 15 %. Negative Wechselkurseffekte belasteten zusätzlich. Die Absatzmengen stiegen um rd. 4 %, teilweise bedingt durch Kapazitätserweiterungen in den Business Units Butyl Rubber und High Performance Materials.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments verringerte sich um rd. 52 % auf 389 Mio. EUR. Neben rückläufigen Verkaufspreisen und negativen Wechselkurseffekten beeinträchtigten zusätzlich Vorratsabwertungen, Bestandsabbau sowie Anlaufkosten für die neue Butylkautschuk-Anlage in Singapur das Ergebnis.
Die Umsätze des Segments Advanced Intermediates lagen 2013 mit 1,6 Mrd. EUR leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Eine Steigerung der Verkaufspreise glich den leichten Rückgang der Absatzmengen aus, während die Entwicklung der Wechselkurse das Ergebnis belastete. Insbesondere das Geschäft mit Produkten für die Agrochemie zeigte sich in beiden Business Units des Segments stabil.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um rd. 6 % auf 286 Mio. EUR. Höheren Verkaufspreisen sowie Rohstoffkostenentlastungen standen niedrigere Absatzmengen, höhere Fertigungskosten sowie negative Wechselkurseffekte gegenüber.
Die Umsätze im Segment Performance Chemicals verringerten sich im Geschäftsjahr 2013 leicht um rd. 3 % auf 2,1 Mrd. EUR, resultierend vor allem aus nachteiligen Währungseffekten von 3 % sowie leicht negativen Preis- und Mengeneffekten.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging gegenüber dem Vorjahr um rd. 18 % auf 231 Mio. EUR zurück. Neben rückläufigen Absatzmengen, niedrigeren Verkaufspreisen und nachteiligen Wechselkursen belasteten insbesondere gestiegene Fertigungskosten sowie leicht höhere Einstandspreise für Rohstoffe das Ergebnis.
Effizienzsteigerungsprogramm „Advance“
Im Rahmen des Effizienzsteigerungsprogramms „Advance“ haben bereits rd. 730 Mitarbeiter weltweit das Angebot des Konzerns angenommen, über Vorruhestandsregelungen oder Abfindungen das Unternehmen bis einschließlich 2015 freiwillig zu verlassen. 2013 fielen dafür rd. 110 der geplanten 150 Mio. EUR Sonderaufwendungen an. Ab dem Jahr 2015 erwartet Lanxess Einsparungen von jährlich rd. 100 Mio. EUR.
Weiterhin hat Lanxess sein 100%iges Tochterunternehmen Perlon-Monofil an die Serafin Unternehmensgruppe mit Sitz in München verkauft.
Ausblick
Lanxess rechnet damit, dass die Marktsituation für synthetischen Kautschuk angesichts der Wettbewerbs- und Kapazitätssituation auch im Gesamtjahr 2014 herausfordernd bleibt. Die Wechselkurse, insbesondere der US-Dollar, werden sich voraussichtlich weiterhin volatil entwickeln. Das gleiche gilt für die Rohstoffkosten, wenn auch auf vergleichsweise moderatem Niveau.
Das Ergebnis für das erste Quartal 2014 wird darüber hinaus durch die Auswirkungen eines Streiks im belgischen Zwijndrecht beeinträchtigt. Seit etwa drei Wochen ruht dort die Produktion in der Butylkautschuk-Anlage.
Für das Gesamtjahr erwartet Lanxess ein leicht verbessertes EBITDA vor Sondereinflüssen, allein aufgrund des Wegfalls von Einmaleffekten, selbst wenn die Verkaufspreise auf niedrigem Niveau bleiben sollten.
Für das laufende Jahr plant Lanxess Investitionen auf dem Niveau des Vorjahres. Der wesentliche Teil wird auf den Bau der World-Scale-Anlage für den Kautschuk Nd-BR (Neodymium-basierter Butadien-Kautschuk) in Singapur sowie auf die Errichtung der Anlage für den Kautschuk EPDM in China entfallen. Beide Anlagen sollen 2015 in Betrieb gehen. Weiterhin wird im dritten Quartal des laufenden Jahres eine World-Scale-Anlage für Polyamid-Kunststoffe im belgischen Antwerpen die Produktion aufnehmen. Ab dem Geschäftsjahr 2015 sollen die Investitionen deutlich sinken und hauptsächlich für die Erweiterung und Instandhaltung von bestehenden Anlagen genutzt werden.
Eine Präzisierung des Ausblicks für das laufende Geschäftsjahr wird Lanxess traditionell mit dem Bericht zum ersten Quartal am 8. Mai 2014 vornehmen.
Sie sind neu hier? Sie wollen immer auf dem Laufenden bleiben?
Dann abonieren Sie doch einfach unsere RSS Feeds und verpassen Sie nie wieder Nachrichten.

Mehr Nachrichten finden Sie im Archiv
Fachveranstaltungen für und mit den Kunden sind schon lange ...
Styron wird nach eigenen Angaben seine Produktionsanlage für ...
Aus einem Formular „12b-25 – Notification of Late Filing” ...
Zu den diesjährigen Arburg Technologie-Tagen fanden sich vom ...
Fachveranstaltungen für und mit den Kunden sind schon lange ...
Styron wird nach eigenen Angaben seine Produktionsanlage für ...
Lanxess erhöht die Preise für ...
Lanxess erhöht die Preise für ...
Fachveranstaltungen für und mit den Kunden sind schon lange ...
Styron wird nach eigenen Angaben seine Produktionsanlage für ...
Aus einem Formular „12b-25 – Notification of Late Filing” ...
Mit sofortiger Wirkung erhöht BASF ihre Verkaufspreise für ...
