• Verfasst am 05.01.2010 - Wirtschaft
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Wachstumsmarkt WPC

Dritter Deutscher WPC-Kongress kann sich mit ca. 300 Teilnehmern aus 26 Ländern und 30 Ausstellern als europäischer Leitkongress der Branche weiter etablieren.

Produzenten, Maschinenbauer und Additivhersteller trafen sich am 2. und 3. Dezember in Köln, um sich über aktuelle Marktentwicklungen und Techniktrends zu informieren und auszutauschen. Neben den Entwicklungen im deutschsprachigen Raum lag dieses Jahr ein Schwerpunkt auf China. In einer eigenen Session stellte sich die chinesische WPC-Industrie vor.

Weltweit werden heute bereits mehr als 1,5 Mio. t WPC produziert, vor allem in Noramerika (ca. 1 Mio. t), China (200.000 t), Europa (170.000 t) und Japan (100.000 t). In Europa ist Deutschland mit über 70.000 t der führende Produzent und zudem der führende Maschinebauer.

Wichtigste Anwendungen sind in Deutschland die Automobilindustrie (Innenraum) sowie der Bereich „Decking“, dies sind Bodenbeläge, vor allem für den Außenbereich (Terrassen, öffentliche Plätze), die sich zunehmend als Alternative zu Tropenhölzern etablieren und deren Absatzvolumen jährlich zweistellig wächst.

Referenten aus Industrie und Forschung zeigten aber viele neue Anwendungen, die in den nächsten Jahren für zusätzliches Wachstum sorgen werden, so z.B. Betonschalungsplatten, Containerböden und Fassadenplatten.

Noch vielfältiger sind die Anwendungen in China. Hier werden bereits Fenster, Türen, Fassadendämmsysteme, Parkbänke, Gartenhäuser und Sonnenlamellen an Hochhäusern aus WPC gefertigt. Als Rohstoffe kommen neben Holzmehl auch andere cellulosehaltige Agrarnebenprodukte zum Einsatz. Das Wachstum liegt in China bei 30% pro Jahr und bis zum Jahr 2015 soll die WPC-Produktion auf 5 Mio. t/Jahr wachsen.

Innovationspreise

Ein Höhepunkt war die Vergabe des WPC-Innovationspreises, der weitere neue Anwendungen offenbarte. Um den WPC-Innovationspreis 2009, der von der Firma Reifenhäuser gesponsert wurde, hatten sich 15 Unternehmen beworben, die 2009 ein neues WPC-Produkt auf den Markt gebracht hatten.

Eine Jury aus Sponsoren, Partnern des Kongresses und Mitarbeitern des nova-Instituts nominierte drei Unternehmen für den Preis. Auf dem Kongress stellte jedes Unternehmen sein Produkt in einem Kurzvortrag vor, anschließend wählte das Publikum den Sieger:

WPC-Innovationspreis 2009:

Der 1. preis ging an den ersten Bleistift aus Wopex aus dem Hause Staedtler Mars GmbH & Co. KG, Nürnberg. Der Schaft besteht aus einem Holz-Polymer-Werkstoff mit einem Holzanteil von 70%. Verwendung finden feine Holzfasern aus PEFC-zertifiziertem deutschem Sägerestholz.

Als Mine kommen statt der üblichen gebrannten Mischung aus Ton und Graphit geeignete Graphite mit Zugabe von sehr spröden Kunststoffen und Stearaten (Seifen) zum Einsatz. Die Oberfläche besteht aus einem haptisch weichen, samtig anmutenden Polymergemisch aus TPEs und Polyofinen. Alle Materialien werden bei Temperaturen von 130 bis 180 °C aufgeschmolzen und dann gemeinsam einem eigens entwickelten Coextrusionskopf zugeführt, in dem die einzelnen Schmelzströme in der korrekten Menge und Positionierung zueinander gerichtet werden.

Der Produktionsprozess ist nicht nur technisch interessant, sondern kann zudem mit einer Reihe von Vorteilen aufwarten: Die Prozesskette ist gegenüber konventionellen Stiften stark verkürzt, der Rohstoff Holz wird erheblich effizienter eingesetzt (bei konventionellen Bleistiften bis zu 80% Holzverschnitt) und auch der Energieeinsatz wurde verringert. Auch der Kunde kommt nicht zu kurz: Haptik und Anmutung sind hochwertig, der Abstrich auf dem Papier wirkt wachsig gleitend und ist nahezu bröselfrei und die Schreiblänge ist dabei nahezu verdoppelt.

Platz 2 ging an das Montageprofil-System der Firma H. Hiendle GmbH & Co. KG, Bogen. Als Alternative zu handelsüblichen Profilen aus Metall bietet das Unternehmen ein Montageprofil-System-Sortiment aus dem Verbundwerkstoff Hiendl NFC mit einem Holzanteil von 70%.

Im Unterschied zu herkömmlichen Metallsystemen können die Profile durchgängig farbig extrudiert werden. Durch den hochwertigen Verbundwerkstoff und den im Vergleich zu Metallprofilen dickeren Materialstärken ist das Profil ebenso robust wie herkömmliche Lösungen. Es ist mit gängigen Systemen kompatibel und im Vergleich zu Aluminium-Profilen kostengünstiger.

Platz 3 belegte das „WPC thermal insulated siding“ der chinesischen Firma Quingdao HuaSheng Hi-tech Development Co., Ltd. Als Fassadenelemente bietet das chinesische Unternehmen WPC-Fassaden mit integrierter XPS-Dämmung an, die in unterschiedlichen Farben extrudiert werden können und bereits an zahlreichen Hausfassaden im Einsatz sind.

Sämtliche Vorträge können beim nova-Institut (www.nova-shop.info) bezogen werden.


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