GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Issue 07 | 2021

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Editorial
287
Von handgearbeiteten Polykarbonatfäden…

….las ich neulich staunend in einer Design-Zeitschrift, und ich muss zugeben, dass das meine Vorstellungskraft doch sehr strapaziert hat. Die missglückte Formulierung, mit der dem Material offensichtlich eine besondere Wertigkeit verliehen werden sollte, finde ich allerdings symptomatisch für das schlechte Image, das Kunststoffe nach wie vor haben. Als Hightech-Materialien, die in den verschiedensten Anwendungen die unterschiedlichsten Anforderungen erfüllen, werden sie jedenfalls außerhalb der Branche oft nicht wahrgenommen. Eher verschämt gibt man zu, dass Kunststoffe im einen oder anderen Bereich von Vorteil sein können, selten jedoch ohne den Hinweis auf Verpackungsmüll, den fossilen Ursprung und den Klimawandel. Was die Kommunikation angeht, ist also für uns „Insider“ noch jede Menge zu tun. Schließlich ist es die Innovationskraft der Kautschuk- und Kunststoffindustrie, die diesen Problemen nachhaltige Lösungen entgegensetzen kann und immer wieder für Verbesserungen sorgt.

Es ist zu hoffen, dass die K 2022 (19. bis 26. Oktober 2022 in Düsseldorf) mit den Schwerpunktthemen Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und Klimaschutz auch über die Branche hinaus eine gewisse Strahlkraft entwickelt und sich die Möglichkeit zu einem breiteren Dialog ergibt. Der Bedarf, sich auszutauschen, sei enorm, stellt Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf fest und so wird die K auch 2022 das gesamte Messegelände belegen (S. 296).

Auf Neues aus Forschung und Entwicklung müssen Sie aber nicht bis zur nächsten K warten. Auf Seite 298 zieht Prof. Dr. Gert Heinrich eine Zwischenbilanz zum DFG-Graduiertenkolleg 2430 „Interaktive Faser-Elastomer-Verbunde“ (I-FEV) an der TU Dresden, in dem seit 2018 bereits elf Promotionsprojekte gefördert wurden. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP hat mit einem neuen Verfahren zur Abtrennung der Asche das Recycling von Carbon Black aus Autoreifen optimiert (S. 303) und Dr. Andreas Peine (W. Köpp GmbH & Co. KG) und Jörn Stadtlander (StaRS & Co.) beschreiben, wie Polymerschäume die Reichweite von E-Fahrzeugen erhöhen können (S. 304).

Gilles Meli und Anais Berjeaud von Imerys haben eine Reihe von oberflächenbeschichteten mineralischen Füllstoffen untersucht, die speziell für den Einsatz in Fluorelastomeren entwickelt wurden und diese für Hochleistungsanwendungen fit machen (S. 306).

In unserem Interview auf Seite 296 blickt Frederik Röhrs (Sales Director Elastomers, Nordmann, Rassmann GmbH) aus Sicht eines Distributors auf technische und kommerzielle Herausforderungen, die insbesondere im Jahr 2020 immens waren. Die Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen in Deutschland können auf das von Corona geprägte Jahr 2020 positiv zurückblicken, denn ab Sommer 2020 haben sich Auftragseingänge rasant nach oben entwickelt, wie aus der Bilanz des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA hervorgeht (S. 311). Für den Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) bleiben die mittelbaren Auswirkungen der Covid-Pandemie (noch) öffentlich unbeachtet oder verborgen. Wie sich die Branche im vergangenen Jahr entwickelt hat, ist im Branchenbericht des wdk ab Seite 313 nachzulesen.

Viel Spaß beim Lesen!
Christine Rüdiger

Interview
296
Bereits heute an die Anforderungen der Zukunft denken. Interview mit Frederik Röhrs, Nordmann, Rassmann GmbH

Frederik Röhrs verantwortet als Sales Director Elastomers bei der Nordmann, Rassmann GmbH den Bereich Elastomere in Deutschland und in der Schweiz. Als Distributor ist er gewissermaßen das Bindeglied zwischen Chemikalienlieferanten und Verarbeitern und hat daher ein besonderes Augenmerk auf die technischen und kommerziellen Herausforderungen beider Seiten, die insbesondere im Jahr 2020 immens waren. In unserem Interview spricht er über den Umgang seines Unternehmens mit der Corona-Pandemie, die aktuelle Rohstoffknappheit und Megatrends wie Elektromobilität und Digitalisierung.

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Report
297
Kunststoff- und Kautschukindustrie der Welt setzt auf die K 2022

Wie die Messe Düsseldorf berichtet, stehe zum Anmeldeschluss der K 2022 fest, dass das Ausstellerinteresse an der weltweit bedeutendsten Fachmesse für die Kunststoff- und Kautschukbranche, die vom 19. bis 26. Oktober 2022 in Düsseldorf stattfindet, ungebrochen ist. „Die K 2022 wird wieder das komplette Messegelände belegen“, sagte Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, und ergänzte: „In unseren Gesprächen mit den Ausstellern spüren wir, dass der Bedarf, sich auf globaler Ebene wieder persönlich austauschen zu können, enorm ist.“

298
Interaktive Faser-Elastomer-Verbunde. Eine Zwischenbilanz zum DFG-Graduiertenkolleg 2430 an der TU Dresden

Seit 2018 werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Graduiertenkollegs 2430 „Interaktive Faser-Elastomer-Verbunde“ (I-FEV) an der TU Dresden elf Promotionsprojekte gefördert. Das Ziel dieser Grundlagenforschung besteht in der Entwicklung, wissenschaftlichen Charakterisierung und skalenübergreifenden Modellierung einer völlig neuen Werkstoffklasse, bei der Aktoren und Sensoren in flexible gummiartige Faserverbundwerkstoffe integriert werden.

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303
Carbon Black aus Autoreifen recyceln

Altreifen werden bislang vorwiegend zur Gewinnung von Energieträgern genutzt: Das darin enthaltene Carbon Black (Industrieruß) wird nur zu geringen Anteilen recycelt, da es etwa 20 % mineralische Asche enthält. Mit einem neuen Verfahren des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP lässt sich diese Asche nahezu vollständig abtrennen – und so sowohl das Carbon Black als auch die Mineralien aus der Asche erneut nutzen.

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304
Die Reichweitenherausforderung bei E-Fahrzeugen. Energieeinsparung durch Wärmedämmung

Um die Reichweite von E-Fahrzeugen zu erhöhen, konzentriert man sich meist auf Batteriekapazität und Fahrzeuggewicht. Der Energieverbrauch, der nicht direkt dem Antrieb dient, wie beispielsweise die Beheizung des Fahrgastraumes, wird dagegen selten in den Blick genommen. Durch eine geeignete thermische Isolierung lässt sich hier Energie einsparen, die der Reichweite zu Gute kommt. Als Isoliermaterial eignet sich Polyethylenschaum mit einem geringen Raumgewicht. Die Firma W. Köpp GmbH & Co. KG stellt eine breite Palette solcher Polyethylenschäume her und verfügt auch über die Möglichkeiten diese durch Thermoverformung den geforderten Aufgaben anzupassen.

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311
Deutlich anziehende Auftragseingänge. Deutscher Kunststoff- und Gummimaschinenbau setzt zu neuem Höhenflug an

Die Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen in Deutschland können auf das von Corona geprägte Jahr 2020 positiv zurückblicken, trotz der außergewöhnlichen Gesamtsituation. „Nach einem schwierigen Beginn, der von großen Herausforderungen inklusive eines Lockdowns geprägt war, entwickelten sich die Auftragseingänge ab Sommer rasant nach oben“, sagte Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA. Besonders deutlich war dies in den Bereichen zu spüren in denen es auf Hygiene ankommt; d. h. hauptsächlich in der Verpackungs- und Medizinbranche.

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313
Die Kautschukindustrie 2020/2021. Der neue Branchenbericht des wdk liegt vor

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) hat seinen aktuellen Branchenbericht vorgestellt. Wie der Verband berichtet, seien nach einem Jahr Pandemie – mit den massivsten persönlichen Einschränkungen in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkriegs, „Lockdown“ für Unternehmen, Bildung, Kultur und persönliche Begegnungen – die unmittelbaren Auswirkungen wie neue Arbeits-, Freizeit- und Überlebenskonzepte deutlich geworden. Mittelbare Auswirkungen blieben hingegen (noch) öffentlich unbeachtet oder verborgen. Im täglichen Miteinander lasse sich aber spüren, dass das nicht das bekannte „Normal“ ist. Die Covid-Pandemie sei nur Kulisse für eine Energiewende, Klimawende, Mobilitätswende − zumindest wenn man politische Regulierung 2020 und 2021 betrachte. „Die Ära erlaubnisfreier Innovation ist vorbei!" Auf diesen kurzen Nenner bringt das US-amerikanische Brookings Institute die zentralen Herausforderungen für Industrieunternehmen und ihre Interessenvertretungen bis 2030. Auch und gerade in der EU sei es erklärtes Ziel der politischen Entscheider, dirigistisch in unternehmerisches Handeln einzugreifen. Und auch für Deutschland gelte: Es wird mehr öffentliche Beteiligung, mehr öffentliche Aufsicht und öffentliche Regulierung des Technologie-Sektors geben.

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Article
306
Oberflächenbeschichtete mineralische Füllstoffe für Fluorelastomere

Fluorelastomere haben besondere physikalische und chemische Eigenschaften, wie z. B. hohe Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit und gute dielektrische Eigenschaften. Für Hochleistungsanwendungen werden zur weiteren Eigenschaftsverbesserung mineralische Füllstoffe eingesetzt. Sie dienen insbesondere dazu, die Hitzebeständigkeit zu erhöhen und sind beständig gegenüber aggressiven Chemikalien, Säuren, Basen und Dampf. In diesem Beitrag werden verschiedene funktionale Füllstoffe vorgestellt, die speziell für den Einsatz in Fluorelastomeren entwickelt wurden: Wollastonit (ein Calciummetasilikat), Talk (ein hydriertes Magnesiumsilikat) und ein calcinierter Kaolin (eine wasserhaltige Tonerde, die einer Hochtemperaturbehandlung unterzogen wurde). Des Weiteren wird die Wirkung der Füllstoffe in Fluorelastomeren in Abhängigkeit von zwei Vulkanisationssystemen, einem Bisphenol- und einem Peroxidsystem, untersucht.


Fluoroelastomers have special physical and chemical properties like high chemical resistance, temperature stability and good dielectric properties. To further improve their properties for high-performance applications, enhancing mineral fillers can be used. Mineral fillers are often used for enhancing heat stability and are also resistant to aggressive chemicals, acids and bases, and steam. This paper will introduce several functional fillers specially designed for fluoroelastomers: wollastonite (a calcium metasilicate), talc (a hydrated magnesium silicate) and calcined clay (a hydrous clay heat treated). Furtheron, the article will illustrate their benefits in two different curing systems: bisphenol and peroxide.

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