PU Magazin

Issue 03 | 2021

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  • Hennecke GmbH
  • Birlinghovener Straße 30
  • 53757 Sankt Augustin
  • Germany
Editorial
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Alles Käse oder was?

Ich weiß nicht, ob Sie es schon wussten. Sie müssen keine Angst vor Käse haben. Denn laut einer EU-Verordnung ist Käse, wenn er als Lockmittel eingesetzt wird um Schädlinge wie etwa Mäuse zu bekämpfen, ein Produkt, das keinen Anlass zur Besorgnis gibt und deshalb auch nicht als Biozid eingestuft werden muss. Auf diese skurrile Verordnung hat mich dankenswerterweise ein Bekannter, der in der Holzschutzbranche unterwegs ist, aufmerksam gemacht.

„Am 31. Januar 2017 ersuchte die Kommission die Agentur um eine Stellungnahme dazu, ob Käse Anlass zur Besorgnis gemäß Artikel 28 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 gibt.
(4) In der Stellungnahme der Agentur (5) wurde der Schluss gezogen, dass Käse keinen Anlass zur Besorgnis gibt und daher für die Aufnahme in Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 in Betracht kommt.“ *

Sie werden jetzt vermutlich sagen, dass Sie die Gefahr, dass ein bösartiger Brillat-Savarin, ein schurkiger Chaource oder ein aggressiver Oud Amsterdam Ihnen ans Leder oder gar an die Reproduktionsfähigkeit will, sowieso bislang eher als vernachlässigbar eingeschätzt haben. Ich gebe zu, dass mir bisweilen besonders auf französischen Märkten Käsesorten begegnet sind, die man spontan durchaus sogar unter das ABC-Waffen-Verbot laut Genfer Konvention einordnen könnte. Dass aber Käse eine offizielle von Jean-Claude Junker unterzeichnete EU-Absolution als nicht besorgniserregender Stoff erhalten hat, finde ich doch bemerkenswert.

Zum sicheren Umgang … nein, nicht mit Käse, sondern mit Diisocyanaten im Arbeitsalltag hat sich der FSK, der Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. Gedanken gemacht und ein Schulungsprogramm entworfen, das Verarbeiter nach REACH-Verordnung im sicheren Umgang mit diesen Schlüsselrohstoff für unsere Industrie unterstützt und schult. Über Fortschritte und erste vielversprechende Ergebnisse der grenzüberschreitenden Initiative des Branchenverbands berichten wir in dieser Ausgabe. Marcus Grell und Uwe Dittrich erzählen im Interview mit PU Magazin, wie Schill & Seilacher mit Polyurethanadditiven „made in Germany“ nicht nur sicher sondern auch kompetent Märkte rund um den Globus bedient. Matthias Hübner von Caparol berichtet über den Einsatz von Masterbatches, die thermoplastische Polyurethane nicht nur bunter machen, sondern auch deren Eigenschaften signifikant verbessern helfen. Selbstheilende Reaktionslacke auf PU-Basis für empfindliche Oberflächen wie bspw. Polycarbonate hat das KUZ in Leipzig entwickelt. Wie sich Recyclingpolyole auf das Emissionsverhalten von PU-Weichschäumen auswirken untersuchen An Adams und ihre Kollegen von Dow Europe. Und wie in Pandemie-Zeiten ein innovatives Schuhkonzept wie der Recover-Toe-Schuh, in dem Polyurethan von Huntsman steckt, in kürzester Zeit entwickelt und zur Marktreife gebracht werden konnte, lesen Sie ebenfalls in dieser Ausgabe von PU Magazin.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

Ihre
Stephanie Waschbüsch
s.waschbuesch@gupta-verlag.de

  • DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) 2019/1824 DER KOMMISSION vom 8. August 2019 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates zwecks Aufnahme des Wirkstoffs Käse in Anhang I.

 

Interview
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Erfolgreich mit Polyurethanadditiven „made in Germany“ – Interview mit Dr. Uwe Dittrich Geschäftsbereichsleiter Silicone und Marcus Grell Leiter der Vertriebsabteilung SiliconeSchill+Seilacher „Struktol“ GmbH, Hamburg

Schill+Seilacher ist ein weltweit tätiger Additivhersteller und hat sich besonders durch seine Struktol- und Struksilon-Produkte einen Namen gemacht. Die Unternehmensgruppe unterhält fünf unabhängige Produktionsstandorte an denen insgesamt rund 1 000 Mitarbeiter chemische Spezialitäten für die Gummiindustrie, Entschäumer, Epoxidharze und Flammschutzmittel, Latexadditive, Silicone und Trennmittel herstellen. Im Interview mit der Redaktion von PU Magazin sprechen Dr. Uwe Dittrich, Geschäftsbereichsleiter Silicone, und Marcus Grell, Leiter der Vertriebsabteilung Silicone, über die Geschichte der Unternehmensgruppe, ihre Neuaufstellung und die Herausforderungen für ein in Deutschland produzierendes Unternehmen.

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Report
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REACH Diisocyanate-Schulungen – FSK-Lernplattform ist online

Nach dem Konzipieren, Erstellen, Verbessern und Probeläufen startet jetzt die FSK Services GmbH, Tochtergesellschaft des Fachverbands Schaumkunststoffe und Polyurethane (FSK e.V.), mit der neuen Schulungsplattform zur sicheren Verwendung von Diisocyanaten. Trainings im Umgang mit Diisocyanaten werden ab sofort zur Erfüllung der Schulungsverpflichtung nach REACH in einem Pilotprojekt verfügbar gemacht. Der Start der Pilotphase erfolgte nach Plan. Ausgewählte Teilnehmer von Mitgliedsunternehmen haben bereits die Basisschulungen erfolgreich absolviert. Die Lernangebote und Funktionalitäten der FSK-Trainingsplattform werden feedback- und nutzerorientiert fortlaufend weiterentwickelt und ausgebaut.

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Trends in der PUR-Verarbeitung – Polyurethan-Fachtagung am IKV unter Leitung von Michel Baumgartner

Das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen lädt am 30. September 2021 zur zweiten Auflage der Fachtagung „Polyurethane – Trends in der PUR-Verarbeitung“ nach Aachen ein. Bereits auf der ersten PUR-Fachtagung im März 2019 präsentierten Experten aus Industrie und Forschung spannende Beiträge zu Entwicklungen und Herausforderungen der internationalen Polyurethanbranche und diskutierten diese gemeinsam mit den Teilnehmern.

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Kreislaufwirtschaft: für Kunststoffe geht es in der Zukunft rund – Verbände schaffen mit „Wir sind Kunststoff“ wichtigen Schulterschluss

Die drei Kunststoffverbände GKV Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie, Plastics-Europe Deutschland und VDMA Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen schaffen mit „Wir sind Kunststoff“ einen bisher in der Wertschöpfungskette einmaligen Schulterschluss für mehr Nachhaltigkeit – ökologische, soziale und ökonomische. Die Initiative und ihre Online-Plattform www.deinkunststoff.de wurden am 6. September 2021 vorgestellt.

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Green Deal: Eine Herausforderung für die Kunststoffindustrie

Nahezu alle Maßnahmen des Green Deal haben unmittelbar oder mittelbar Einfluss auf die Geschäftsaktivitäten der Kunststoffindustrie. Zugleich ist unsere Industrie mit ihren zahlreichen innovativen Prozessen und Produkten Wegbereiter für mehr Nachhaltigkeit – und damit auch für das Gelingen des Green Deal.

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Die Bestenliste der Automobilkonzerne – CAM präsentiert Ranking der innovationsstärksten Hersteller und Premiummarken 2021

Das Center of Automotive Management (CAM) an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach analysiert in der Studie „AutomotiveInnovations 2021“ die Neuerungen von 30 globalen Automobilherstellern (OEM) und Start-ups mit rd. 80 Marken. Im Sample landeten für das Jahr 2020/2021 insgesamt 645 Innovationen der OEMs aus den vier wichtigsten technologischen Zukunftsfeldern. Jede Innovation wurde einzeln erfasst und nach den „M.O.B.IL-Kriterien“ wie Originalität und Kundennutzen systematisch bewertet. Im Mittelpunkt stehen u. a. die Kernmärkte Europa, Japan, USA und China. Im Folgenden werden einige Kernaussagen der aktuellen Branchenstudie des CAM präsentiert.

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„Selbstheilende" Reaktionslacke für empfindliche Oberflächen – Verbesserte Verbundhaftung bei Polycarbonaten durch Plasmabehandlung

Ein Forschungsprojekt am Kunststoff-Zentrum in Leipzig (KUZ) untersucht, wie hochtransparente kratzempfindliche Polycarbonate (PC) oberflächenveredelt werden können. Ziel ist es eine Direktlackierung mit lösemittelfreien „selbstheilenden“ Reaktionsklarlacken bei guter Verbundhaftung zu erreichen.

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Neues PU-Flush-Dichtkonzept für Schäumwerkzeuge – Weniger Glasbruch und Trimmarbeiten beim PU-Umschäumen von Autogläsern

Autogläser, die in Werkzeugen mit dem neuen PU-Flush-Dichtkonzept von BBG umgossen werden, gehen viel seltener zu Bruch als mit herkömmlichen Formen. Der Ausschuss reduziert sich spürbar. Gleichzeitig gelingt das Umgießen mit Polyurethan präziser. Dadurch verkürzen sich die notwendigen Nacharbeiten auf bis zu ein Viertel der Zeit. Dies berichtet BBG von Kunden, die die vom Unternehmen entwickelte neue Technologie bereits verwenden. Eingesetzt werden kann sie bei Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) genauso wie bei Verbund-Sicherheitsglas (VSG) und teilvorgespanntem Glas (TVG).arlacken bei guter Verbundhaftung zu erreichen.

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Virtuelle Teamarbeit beschleunigt Entwicklung der Joe Nimble Regenerations-Sandale während der Pandemie

Läufer können jetzt eine neue Art von Schuhen kaufen, die ihre Füße dabei unterstützen, sich von ihren vermehrten Läufen während der Pandemie zu erholen. Der Functional-Footwear-Spezialist Joe Nimble hat die erste Regenerations-Sandale für Läufer entwickelt – mit Unterstützung der Footwear Innovation Lab GmbH und des weltweit tätigen Chemieunternehmens Huntsman.

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Kunststoff- und Kautschukindustrie der Welt setzt auf die K 2022 – Leitthemen: Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und Klimaschutz

Wie die Messe Düsseldorf berichtet, stehe zum Anmeldeschluss der K 2022 fest, dass das Ausstellerinteresse an der weltweit bedeutendsten Fachmesse für die Kunststoff- und Kautschukbranche, die vom 19. bis 26. Oktober 2022 in Düsseldorf stattfindet, ungebrochen ist. „Die K 2022 wird wieder das komplette Messegelände belegen“, sagte Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, und ergänzte: „In unseren Gesprächen mit den Ausstellern spüren wir, dass der Bedarf, sich auf globaler Ebene wieder persönlich austauschen zu können, enorm ist.“

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Alfa Klebstoffe eröffnet Simalfa Competence Center

Die Alfa Klebstoffe AG hat am 2. Juni 2021 an ihrem Firmenstandort in Rafz, Schweiz, das nach eigenen Angaben weltweit erste Kompetenzzentrum für Schaumstoffverklebungen auf Wasserbasis – das Simalfa Competence Center – eröffnet. Das Kompetenzzentrum wurde aufgrund der aktuellen Covid-19 Bestimmungen ausschließlich im Rahmen eines Online-Event präsentiert und eingeweiht.

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Chemisches Recycling von Baustoffen – Erzeugung von Recycling-Polyolen aus PU/PIR-Endverbraucherabfällen für Iceberg-Projekt der EU

Im Rahmen des von der EU-geförderten Projekts Iceberg wurde die Fa. Rampf Eco Solutions GmbH & Co. KG beauftragt, chemische Lösungen für das Recycling von Baustoffen zu entwickeln. Mittels Solvolyse produziert das in Pirmasens ansässige Unternehmen Recycling-Polyole aus PU/PIR-Endverbraucherabfällen wie Polymerschäumen.

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Article
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Recyclingpolyole in PU-Weichschaum Einfluss auf VOC-Emissionen, freie aromatische Amine und Geruch

Im Zuge des Übergangs von einer linearen Wirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft, hat Dow Polyurthanes das Recycling von PU-Schaum aus gebrauchten Matratzen untersucht. Nach der Optimierung der Schaumformulierung können Recyclingpolyole in neuen PU-Blockschaumformulierungen bis zu 25 % der Polyole ersetzen, ohne dass sich dadurch die physikalischen oder mechanischen Eigenschaften verschlechtern. Für Anwendungen in Innenräumen muss der Einfluss der Recyclingpolyole auf VOC-Emissionen und Geruch der entsprechenden PUSchäume berücksichtigt werden. Um die Zusammenhänge zu verstehen, wurden PU-Schaumproben die mit Recyclingpolyolen hergestellt wurden nach verschiedenen Standardverfahren untersucht, um belastbare Daten zu den Emissionen von VOC, leichflüchtigen Aldehyden und extrahierbaren freien aromatischen Aminen zu gewinnen. Zusätzlich wurden verschiedene Schäume mit und ohne Recyclingpolyole einem Geruchstest unterzogen.


As part of the global transition from a linear economy towards a circular economy, Dow Polyurethanes has been investigating the recycling of PU foam from end-of-life (EoL) mattresses. After optimization of the foam recipe, recycle polyols obtained after chemical recycling can be used to substitute 25 % of virgin polyol in new slabstock PU foam formulations without compromising physical-mechanical properties. For applications in indoor environments, it is important to understand the impact of the incorporation of recycle polyols in PU foams on resulting volatile emissions and odor. Therefore, PU foam samples with recycle content were analyzed with different standard methods to collect reliable data on volatile organic compounds (VOC), volatile aldehydes, and extractable free aromatic amines. In addition, foams with and without recycle content were presented to a human sensory panel for odor assessment.

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Maßgeschneiderte Farbmasterbatche für hochwertige TPE-Einfärbungen – Anwendungen der Caparol NEFA MB Masterbatche in thermoplastischen Elastomeren – Teil 2

Dispersive und distributive Mischvorgänge sind ein wesentlicher Bestandteil bei der Herstellung thermoplastischer Masterbatche und Compounds. Zur Compoundierung werden überwiegend kontinuierlich arbeitende Doppelschneckenextruder und Knetersysteme eingesetzt. Eine wesentliche Einschränkung dieser Mischaggregate ist die limitierte Verweilzeit der zu mischenden Komponenten. Hier bieten die neu entwickelten Farbmasterbatche von Caparol Industrial Solutions eine innovative Lösung.
In diesem Spannungsfeld entstehen die Compounds und Masterbatche der Produktgruppe NEFA MB. Durch die Kombination von diskontinuierlichen Mischern und Doppelschneckenextrudern gelingt es, auf Basis spezieller thermoplastischer Elastomere, sehr hochgefüllte und spezialisierte Produkte herzustellen.
Im Bereich der Farbmasterbatche zeichnen sich NEFA MB Konzentrate durch höchste Pigmentfüllgrade aus. Aufgrund des Herstellungsverfahrens kann dabei auf den Einsatz von Dispergierhilfsmitteln vollständig verzichtet werden. Dies ist insbesondere für TPE Einfärbungen vorteilhaft, bei denen es durch Dispergierhilfsmittel zur Filmbildung auf der Bauteiloberfläche kommen kann. Aufgrund der hohen Farbstärke der NEFA MB Masterbatche können bei vergleichsweise geringen Masterbatchzugaben auch TPEs mit einer starken Eigenfarbe brillant eingefärbt werden.


Dispersive and distributive mixing processes are major elements in the manufacture of thermoplastic masterbatches andcompounds. Continuously working twin-screw extruders and kneader systems are mainly used for compounding. A crucial restriction of these mixing devices is the limited dwell time of the components to be mixed.
This is where the compounds and masterbatches of the NEFA MB product group come into play. The combination of discontinuous mixers and twin-screw extruders can manufacture very highly filled, specialist products on the basis of special thermoplastic elastomers. In the area of colour masterbatches, NEFA MB concentrates stand out because of their very high pigment fill levels. The manufacturing process employed makes the use of dispersion agents completely unnecessary. This can be an advantage for TPE tints in particular, since dispersion agents may lead to film formation on the component surface in some cases. Because of the colour intensity of the NEFA MB masterbatches, even TPEs with a strong colour of their own due to fillers, for example, can be tinted brilliantly with comparatively low quantities of masterbatches.

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