• Verfasst am 15.12.2010 - Wirtschaft
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Winterreifenpflicht in Deutschland

Wie der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e. V. (BRV) mitteilt, gilt in Deutschland seit dem 4. Dezember 2010: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen Kraftfahrzeuge nur mit Reifen unterwegs sein, die als M+S-Reifen (Abkürzung für „mud + snow“ oder Matsch + Schnee) gekennzeichnet sind. Pkw müssen auf allen Achspositionen entsprechend bereift sein, Nutzfahrzeuge mit zulässigem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t nur auf den Antriebsachsen. Ausnahmen gelten für land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge sowie Einsatzfahrzeuge von Bundeswehr, Bundespolizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Polizei und Zolldienst.

Im Nutzfahrzeugbereich ist die M+S-Bereifung an der Antriebsachse in Deutschland nun Vorschrift.

Im Nutzfahrzeugbereich ist die M+S-Bereifung an der Antriebsachse in Deutschland nun Vorschrift.

Continental begrüßt die M+S-Reifenpflicht und bewertet die Novellierung der Straßenverkehrsordnung in Sachen Bereifung als einen Schritt hin zu mehr Klarheit. Es sei im Sinne des Verbrauchers, dass der Gesetzgeber nach dem Urteil des Oberlandesgerichtes Oldenburg eindeutiger definiert hat, was er unter wintertauglichen Reifen versteht und wann sie zu verwenden sind, so das Unternehmen. Allerdings sei im Nutzfahrzeugbereich die nun vorgeschriebene M+S-Bereifung an der Antriebsachse in Deutschland durchaus üblich. Alle Antriebsachsreifen von Continental sind bereits M+S gestempelt und erfüllen damit die neuen gesetzlichen Anforderungen in Deutschland.

Um hohe Sicherheit bei winterlichen Straßenverhältnissen zu erreichen, gehen die Empfehlungen des Unternehmens je nach Beladung und Einsatz des Lkw über die gesetzliche Mindestforderung hinaus. Auf Basis eigener Testreihen rät Continental zu einer Rundumbereifung mit speziellen Winterreifen, wie z. B. der Marke Scandinavia. Mit diesen Reifen bietet das Unternehmen ausgewiesene Winterreifen für den gesamten Zug an, einschließlich der für die Bremswirkung wichtigen Trailerreifen. Bereits bei 40 km/h verkürzt sich so der Bremsweg auf eisigem Untergrund um fast eine Lkw-Länge, so das Unternehmen. Für Reisebusunternehmen hat man außerdem einen speziellen Winterreifen entwickelt, den HSW2 Coach.

Es ist davon auszugehen, dass auf europäischer Ebene in etwa zwei Jahren eine über die jetzige deutsche Variante hinausgehende Regelung in Kraft treten wird. Erst die in Brüssel diskutierte Schneeflockenkennzeichnung wird eine verbesserte Kauforientierung bieten können, so Continental. Die an vergleichsweise weiche Vorgaben geknüpfte M+S-Stempelung könne dies letztlich nicht leisten.

Auch Michelin befürwortet die Winterreifenpflicht für Nutzfahrzeuge. Im Nutzfahrzeugreifenprogramm von Michelin sind alle sogenannten Traktionsreifen für winterliche Bedingungen geeignet und entsprechend gekennzeichnet. Sie sind dank ihres Profils und der Michelin-Lamellentechnologie auf schwierige Witterungsbedingungen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis und Reifglätte abgestimmt und bieten Grip, kurze Bremswege, gutes Fahrverhalten und hohe Sicherheitsreserven, so das Unternehmen.


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