• Verfasst am 18.12.2012 - Wirtschaft
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Schwacher Autoabsatz führt zu Überkapazitäten in der europäischen Butadien‑Produktion

Laut den Branchenanalysten von GBI Research führt der Schrumpfungsprozess in der Autoindustrie dazu, dass der Ausstoß der europäischen Butadien‑Produktion zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 den vorhandenen Bedarf übersteigen wird. GBI Research zufolge lag in Europa der Bedarf an Butadien im Jahr 2011 bei 2 459 778 t, die vorhandene Produktionskapazität jedoch nur bei 2 246 137 t. Man erwartet deswegen eine Umkehrung dieses Ungleichgewichtes. Demnach soll im Jahr 2015 die hergestellte Butadien-Menge die Nachfrage um 162 953 t übersteigen.

Nach den Daten des europäischen Dachverbands ACEA – European Automobile Manufacturers‘ Association schrumpfte der Pkw‑Absatz 2012 in neun aufeinander folgenden Monaten. Der Lkw‑Verkauf sank innerhalb der letzten fünf Monate ebenfalls kontinuierlich. Entsprechend prognostiziert der Verband für 2012 einen Einbruch der Pkw‑Verkäufe in der EU um 7 % auf 12,2 Mio. Fahrzeuge. Der Absatz liegt damit um 21 % niedriger als im Spitzenjahr 2007 und stellt die niedrigste Nachfrage seit 1995 dar.

Die nachlassende Nachfrage nach Neufahrzeugen wirkt sich in letzter Konsequenz negativ auf den Butadien‑Bedarf in Europa aus. Statt aber die Produktion herunterzufahren, tendieren die Butadien-Hersteller sogar mit Blick auf die Exportmärkte dazu, sie zu steigern. So will LyondellBasell in Wesseling die Kapazität seiner Extraktionsanlage ausbauen und Versalis plant an seinem Standort in Dünkirchen, Frankreich, eine neue 70 000 jato-Anlage. Folgt man GBI Research, dann betrug der Butadien‑Bedarf 2011 weltweit etwa 10 Mio. t und soll bis 2020 auf mehr als 14 Mio. t wachsen, was in etwa einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 3,9 % entspricht. In diesem Kontext muss die asiatisch-pazifische Region als die butadien­hungrigste angesehen werden.


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