GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Editorial
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Der „Kriegsindex“

Viele Flüchtende kommen nach Europa, nach Deutschland und werden zum Teil mit offenen Armen, aber auch zum Teil mit Zähneknirschen empfangen.


Hunger, wirtschaftliche Not und politische Unterdrückung sind die aktuellen Vorder-Gründe für die Wanderung. Die wirklichen Gründe liegen aber in der Historie der Völker.


Früher war es normal, dass Familien viele Kinder hatten (auch in Deutschland). Nicht nur weil es keine Geburtenkontrolle gab, ja sie war sogar verboten, sondern auch weil viele Kinder wirtschaftlichen Segen bedeuteten, Kinder, die auf den Feldern und bei den Herden arbeiten und späterhin die alten Eltern versorgen konnten. Auch die jeweiligen Landesherren hatten gern, dass die Bevölkerung viele Kinder hatte, konnten sie doch die jungen Männer als Soldaten gebrauchen, verbrauchen und sogar verkaufen.


Eine Bevölkerungsexplosion war aber nach einigen Jahren nicht mehr durch genügend Grund und Boden abgedeckt (T. R. Malthus, 1766), also wanderten die Jungen in die Städte, wo sie wieder als Arbeitssklaven gern gesehen waren. Die Jungen waren mit ihrem Los auf die Dauer nicht zufrieden. Revolutionen und Kriege waren die Folgen. Wir kennen ja die Geschichte.


Und nun komme ich zu dem, im Titel erwähnten, provozierenden Begriff „Kriegsindex“, den
G. Heinsohn („Söhne und Weltmacht“) geprägt hat und mit dem er das Verhältnis von 15 – 19-jährigen Männern zu den 55 – 59-Jährigen in einem Volk beschreibt. Während die Jungen an den Gitterstäben ihres Daseins rütteln und keine entsprechenden beruflichen Perspektiven finden, wollen die Alten das Erschaffene bewahren. Durch Kriege und Geburtenrückgang ist in Deutschland dieser Index nur 0,66. Das heißt auf 1 000 „Alte“ kommen 660 Junge. In anderen Gebieten, z. B. im Gazastreifen, ist der Index 6, d. h., auf 1 000 „Alte“ kommen 6 000 junge Männer. Immer da, wo der Index über 1 liegt, brechen Kriege und Revolten aus, was Heinsohn eindeutig belegte.


Nun gibt es ja zum Krieg eine Alternative: die Auswanderung, wie wir sie im Augenblick erleben und wie sie auch früher vielfältig stattfand – die Hessen sind nach Nordamerika ausgewandert, die Schwaben nach Brasilien.


Was müssen wir nun unternehmen, dass bei uns durch die Einwanderer kein „Kriegsindex“ induziert wird?
Selbstverständlich brauchen die Einwanderer Unterkunft und Verpflegung und die virilen jungen Männer, die ja den Kriegsindex bilden, interessieren sich genau wie die deutschen Kollegen für junge Mädchen. Äußerst wichtig ist jedoch, dass sie sich betätigen können.


Holt sie also in Eure Sportvereine, gebt Ihnen Unterricht und Lehrstellen, Aufgaben und Arbeit. Die Sinnlosigkeit des reinen Daseins wäre damit durchbrochen und der notwendigen Integration der erste Weg gebahnt. Die Arbeit sollte nicht mit dem Mindestlohn beglichen werden, denn das wäre für die Arbeitgeber eine zu hohe Belastung. Eine Vergütung für die Zeit der Ausbildung sollte für zwei Jahre gelten, so könnte man Arbeitgeber und Arbeitnehmer gerecht werden.
Denken Sie mal darüber nach.


Ihr
Heinz Gupta

Report
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Weltautomarkt 2016: Neue Herausforderungen auf dem Wachstumspfad

Das Autojahr 2016 verspricht Wachstum für Autobauer und Zulieferer. Ein neuer weltweiter Verkaufsrekord von knapp 78 Mio. Pkw-Neuwagen erscheint realistisch. Wachstumspfeiler bleiben China, die USA und Europa, während Südamerika und Osteuropa in der Rezession verharren. Das weltweite Wachstum ist die schöne Seite der Medaille. Weniger schön für die Gewinne der Branche sind steigende Umweltanforderungen, die auch eine Reaktion auf den Abgasskandal des Volkswagen-Konzerns sind. Damit steigen 2016 und in den Folgejahren die Belastungen für Abgasreinigungen und Investitionen in die Elektromobilität. Das Wachstum hat seinen Preis.

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Konjunktur 2016: Mit Zuversicht ins Wirtschaftsjahr

Mit großer Vorsicht werden gegenwärtig die Prognosen für das Wirtschaftsjahr 2016 geschmiedet. Die Gefahr, sich dabei zu verrechnen, ist an mehreren Ecken zu erkennen. Unsicherheiten ergeben sich etwa aus der Abgasaffäre bei Kraftfahrzeugen wie aus dem Export. Optimistische Töne stammen dagegen vom Maschinenbau, vom Baugewerbe und vom privaten Verbrauch. Es kann aber auch anders kommen. Im Durchschnitt zeigen die Frühindikatoren auf eine leichte konjunkturelle Belebung, und einige berühren unmittelbar die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren.

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Der GFK-Markt Europa 2015 – Stetiges Wachstum der Produktionsmenge setzt sich fort

Die europäische Herstellungsmenge von glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) wächst im Jahr 2015 um 2,5 %. Damit wird mit 1,069 Mio. t Produktionsmenge das höchste Niveau seit acht Jahren erreicht. Die Entwicklung folgt grundsätzlich der gesamteuropäischen Wirtschaftsentwicklung. Ebenso heterogen wie die Entwicklung in unterschiedlichen Ländern ist die Entwicklung der unterschiedlichen Verarbeitungsverfahren zur Produktion von GFK-Bauteilen.

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Vorschau auf das 28. Internationale Kolloquium Kunststofftechnik

Endlich ist es wieder so weit. Das 28. Internationale Kolloquium Kunststofftechnik, die bestens eingeführte Konferenz des Instituts für Kunststofftechnik (IKV) an der RWTH Aachen, wirft nicht bloß seine Schatten voraus, vielmehr steht es im kommenden Monat ganz oben auf der Agenda der internationalen Kunststoffwelt. Zu der im Zweijahresturnus stattfindenden Veranstaltung erwartet das IKV am 24. und 25. Februar 2016 erneut etwa 800 Fachleute der Kunststoffbranche aus aller Welt in Aachen. Das Leitmotiv des Kolloquiums „Nachwuchs, Netzwerk, Innovationen“ hat sich nicht verändert, sondern verspricht schon im Vorfeld insbesondere die Vorstellung aktueller Forschungsergebnisse aus Kernarbeitsbereichen des IKVs. Fachjournalisten gewährte das Institut anlässlich seines Pressetreffens am 5. und 6. November 2015 vorab tiefergehende Einblicke in einige Highlights, über die man während des 28. Kolloquiums in den Fachvorträgen berichten will. Lassen Sie sich von den nachfolgend referierten Schwerpunkten überzeugen.

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Von der IKV-Fachtagung „Rubber meets Science – Organic and silicone rubber processing“

Dieses Mal fanden sich am 4. und 5. November 2015 die an der vom Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen initiierten Fachtagung „Rubber meets Science“ interessierten Teilnehmer im SuperC direkt neben dem historischen Hauptgebäude der RWTH ein. SuperC – nomen est omen? Nach Eigenwerbung der RWTH Aachen ist es ein „studienfunktionales Zentrum“ (was auch immer das bedeuten soll) und die „zentrale Anlaufstelle aller Studierenden für Fragen rund ums Studium“; ungeachtet dessen bietet es modern ausgestattete Veranstaltungs- und Konferenzräume. Beste Voraussetzungen also für eine „zweizügige“ wissenschaftliche Fachtagung über „Organische Kautschuke“ (Session A) und „Silicone“ (Session B) und die wurden auch genutzt. ‑ Kleiner Exkurs: Einige Teilnehmer werden sich angesichts des SuperCs eventuell leicht zweifelnd „Wieso C und wieso super?“ gefragt haben. Dazu sei beruhigend angemerkt, dass der untere Strich des Cs im Unterirdischen verborgen wurde, weswegen das Gebäude unter Studenten etwas treffender auch „SuperΓ“ (Γ = großes griechisches Gamma) genannt wird. Weniger beruhigend und weniger super ist da schon der nicht nur Insidern bekannte Umstand, dass das Gebäude ein grandios gescheitertes Geothermie-Projekt beherbergt – also keineswegs „Der Leuchtturm der Forschung“ ist, wie eine der Aachener Lokalzeitungen, die Aachener Nachrichten, im Jahr 2011 süffisant titelte. Nicht gerade die beste Werbung für eine Elite-Universität und so nimmt es nicht wunder, wenn von der Klimatisierung des Gebäudes durch Erdwärme nichts mehr zu hören ist. Aber der Leuchtturm SuperC bietet auf der obersten Etage immerhin einen faszinierenden Ausblick auf die Stadt, speziell auf das Weltkulturerbe, den Aachener Dom, und ab und an exzellente Veranstaltungen, womit wir wieder bei der IKV-Fachtagung sind. – Zu den Themenschwerpunkten der Tagung gehörten „Herausforderungen für die Kautschuk verarbeitende Industrie“, „Werkzeug- und Maschinentechnologien“, „Simulation und Qualitätssicherung“ und „Innovative Herstellungs- und Prüfverfahren“. Mag einem das ein oder andere Thema schon einmal an anderer Stelle, in anderem Gewand oder mit anderem Redner begegnet oder die Anzahl der Innovationen als Minderheit erschienen sein (das liegt nun einmal in der Natur der Sache), so war die Veranstaltung insgesamt lehrreich, interessant und gut organisiert. Lassen Sie sich von der nachfolgenden kleinen Auswahl an Kurzreferaten überzeugen – und die Tagungsteilnehmer freuen sich bestimmt schon auf die nächste Tagung unter dem Motto Rubber meets Science.

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Article
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Kostenoptimierung im Mischsaal – Teil 1

Für die Kautschukverarbeiter, die ihre Mischungen selbst herstellen, ist der Mischsaal von grundlegender Bedeutung. Bezogen auf den stetig zunehmenden Kostendruck, ist es erstaunlich, dass in diesem Produktionsbereich in vielen Fällen keine wirklich detaillierte Kostenanalyse durchgeführt wird und vorhandene Optimierungspotenziale ungenutzt bleiben. Die vorliegende Veröffentlichung setzt sich genau mit diesen Aspekten auseinander. Dabei geht es neben der Identifizierung der einzelnen Kostenarten und deren Zuordnung zu Kostenstellen um einfache Analysen, mit deren Hilfe sich entscheiden lässt, an welchen Stellen Einsparungen sinnvoll sein könnten und ob Investitionen gerechtfertigt sind. Darüber hinaus werden im Wesentlichen technische, aber auch verfahrenstechnische Maßnahmen – seien es die Geometrie von Rotor oder Stempel, Temperierung, Automatisierung u. a. m. – an Fallbeispielen erörtert und durchkalkuliert.


For rubber manufacturers, who process their compounds themselves, the mixing room is of fundamental importance. With regard to the ever-increasing cost pressure, it is amazing that in this production sector a detailed cost analysis is often missing and thus the potential for optimisation remains unused. The present publication precisely addresses these aspects. In addition to identifying the types of costs and their allocation to cost centres, the article describes simple analyses that help to decide at which point savings could be beneficial and whether investments are justified. Furthermore, technical but also measures regarding process technology, be it, for example, the geometry of the rotor or ram, temperature control, or automation, are discussed and fully costed using case studies.

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Druckvorhersage in Elastomerwerkzeugen

Simulationsergebnisse stimmen trotz ständiger Weiterentwicklung bestehender Simulationsmodelle nicht immer mit Messergebnissen an der Maschine überein. Ist die Simulation des Drucks im Elastomerwerkzeug fehlerhaft, kann sich das kritisch auf andere Simulationsresultate wie die Prognose des Füllverhaltens der Form, der mechanischen Eigenschaften des Bauteils oder des Verzugs des Fertigteils auswirken, da entsprechende Zusammenhänge zwischen Druckänderungen und der damit verbundenen Temperaturentwicklung existieren. In der Serienproduktion würden solche Prognosefehler zu gravierenden Problemen führen. Der Artikel gibt eine kurze Einführung in die Messung und Simulation von Druck und beantwortet hierzu verschiedene Fragestellungen.


In spite of ongoing development of existing simulation models it happens that the simulation results do not always match the measurements taken at the actual machine. An erroneous simulated pressure in the elastomer mould may critically affect other simulation results such as the predicted filling behaviour of the form, the mechanical properties of the component or warpage of the finished part, as correlations between pressure changes and related temperature development exist. Errors in the predicted values could lead to serious problems in the serial production. The article gives a brief introduction to the measurement and simulation of pressure and answers various questions.

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Anforderungen für Ölfeldanwendungen und Bohrspülungseinfluss auf Elastomere

Elastomere können mit Bohrspülungen sowohl physikalisch als auch chemisch wechselwirken. Das physikalische Quellen von Elastomeren folgt der Beobachtung der Alchimisten: „Gleiches löst Gleiches.“ Durch Elution von Komponenten, die nicht an das Netzwerk gebunden sind, können Volumenverluste auftreten. Nachdem Moleküle aus der Flüssigkeit in das Elastomer eingedrungen sind, können Reaktionen stattfinden. Säuren wie Basen können an Doppelbindungen addiert werden und Eliminierungen hervorrufen oder Esterbrücken spalten, was zum Erweichen als auch zur Versprödung führen kann. Wenn im gespannten Zustand netzwerkverändernde Reaktionen stattfinden, kommt es zur Spannungsrelaxation, was für die Dichtwirkung schädlich ist. Bohrspülungen können wasser- oder ölbasiert sein und sind häufig Emulsionen, die zwei oder mehr unterscheidbare flüssige Phasen enthalten. Kohlenwasserstoffe zeigen in der Regel keine signifikante Reaktivität mit den meisten Elastomeren. Deren Löslichkeit und damit die Intensität des Quellens hängt von Doppelbindungsgehalt, Aromatengehalt und Kettenlänge ab. Die Reaktivität wässeriger Flüssigkeiten nimmt mit der Temperatur zu. Bohrspülungen können gelöste Chemikalien wie Emulgatoren, Hydroxide, Salze, Rostschutzmittel, Schwefelwasserstoff-Fänger und Thixotropie-Modifikatoren enthalten. Häufig wird der pH-Wert durch Additive beeinflusst. Saure Lösungen können hydrierte Nitrilelastomere (HNBR) verspröden, während alkalische Lösungen Fluorkautschuk abbauen. Dieser Artikel beschreibt Zusammensetzungen von Bohrspülungen und untersucht, wie sie die Eigenschaften von Elastomeren beeinflussen.


Elastomers may interact with drilling fluids both physically and chemically. Physical swelling is driven by the solubility of the liquid in the elastomer. Extraction of compounds not bound to the network may lead to negative swelling which is not always welcome. After fluid molecules have entered the elastomer, reactions may take place. Acids as well as bases may cause addition to double bonds, cleavage of ester bridges, elimination reactions, and therefore degradation of the network or embrittlement. If reactions take place while the elastomer is deformed, a permanent set results, which is detrimental to sealing. Drilling fluids may be water- or oil-based and often are emulsions containing two or more distinct liquid phases. Hydrocarbons do not show significant reactivity towards most elastomers. Their solubility and amount of swelling depends on the amount of double bonds or aromaticity and chain length. The reactivity of aqueous fluids increases with temperature. Drilling fluid liquid phases may contain dissolved components including emulsifiers, hydroxides, salts, corrosion inhibitors, sour gas scavengers and thixotropy enhancers. Often, additives influence pH. Acid solutions may cause brittleness of hydrogenated nitrile rubber (HNBR), while alkaline solutions deteriorate standard fluorinated rubber (FKM). This paper presents the composition of drilling fluids and examines the ways in which they can impact elastomer integrity.

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