GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Editorial
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Liberté, Égalité, Fraternité

Diese drei Begriffe, beziehungsweise ihre Bedeutung, sind die Grundsäulen jeder demokratischen Gesellschaft und werden gleichzeitig von Diktatoren gehasst wie die Pest.


Auf diese Begriffe berief man sich schon während der Französischen Revolution (1789 – 1799) und machte sie später, im Nachhinein, zu deren Leitspruch.


Wer nun denkt, im vermeintlichen „Mutterland der Demokratie“, Griechenland, wären diese Gedanken schon gültig gewesen, irrt gewaltig. In Athen und Sparta hatten nur die Grundbesitzer und Reichen ein Stimmrecht, die Heloten hatten nichts zu sagen und durften allenfalls mit ihren Herren in den Krieg ziehen, um sich dort abschlachten zu lassen. Frauen hatten schon gar nichts zu melden.


Übrigens im „aufgeklärten“ Europa erhielten die Frauen in den meisten Ländern erst im
20. Jahrhundert das aktive und passive Stimmrecht – 1913 in Norwegen, 1917 in Russland, 1918 in Deutschland und im Ursprungsland der Revolution Frankreich erst 1936, ganz zu schweigen von der Schweiz, wo man die Frauen erst 1971 von der Kette ließ (man denke auch an das Dreiklassenwahlrecht, das erst 1918 abgeschafft wurde).


Nun – die drei Begriffe Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit bedürfen einer Interpretation.
Freiheit ist klar, Freiheit von körperlicher und geistiger Gewalt.


Gleichheit bedeutet nicht Gleichmacherei, sondern Gleichheit bei den Chancen und vor allem Gleichheit vor dem Gesetz.


Bei dem Begriff Brüderlichkeit müssen wir weiter ausholen. Der Begriff bezieht sich nicht auf Brüder, sondern auf alle Menschen. Er beinhaltet Achtung und Respekt vor dem Nächsten und Hilfsbereitschaft. Aus der Vergangenheitskiste möchte ich den Begriff der Ritterlichkeit holen, der den Respekt vor dem Nächsten, auch vor dem Gegner, die Höflichkeit und die Ritterlichkeit – auch gegenüber Frauen – beinhaltet.
Die drei Begriffe stehen nicht nebeneinander, sondern sind miteinander verwoben, unterstützen und begrenzen sich gegenseitig.


Freiheit ohne Achtung vor dem Nächsten führt zu Tyrannei, Gleichheit ohne Achtung vor dem Nächsten führt zu Gewalt.


Gleichgültig, wohin oder auf was man aktuell schaut, seien es die Vorfälle in Clausnitz, Pegida-Demonstrationen, das „Dichtmachen“ der Grenzen in Europa gegen Flüchtlinge, aber auf der anderen Seite auch die Taten junger Männer aus islamischen Ländern in Köln und anderswo – alle Beteiligten haben weder begriffen und noch weniger verinnerlicht, worauf ihre Freiheit fußt, dass Freiheit immer mit dem Respekt vor dem Nächsten und auch vor Frauen verknüpft ist.


Also – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sollten nicht durch Kommas getrennt sein, sondern verbunden durch zwei dicke UND:


Freiheit UND Gleichheit UND Respekt vor dem Nächsten.


Ihr
Heinz Gupta

Report
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Grünes Licht für den ersten Porsche mit Elektroantrieb

Der Aufsichtsrat der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG hat grünes Licht für das Projekt Mission E – den ersten rein elektrisch angetriebenen Porsche-Sportwagen – gegeben. Damit schlägt das Unternehmen nach Worten des Vorstandsvorsitzenden Dr. Oliver Blume ein „neues Kapitel in der Sportwagengeschichte auf“. Das Fahrzeug soll Ende dieses Jahrzehnts auf den Markt kommen.

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Automobiler Leichtbau mit Faserverbundwerkstoffen

Bei konventionellen Fertigungsverfahren werden hybride Leichtbauverbundstrukturen in mehrstufigen und dadurch kostenintensiven Prozessketten geformt und durch zusätzliche Arbeitsschritte, z. B. Kleben oder Schweißen, gefügt. Aus prozesstechnischer Sicht wird die größte Kosteneinsparung bei Großserienprodukten durch eine möglichst kurze Zykluszeit erreicht. In Zusammenarbeit mit Projektpartnern (Evonik Industries AG, Toho Tenax Europe GmbH, Johnson Controls GmbH, RWTH Aachen University, Institut für Kraftfahrzeuge (ika) und Institut für Textiltechnik (ITA)) wurden bei HBW-Gubesch Thermoforming GmbH im Projekt CAMISMA (Carbonfaser/Amide/Metall-basiertes Innenstruktur-Bauteil im Multimaterialsystem-Ansatz) prozessintegrierende Produktionsverfahren entwickelt. Diese vereinen Umform-, Urform- und Fügeprozesse in einem Verfahrensschritt, wodurch eine besonders hohe Funktionsintegration erzielt wird. In Kombination mit einem materialeinsatzschonenden bzw. materialeffizienten und lastoptimierten Leichtbaudesign sowie durch die Unterstützung durch den Einsatz von energieeffizienten Materialien ist es möglich, leichtere und kostenoptimierte Bauteile herzustellen.

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Article
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Die nächste Generation von DOTG-Ersatzbeschleunigern für Acrylkautschuk-Elastomere

Aufgrund behördlicher Vorgaben sind als Alternativen zu DOTG hochleistungsfähige, guanidinfreie Vernetzungssysteme erforderlich. Vanderbilt Chemicals, LLC, hat hier einen neuen Beschleuniger als Ersatz für Guanidine entwickelt und zielte dabei auf dessen Einsatz in Hochleistungselastomeren auf Basis Acrylkautschuk, aber auch auf seine Verwendung für Standardpolymere. Vamac Ethylen-Acrylat- (AEM) und HyTemp Poly­acrylat-Kautschuk (ACM) werden wegen ihrer Medienresistenz und ihrer Beständigkeit bei hohen und niedrigen Temperaturen beide für Automobil­anwendungen ­genutzt. DOTG (N,N‘-Di-o-tolylguanidin) wird in nahezu allen Vulkanisationssystemen für AEM und üblicherweise in ACM eingesetzt. Mit dem Ersatz von DOTG ist wegen behördlicher Direktiven schon begonnen worden, seit es als toxische Festsubstanz klassifiziert wurde, die während des Vulkanisationsprozesses zusätzlich ein potenziell karzinogenes Nebenprodukt aus Zerfallsreaktionen freisetzen könnte. Der DOTG-Ersatzbeschleuniger der Nachfolgegeneration ist ein hochwirksamer Ersatz, der direkt und mengengleich ohne Anpassung in AEM und ACM genutzt werden kann. Er löst DOTG auch in anderen Vulkanisationssystemen und Polymeren ab, etwa in mit Zinkoxid vernetztem Neopren von DuPont oder schwefelvernetztem Naturkautschuk. Dieser Beschleuniger verleiht eine den DOTG enthaltenden Vulkanisationssystemen ähnliche Wärmealterungsbeständigkeit und erlaubt damit die einfache Entwicklung von Ersatzmischungen sowie die direkte Modifizierung schon bestehender Mischungen und gleichzeitig die Verbannung von DOTG aus den Rezepturen.


Due to regulatory concerns, guanidine-free cure systems that maintain high performance are desirable as alternatives to DOTG. Vanderbilt Chemicals, LLC, has developed a new accelerator for the replacement of guanidines, targeting its use in high performance acrylic based elastomers as well as use in general polymers. Vamac ethylene acrylic elastomers (AEM) and HyTemp polyacrylate (ACM) elastomers are both utilized in automotive applications for their fluid and high and low temperature resistance. DOTG (N,N’-di-o-tolylguanidine) is used in almost all cure systems for AEM and is commonly used in ACM. The replacement of DOTG has already begun due to regulatory concerns, since it has been classified as a toxic solid that might also release a potential carcinogenic decomposition byproduct during the molding process. The next generation DOTG replacement accelerator is a highly effective part-for-part drop-in replacement for use in AEM and ACM. It also replaces the use of DOTG in other cure systems and polymers, such as zinc oxide-cured DuPont Neoprene and sulfur-cured natural rubber. This accelerator provides heat-aged retention similar to DOTG-containing cure systems, allowing for easy development of replacement compounds and direct modification of existing systems, while formulations oust DOTG.

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Substitution von Naturkautschuk durch ultrahoch­molekulares EPDM in dynamischen Anwendungen

Elastomere werden in vielfältigen Anwendungen zur Schall- und Schwingungsdämpfung eingesetzt. In der Regel ist Naturkautschuk (NR) dafür das Polymer der Wahl. NR bietet eine hohe Festigkeit, eine hervorragende Ermüdungsbeständigkeit und die Möglichkeit, hochelastische Elastomere herzustellen, die für Anwendungen mit hochfrequenter Belastung ideal geeignet sind. Die Anforderungen hinsichtlich hoher Temperaturen nehmen in Automobil- und Industrieanwendungen immer mehr zu und zeigen die Schwächen von NR auf, da dessen Stabilität bei höheren Temperaturen sehr begrenzt ist. EPDM wird für gewöhnlich nicht in Anwendungsbereichen eingesetzt, die eine hohe Festigkeit und Ermüdungsbeständigkeit erfordern. Stattdessen wird EPDM dort eingesetzt, wo seine überlegene Witterungs-, Ozon- und Hitzebeständigkeit gefordert ist. Technologische Innovationen haben die Produktion eines ultrahochmolekularen EPDMs mit maßgeschneiderter Molekularstruktur ermöglicht, der dieselbe Festigkeit und Elastizität wie NR aufweist und diese Eigenschaften auch dann beibehält, wenn er hohen Temperaturen ausgesetzt wird. Auf Basis dieses neuen, ultrahochmolekularen EPDMs in Verbindung mit sehr geringen Mengen NR wurden Compoundformulierungen mit dynamischen Eigenschaften ent­wickelt, welche die herkömmlichen EPDM-Kautschuke übertreffen und mit entsprechenden NR-Produkten gleichziehen.


Elastomers are used in a variety of applications for noise and vibration attenuation, and typically natural rubber (NR) is the polymer of choice. NR offers high strength, outstanding fatigue, and the ability to compound highly resilient formulations, ideal for higher frequency applications. High-temperature demands are increasing in automotive and industrial applications and are exposing the shortcomings of NR, which has limited stability at elevated temperatures. EPDM rubber is not typically used in applications requiring high strength and fatigue resistance, instead it is used where its superior weathering, ozone and heat resistance is utilised. Technological innovations have enabled the production of an ultra-high molecular weight EPDM with tailored molecular structure, which matches the strength and resilience of NR, while maintaining these properties after high-temperature exposure. Formulations based on this new, ultra-high molecular weight EPDM and very small amounts of NR have been developed with dynamic properties surpassing typical EPDM products and matching NR products.

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Potenziale der heißwasser­getriebenen Projektilinjektions­technik im Elastomerspritzgießen

Spritzgießsonderverfahren wie die aus der Thermoplastverarbeitung bekannte Projektilinjektionstechnik (PIT) bieten den Vorteil, dass in einem einstufigen und vollautomatisierbaren Fertigungsprozess funktionsintegrierte Bauteile reproduzierbar gefertigt werden können. Das IKV hat nun die Projektilinjektionstechnik derart weiterentwickelt, dass auch vernetzende Werkstoffe wie z. B. Flüssigsiliconkautschuke (LSR) zu Hohlkörpern mit homogener Restwanddickenverteilung reproduzierbar und durch den Einsatz von überhitztem Wasser mit deutlich verkürzten Zykluszeiten hergestellt werden können.


The projectile injection technique (PIT) is a special injection moulding process which is known from thermoplastic processing. The PIT offers the advantage that functionally integrated parts can be produced in a single-step and fully automatable process. IKV has now developed a projectile injection technique which is also able to process crosslinking materials like liquid silicone rubber (LSR) so that hollow bodies made of LSR can be manufactured with a homogeneous residual wall thickness distribution and a significantly reduced cycle time.

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Elastomergeneratoren zur autonomen dezentralen Stromversorgung

Neuartige Generatoren aus dielektrischen Elastomerfolien, entwickelt vom Fraunhofer ISC, erzeugen Strom aus niederenergetischer Wasserströmung bei geringer Fließgeschwindigkeit und Wassertiefe. Als geräuschlose, umweltverträgliche und erschwingliche Alternative zu konventionellen Wasserkraftanlagen nutzen sie neue Standorte und sind insbesondere in ländlichen Gebieten zur autonomen, dezentralen Stromversorgung gedacht. Die Elastomergeneratoren bestehen aus langlebigen Werkstoffen und sind durch einen modularen, skalierbaren Aufbau flexibel bzgl. des Einsatzortes an kleinen Flüssen und Bächen einsetzbar.


Novel generators with dielectric elastomer films, developed by Fraunhofer ISC, generate electricity from low-energy water flow at a low flow rate and low water depth. As a noiseless, environmentally friendly and affordable alternative to conventional water-power plants they make new locations accessible and are suited for rural areas for an autonomous, decentralized power supply. The elastomer generators consist of durable materials and have a modular, scalable, and flexible setup for different locations such as small rivers and streams.

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Verbesserte Gasbarriere-Eigenschaften von Composites aus mit ionischen Flüssigkeiten modifizierten Graphen-Nanoplättchen und Brombutylkautschuk

In der vorliegenden Arbeit wurden Gummicomposites auf Basis von Brombutylkautschuk (BIIR) und mit ionischer Flüssigkeit (IL) modifizierten Graphen-Nanoplättchen (GnPs) mit Hilfe einer Schmelzmischtechnik hergestellt. Die IL hilft, die GnP-Partikel in der Kaut­schukmatrix zu delaminieren. Das so erhaltene Elastomermaterial zeigt eine erhebliche Verbesserung seiner Gasbarriere-Eigenschaften. Die Zugabe von 5 phr GnPs reduziert die Gasdurchlässigkeit um etwa ~64 %. Untersuchungen mit dem Transmissionselek­tronenmikroskop zeigen eine bessere Dispersion der GnP-Blättchen in BIIR-GnP-IL-Composites im Vergleich zu BIIR-GnP-Mischungen. Die Weitwinkel-Röntgenstreuung weist auf eine geringere Anzahl gestapelter GnP-Blättchen im BIIR-GnP-Verbund hin.


In the present work rubber composites based on bromobutyl rubber (BIIR) and ionic liquid (IL) integrated graphene nanoplatelets (GnP) have been prepared by a melt mixing technique. The IL helps to delaminate the GnP particles in the rubber matrix. The elastomeric material thus obtained shows a considerable improvement of gas barrier properties. Addition of 5 phr GnPs reduces the gas transmission rate about ~64 %. The transmission electron microscopy shows a better dispersion of the GnP sheets in the BIIR-GnP-IL as compared to BIIR-GnP. The wide angle x-ray scattering experiments indicate the presence of fewer stacked GnP sheets in the BIIR-GnP composite.

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