GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Editorial
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Schluss mit dem „billigen“ Geld?

Eigentlich war das Geld für Konsumenten und Unternehmen nie billig, wohl jedoch für die Banken, aber dazu kommen wir später noch.

Jahrzehntelang war Inflation Teufelszeug, weil sie doch die angesammelten und ersparten Werte verringerte oder gar auslöschte. Dabei ist der Grad der Inflation nur ein Maß für den Unterschied zwischen Nachfrage und Produktion (Angebot) – und sollte gleichzeitig auch eine Anregung für die anbietenden Unternehmen sein, ihre Angebote durch Innovationen und höhere Produktivität zu erhöhen.

Die Absicht von Herrn Draghi war es nun, den Konsum und auch die Produktion mit billigem Geld zu stimulieren. Da hatte er aber leider nicht die Rechnung mit den Banken gemacht, die sich sehr gern bei der EZB mit billigem Geld versorgen, aber ihren Kunden, den Unternehmen und den Konsumenten, weiterhin hohe Kreditzinsen abnehmen, dazu geringste oder keine Sparzinsen zahlen und so ihre Kassen füllen.
Die „schöpferische Zerstörung“ ist jetzt das neue Motto, nach der kleine und mittelständische Unternehmen, die sich nicht aus eigener Kraft finanzieren und erneuern können, eingehen sollten und damit natürlich den Großen kein Dorn mehr im Fleisch sein können.

Das Eingehen von Unternehmen hat in der freien Marktwirtschaft durchaus seinen Platz, aber bitte für alle und nicht nur für die Kleinen. Wenn bei Schieflagen großer Unternehmen, wie beispielsweise der Banken, diese vom Staat alimentiert werden – mit dem Geld der Bürger – so führt dies zu einer Hegemonie der Großen, was absolut nicht im Sinn der freien Marktwirtschaft sein kann.

Nun kommen chinesische Firmen, die mit eigenverdientem oder subventioniertem Geld mittelständische deutsche Unternehmen kaufen. Und – oh Wunder – diesen Firmen, die vorher kurz vor der Insolvenz standen, geht es mit chinesischer Führung und wohl auch mit chinesischem Kapital wieder besser, sie haben mehr Aufträge und stellen wieder Leute ein. Beispiele sind Putzmeister in Aichtal (Schwaben) oder Kiekert in Heiligenhaus oder Kion in Wiesbaden.

Vielleicht sollte Herr Draghi einen Weg finden, Geld in den Markt zu bringen – an Unternehmen und Konsumenten – und das, ohne über die Banken zu gehen.

Ihr
Heinz Gupta

Interview
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Eröffnung der Firma Asahi Kasei Europe GmbH in Düsseldorf – Interview mit Yuji Kobayashi, Hideki Tsutsumi und Hiroshi Yoshida von Asahi Kasei

Anlässlich der Eröffnung der Firma Asahi Kasei Europe GmbH in Düsseldorf, der europäischen Zentrale für Marketing und Vertrieb der Gruppe, hatten wir die Gelegenheit, mit Yuji Kobayashi, Representative Director und Vice President der Asahi Kasei Corporation, Hideki Tsutsumi, President der Asahi Kasei Europa GmbH und Hiroshi Yoshida, Lead Executive Officer und President der Performance Polymers SBU, zu sprechen. Als etwas ungewöhnlichen, aber sehr informativen Einstieg in ein Interview gaben die Top-Manager anhand einer kurzen Präsentation einen Einblick in die wirtschaftliche Lage sowie die verschiedenen Geschäftsbereiche und Produkte des Unternehmens.

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Report
477
Das Jahr 2015 im Rückblick – Von der Jahrestagung des VDMA-Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen

Wie der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA berichtete, schloss das Jahr 2015 für den deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbau mit einem beachtlichen Zuwachs bei der Produktion und zunehmenden Auslandslieferungen ab. Der Bestell­eingang lag 2015 um nominal 10 % über dem Vorjahresniveau. Die Aufträge von Kunden im Inland, die im Vorjahr stark zugelegt hatten, erfuhren 2015 wieder eine Gegenbewegung und schlossen das Jahr mit einem Minus von 5 % ab. Die Auslandsnachfrage stieg, nach einer Stagnation im Vorjahr kräftig um 15 % an. Der Euro-Währungsraum wies, wie schon in den beiden Vorjahren, ein Auftragsplus aus: dieses Mal waren es 17,0 %.

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508
„Schrammen sind sexy, Angstschweiß nie!“ – DKG-Jahrestagung glänzte mit unkonventionellen Denkanstößen und anregendem fachlichem Austausch

Die Deutsche Kautschuk-Gesellschaft hatte zu ihrer Jahrestagung 2016 ­eingeladen – und fast 150 Kautschukexperten waren Anfang Juni 2016 aus ganz Deutschland nach Nürnberg angereist. Die Teilnehmer erlebten ein vielseitiges und buntes Programm, das neben Neuigkeiten aus Forschung und Wissenschaft mit gleich zwei fesselnden Vorträgen „außer der Reihe“ und einer gelungenen Abendveranstaltung in der ­Indabahn aufwartete.

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Article
478
Füllsimulation beim Mikrospritz­gießen – praktische Aspekte

Der Einsatz spritzgegossener Formteile in Optik, Elektronik, Automobil-, Medizin- oder Nachrichtentechnik ist inzwischen State of the Art. Die Spritzgießsimulation solcher Teile ist aktuell jedoch mit Unsicherheiten verbunden, da die Randbedingungen in den Simulationen den Prozess nicht ausreichend realitätsnah abbilden. Im vorliegenden Artikel werden deswegen die Besonderheiten der Mikrofüllsimulation und in der Praxis bewährte Vorgehensweisen zur Problemlösung diskutiert. Im Wesentlichen geschieht das anhand typischer Fallbeispiele. Dabei stellt sich heraus, dass die Nutzung von ­pvT-Daten ebenso unerlässlich ist, wie eine ausreichende Genauigkeit thermischer ­Daten. Insbesondere funktioniert die Simulation bei praxisgerechten schnellen Einspritzgeschwindigkeiten zuverlässiger.


The use of injection moulded parts in optics, electronics, automotive, medical or tele­communications is now state of the art. The injection moulding simulation of such parts, however, is currently subject to uncertainty because the boundary conditions in the simulations do not reflect the process in a sufficiently realistic manner. Therefore, in this article the characteristics of the micro injection simulation and practice proven approaches for problem solving are discussed. This is mainly done based on typical case studies. It turns out that the use of pvT data is just as essential as sufficiently precise thermal data. In particular, the simulation is more reliable when using practice-oriented fast injection speeds.

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Möglichkeiten des energie­effizienten Mischens

Der Energiebedarf in den Werken der Phoenix Compounding Technology (PCT) steht seit Jahren im Fokus. Zum einen, weil das Umweltbewusstsein der Gesellschaft steigt und damit der Wunsch, Ressourcen zu schonen und Energie zu sparen. Zum anderen, weil die Energiekosten massiv ansteigen und die Betriebe zum Energiesparen zwingen. Diese Situation ist insbesondere für die energieintensive Gummiindustrie von zentraler Bedeutung. Das Herstellen der Compounds, das Verarbeiten der Mischungen bis hin zur Vulkanisation – dies sind alles Arbeitsschritte mit hohem Energieeintrag. Ein umfassendes Energiemanagement ist deswegen eine Aufgabe von höchster Bedeutung. Der vorliegende Artikel zeigt die wichtigsten Maßnahmen, mit denen Gummi­mischungshersteller ihren Energieverbrauch senken und potenzielle Einsparungen nutzen können.


For years now, the energy consumption is an area of concern for the production plants of Phoenix Compounding Technology (PCT). On the one hand because the environmental awareness within society increases and with that the wish to conserve resources and to save energy. On the other hand because the energy costs are great­ly increasing which forces all businesses to save energy. This situation is especially affecting the rubber industry, as it is very energy intensive. The production of compounds, the processing of the mixtures as well as vulcanisation are operations that involve a large amount of energy input. Therefore, comprehensive energy management is a task of very high importance. This article presents the most important measures helping compound manufacturers to reduce their energy consumption and to make use of potential savings.

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490
Die Herausforderungen beschleunigter Alterungsverfahren für die Vorhersage der Elastomerlebensdauer – Teil 2

Elastomere, die für längere Zeiträume (Jahre bis Jahrzehnte) der Luft oder hoher Feuchtigkeit ausgesetzt waren, sind häufig geschädigt. Lebensdauerabschätzungen basieren in der Regel auf der Extrapolation der Ergebnisse beschleunigter Alterungstests unter verschärften Umgebungsbedingungen. Hier werden etliche Schwierigkeiten, die in Verbindung mit solchen Studien auftreten können, besprochen und experimentelle/theoretische Verfahrensweisen aufgezeigt, wie mit ihnen umzugehen ist. Die Bedeutung der Verifikation der Schädigungsdaten aus der Zeit-Temperatur-Superposition wird als Beweis dafür hervorgehoben, dass die übergeordnete Natur des Schädigungsprozesses trotz der Beschleunigung durch die Temperatur unverändert bleibt. Es werden die Störeffekte, die auftreten, wenn die diffusionsbegrenzte Oxidation (DLO → diffusion-limited oxidation) unter beschleunigten Bedingungen eine Rolle spielt, beschrieben und gezeigt, dass die Größenordnung des DLO-Beitrags mit Hilfe von Messungen oder Abschätzungen der Sauerstoff-Permeationskoeffizienten (POx) und der Sauerstoff-Verbrauchsgeschwindigkeit (f) modelliert werden kann. POx- und f-Messungen können von der DLO beeinflusst werden und es wird dargelegt, wie sich verlässliche Werte ableiten lassen. Zusätzlich werden mehrere experimentelle Suchtechniken zur Prüfung auf DLO-Effekte diskutiert. Mit bei hohen und sich bis an Raumtemperatur annähernden Temperaturen ermittelten f-Werten lassen sich Resultate der beschleunigten Alterung luftgealterter Werkstoffe verlässlicher extrapolieren und viele Untersuchungen zeigen nun, dass Arrhenius-Extrapolationen zu geringeren Aktivierungsenergien tendieren, wenn die Alterungstemperaturen gesenkt werden. Es werden ebenfalls die besten Herangehensweisen für die Extrapolation der Daten aus der beschleunigten Alterung von Materialien, die Feuchtigkeit ausgesetzt waren, vorgestellt. Teil 1 behandelte die Methode der Zeit-Temperatur-Superposition (Kapitel 2) und Komplikationen bei der diffusionsbegrenzten Oxidation (Kapitel 3). Teil 2 setzt sich nun mit Messungen des O2-Verbrauchs für die DLO-Modellierung und Extrapolationstests (Kapitel 4) und mit der Lebensdauervorhersage für feuchtigkeitsempfindliche Elastomere (Kapitel 5) auseinander.


Elastomers are often degraded when exposed to air or high humidity for extended time periods (years to decades). Lifetime estimates normally involve extrapolating accelerated aging results made at higher than ambient environments. Several potential problems associated with such studies are reviewed and experimental/theoretical methods to address them are provided. The importance of verifying time-temperature superposition of degradation data is emphasized as evidence that the overall nature of the degradation process remains unchanged versus acceleration temperature. The confounding effects that occur when diffusion-limited oxidation (DLO) contributes under accelerated conditions are described and it is shown that the DLO magnitude can be modeled by measurements or estimates of oxygen permeability coefficients (POx) and oxygen consumption rates (f). POx and f measurements can be influenced by DLO and it is demonstrated how confident values can be derived. Additionally, several experimental profiling techniques that screen for DLO effects are discussed. Values of f taken from high temperature to temperatures approaching ambient can be used to more confidently extrapolate accelerated aging results for air-aged materials and many studies now show that Arrhenius extrapolations bend to lower activation energies as aging temperatures are lowered. Best approaches for accelerated aging extrapolations of humidity-exposed materials are also offered. Part 1 covered the time-temperature superposition approach (chapter 2) and diffusion-limited oxidation (DLO) complications (chapter 3). Part 2 discusses now O2 consumption measurements to model DLO and test extrapolations (chapter 4) and predicting lifetimes for humidity sensitive elastomers (chapter 5).

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Geschäumte Dichtungen bieten viele Perspektiven

Damit eine Dichtung in der Anwendung zuverlässig und über Jahre Bauteile abdichtet, ist die Auswahl des geeigneten Dichtungssystems – neben der Konstruktion, der Bauteilauslegung und der Berücksichtigung der Einsatzbedingungen – von entscheidender Bedeutung. Für Anwendungen in Kontakt mit aggressiven Medien in Kombination mit hohen Dichtigkeitsanforderungen empfehlen sich geschlossenzellige Siliconschäume sowie (ungeschäumte) Elastomersysteme. Ein breites Anwendungsspektrum ist von gemischtzelligen 2K-PU-Schäumen abgedeckt, die Bauteile gegen Feuchtigkeit, Staub und sonstige Witterungseinflüsse abdichten. Diese Systeme können mit Niederdruck-Misch- und Dosieranlagen in situ auf das zu dichtende Bauteil, also im FIPFG-Verfahren (formed in-place foam gasket) aufgebracht werden. Dadurch wird eine hohe Prozesssicherheit, gepaart mit höchster Effizienz und Wirtschaftlichkeit, erzielt. Dieses Verfahren hat sich in den vergangenen Dekaden flächendeckend durchgesetzt und gilt mittlerweile als Standardverfahren zum Herstellen von Gehäusedichtungen aller Art.


The right selection of a suitable sealing system – along with the structure, component design and the conditions of operation – is crucial for a reliable sealing of components for many years. For applications in contact with aggressive media, in combination with high tightness requirements closed silicone foams and (non-foamed) elastomer systems are recommended. A wide range of applications is covered by two-component polyurethane foams having mixed cell structure, which seal industrial parts against moisture, dust and other environmental influences. These foam seals can be applied in situ to the part using the FIPFG (formed in-place foam gasket) technology with the aid of low-pressure mixing and dosing systems. This ensures high process reliability combined with maximum efficiency and economy. This process has become widely accepted in recent decades and is now regarded as a standard for producing housing seals of all kinds.

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