• Verfasst am 26.03.2013 - Wirtschaft
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175 Jahre KraussMaffei

Am 20. März 2013 feierte die KraussMaffei Gruppe ihr 175-jähriges Bestehen. Das seit 1838 in München ansässige Unternehmen stellt heute ausschließlich Maschinen und Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi her, die unter den Marken KraussMaffei, KraussMaffei Berstorff und Netstal angeboten werden.

Um 1910 datiert diese Aufnahme von den Ursprüngen der Maffei-Werke in München-Hirschau

Um 1910 datiert diese Aufnahme von den Ursprüngen der Maffei-Werke in München-Hirschau

„Die KraussMaffei Gruppe mit ihren 4.000 Mitarbeitern blickt mit Stolz auf ihr 175-jähiges Bestehen. Denn das Unternehmen hat es über diesen langen Zeitraum stets geschafft, in seinen vielfältigen Tätigkeitsfeldern als innovativer Maschinenbauer international führend zu sein. Und auch heute nehmen wir als Hersteller in der Kunststoff- und Gummiindustrie eine weltweit führende Marktposition ein. Dafür danke ich allen Mitarbeitern, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben", sagt Jan Siebert, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) der KraussMaffei Group GmbH.


Historische Entwicklung ab 1838

Georg von Krauss übernahm das bankrotte Maffei-Imperium und verlagerte die innerstädtischen Werke an den westlichen Stadtrand Münchens. Die Aufnahme zeigt ein Luftbild um 1937 mit Werkshallen und Verwaltungsgebäude.

Georg von Krauss übernahm das bankrotte Maffei-Imperium und verlagerte die innerstädtischen Werke an den westlichen Stadtrand Münchens. Die Aufnahme zeigt ein Luftbild um 1937 mit Werkshallen und Verwaltungsgebäude.

Am 20. März 1838 kaufte der Kaufmann Joseph Anton von Maffei (1790 bis 1870) in München-Schwabing das Grundstück Hirschau und baute in den Folgejahren dort das Eisenwerk und die erste Lokomotivwerkstätte auf. Damit legte er den Grundstein für die heutige KraussMaffei Gruppe. Maffei war im Eisenbahn-, Schiffs- und Brückenbau aktiv und zeigte Gründergeist im Banken-, Versicherungs- und Hotelgewerbe.

1866 gründete Dr.-Ing. e. h. Georg von Krauss (1826 bis 1906) auf dem Marsfeld in München die Kommanditgesellschaft „Krauss & Comp.“, die ebenfalls Lokomotiven produzierte. Die beiden Konkurrenzfirmen Maffei und Krauss schlossen sich 1931 zur „Krauss & Comp.-J. A. Maffei AG“ zusammen und bezogen die neue Werkszentrale in München-Allach, die bis heute noch der Hauptsitz des Unternehmens ist. Das Kerngeschäft bildete nach wie vor der Lokomotivbau. In den Jahren 1945 bis 1999 produzierte das Unternehmen ein Mischportfolio aus zivilen und militärischen Fahrzeugen, Zentrifugen, Maschinen für den Fleischereibedarf, Lokomotiven, Bussen sowie erste Vorläufer der Kunststoffmaschinen – und konzentrierte sich damit auf die Geschäftstätigkeit in den Bereichen Verkehrstechnik, Wehrtechnik, Verfahrenstechnik und Kunststofftechnik.

KraussMaffei legte Ende der 1950er Jahre die Weichen für den Spritzgießmaschinenbau. Wenige Jahre später folgten Extrusionstechnik und Reaktionstechnik.

KraussMaffei legte Ende der 1950er Jahre die Weichen für den Spritzgießmaschinenbau. Wenige Jahre später folgten Extrusionstechnik und Reaktionstechnik.

Im Kunststoffbereich entwickelte und produzierte das Unternehmen in den 1950er Jahren zunächst ausschließlich Spritzgießmaschinen und übernahm zur Stärkung der Geschäftstätigkeit den Spritzgießmaschinenhersteller „Eckert & Ziegler GmbH“ in Weißenburg, der bereits 1926 mit dem Bau von Spritzgießmaschinen begonnen hatte. Ab 1968 wurde die Aktivität in der Kunststofftechnik um den Geschäftsbereich Reaktionstechnik erweitert und 1971 startete das Unternehmen mit dem Bau von Extrudern. Damit wurde nach Angaben von KraussMaffei der Grundstein für ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche gelegt: das Leistungsspektrum von KraussMaffei deckt die komplette Technologie in der Spritzgieß-, Extrusions- und Reaktionstechnik ab.

In München-Allach und an neun weiteren Produktionsstandorten fertigt man heute teils im Taktmontagebetrieb Maschinen und Anlagen für die Verarbeitung von Kunststoff und Gummi.

In München-Allach und an neun weiteren Produktionsstandorten fertigt man heute teils im Taktmontagebetrieb Maschinen und Anlagen für die Verarbeitung von Kunststoff und Gummi.

In den 1990er Jahren expandierte das Unternehmen: 1992 wurden die Mehrheit der Anteile am Schweizer Hersteller Netstal-Maschinen AG und 1998 die Mehrheit der Anteile an der Berstorff GmbH in Hannover übernommen. 2002 wurde das Portfolio um Automationslösungen der Neureder AG in Schwaig erweitert. Die ausschließliche Konzentration auf die Geschäftstätigkeit in der Kunststoff- und Gummitechnik erfolgte bereits 1999/2000 durch die Auflösung des Mannesmann-Konzerns. Der Geschäftsbereich Lokomotivenbau wurde von Siemens und der Geschäftsbereich Wehrtechnik von der Firma Wegmann, jetzt Krauss-Maffei Wegmann (KMW), übernommen.

Heute deckt KraussMaffei die gesamte Wertschöpfungskette der Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi ab – und bedient unter anderem Kunden aus der Automobil-, Verpackungs-, Medizin- und Bauindustrie sowie Hersteller von Elektrik- und Elektronikprodukten und Haushaltsgeräten. Diese fertigen auf den Maschinen und Anlagen des Unternehmens Alltagsprodukte wie PET-Flaschen oder Verpackungen für Lebensmittel, Automobilteile wie Instrumententafeln, Türverkleidungen und Stoßfänger, medizinische Utensilien wie Pipetten und Spritzen oder auch LED-Glühlampen.


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