GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Editorial
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„Back to normal“ – was heißt schon „normal“?

Durch die Corona-Krise haben wir festgestellt, dass das Arbeiten aus dem Homeoffice häufig effizienter ist, dass wir durch weniger Geschäftsreisen mehr Zeit für die Familie haben und dass z. B. die CO2-Emissionen aufgrund des Lockdowns in vielen Industrienationen gesunken sind.

Aber wir haben auch festgestellt, dass die Vielzahl an Videokonferenzen und Webinars uns mittlerweile ermüdet, dass kurze Gespräche mit den Kollegen für unseren Arbeitsprozess hilfreich wären und dass uns reale Treffen und der Austausch mit Geschäftspartnern und Kunden fehlen.

Wie viele von Ihnen, sind auch alle Mitarbeiter der Dr. Gupta Verlags GmbH zunächst ins Homeoffice gezogen. Wir haben Kurzarbeit beantragt und haben aufgrund fehlender analoger Vertriebswege, wie Messen und Konferenzen, aber auch weil in den meisten Unternehmen viele Mitarbeiter nur im Homeoffice zu erreichen waren, unsere Magazine nur digital vertrieben.

Aber wir Menschen benötigen Außenreize, sensorische Reize und emotionale Zuwendung und Anerkennung. Spätestens seit Kaspar Hauser wissen wir, dass für uns als soziale Wesen direkte und reale Kontakte lebensnotwendig sind.

Daher haben wir uns, unter Einhaltung der Hygieneempfehlungen, entschieden, einen ersten Schritt „zurück“ in die Normalität zu machen und arbeiten wieder in kleiner und wechselnder Besetzung im Büro. Auch wenn in diesem Jahr vermutlich keine größeren Messen und Konferenzen stattfinden werden, so erscheinen einige unserer Magazine nach und nach, neben der Online-Version, wieder als real greifbare, analoge Print-Magazine.

Ob es wirklich ein „Back to normal“ geben wird, und wie dies aussieht, und ob eine „zweite Corona-Welle“ auf uns zukommt, bleibt abzuwarten.

Aber ich möchte die Gelegenheit nutzen, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser und liebe Anzeigen-Kunden, für Ihr Interesse an unseren Magazinen, Ihre Beiträge und Ihre Treue zu danken. Ohne Sie könnten wir die Arbeit, die wir mit Herz und Verstand machen, nicht leisten.

DANKE!

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Zeit beim analogen Lesen und

…bleiben Sie weiterhin gesund!

Herzlichst
Indira Gupta

Report
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Die Kautschukindustrie 2019/2020 – Der neue Branchenbericht des wdk liegt vor

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) hat seinen aktuellen Branchenbericht vorgestellt. Wie der Verband mitteilte, hat die Corona-Krise die deutsche Kautschukindustrie in einer schwierigen Phase erwischt. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2019 hatten die Umsätze in der gesamten Breite des Produktportfolios nachgegeben. Insgesamt lag der Branchenumsatz 2019 mit rd. 11 Mrd. EUR um 4,2 % unter dem von 2018. Erstmals seit Jahren sank wieder die Zahl der Beschäftigten, von rd. 75 000 auf rd. 73 000. Nachdem im Januar und Februar 2020 die Umsätze – wie erwartet – unter dem Vorjahr lagen, wurde die Branche im März und April 2020 hart von den politischen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise getroffen: Während im Inland der Warenabsatz etwa im Fahrzeughandel stockte, schwächelte das industrielle Exportgeschäft und internationale Lieferketten werden behindert. Die Automobilhersteller reagierten mit flächendeckenden Produktionsunterbrechungen, die sich unmittelbar auf die Kfz-Zulieferer der deutschen Kautschukindustrie sowie die Erstausrüstungslieferungen der Reifenhersteller übertrugen. Trotz aller Unwägbarkeiten hat der Verband für die weitere Branchenentwicklung in diesem Jahr drei Umsatzszenarien berechnet. Im „Best-Case“-Szenario würde der Umsatzrückgang 9 % betragen, im „wdk“-Szenario 13 % und im „Worst-Case“-Szenario 15 %. Im folgenden wdk-Branchenbericht sind wichtige Eckdaten der Kautschukindustrie sowie Einschätzungen, Kommentare und Analysen der Experten des Verbands zusammengetragen.

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Neue Technologie nutzt Radiofrequenz anstelle von Wasserdampf für die Versinterung von Beads für Verpackungen, Bau und Automobil – Fraunhofer ICT weitet Forschung im Bereich Schäumtechnologien mit neuer Anlage aus

Schaumstoffe, die im Formteilverfahren hergestellt werden, sind zum Beispiel Verpackungen von Elektrogeräten, Fahrrad- und Motorradhelmschalen, Armlehnen im Automobil und viele mehr. Dabei werden aufgeschäumte Kunststoffbeads mittels Wasserdampf zu Bauteilen versintert. Die Werkstoffauswahl ist dadurch auf Materialien begrenzt, die sich im Druck- und Temperaturbereich klassischer Dampfformteilprozesse (zwischen 1 – 8 bar) miteinander verbinden lassen, wie zum Beispiel Polystyrol (PS), Polypropylen (PP) oder thermoplastische Polyurethan (TPU). 

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Getrübte Stimmung bei Kunststofferzeugern

Wie PlasticsEurope Deutschland – der Verband der Kunststofferzeuger in Deutschland – berichtet, hat die Corona-Pandemie die globale Wirtschaft zeitweise lahmgelegt. In Europa haben das v. a. Frankreich, Spanien und Italien zu spüren bekommen. Aber auch Deutschland als Exportnation verzeichnet Einbrüche, etwa den Rückgang der Warenausfuhren im April um 31,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. 

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60 Jahre Kunststoff-Zentrum in Leipzig

„Mit der Industrie – für die Industrie“ – mit diesem Anspruch führt die Kunststoff-Zentrum in Leipzig gGmbH (KUZ) Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die kunststoffverarbeitende und -anwendende Industrie durch. Seit der Gründung im Jahr 1960 entwickelte sich das KUZ innerhalb von sechs Jahrzehnten zu einem renommierten deutschland- und europaweit agierenden Institut. Im Jahr 2020 feiert das KUZ sein 60-jähriges Bestehen.

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Bis-DMTD als ETU-Ersatz in CR-Compounds

1,3-Ethylenthioharnstoff (ETU) ist ein effizienter Vernetzer für Chloroprenkautschuk (CR) und häufig eingesetzter Beschleuniger für die Vulkanisation von EPDM. Nach der REACH-Bewertung ist ETU als besonders besorgniserregender Stoff eingestuft worden. Der französische Chemikalienhersteller MLPC International hat daher eine Studie aufgelegt, um einen optimalen und sicheren Ersatz für ETU in dieser Anwendung zu finden. Als am besten geeignet hat sich eine Lösung auf Basis von Bis-Dimercaptothia­diazol (Bis-DMTD) erwiesen. Es ist als nicht krebserzeugender, mutagener oder reproduktionstoxischer Stoff (non-CMR) klassifiziert und es sind keine weiteren Konformitätsprüfungen durch die ECHA (European Chemicals Agency) notwendig. 

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IKT / SKZ: Projekt zur automatisierten Wirbelstrom­prüfung von Faserverbund­kunststoffen

Das Institut für Kunststofftechnik (IKT) der Universität Stuttgart und das Kunststoff-Zentrum SKZ forschen im Rahmen eines von der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) geförderten Kooperationsprojekts an der Automatisierung der Hochfrequenz-Wirbelstromprüfung für kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK).

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P. E. Schall: Fakuma 2020 abgesagt

Das Messeunternehmen P. E. Schall GmbH & Co. KG gab am 23. Juli 2020 in einer Sonderpressemeldung bekannt, dass man gemeinsam mit dem Ausstellerbeirat der Fakuma 2020 entschieden habe, die 27. Fakuma auf das Jahr 2021 „zu verschieben“. Die internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung soll nun vom 12. – 16. Oktober 2021 stattfinden. Dabei kommt die „Verschiebung“ der Messe de facto einer Absage gleich, da für das Jahr 2021 ohnehin bereits die 28. Fakuma geplant war.

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Produktionskapazitäten für Schutzausrüstung schaffen

Auch wenn im Umgang mit der Corona-Pandemie inzwischen eine gewisse Normalität eingekehrt ist und viele Beschränkungen aufgehoben sind, werden uns Mund-Nasen-Masken und andere Schutzvorkehrungen noch eine ganze Weile begleiten. Auch der Bedarf an persönlicher Schutzausrüstung insbesondere für medizinisches Personal ist weiterhin hoch. Die Pandemie hat gezeigt, wie anfällig internationale Wertschöpfungsketten sind. Viele Unternehmen aus der heimischen Kunststoffindustrie haben schnell reagiert und ihre Produktion erweitert oder umgestellt, um die Versorgung sicherzustellen.

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Article
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Neuartige modifizierte Kieselsäure für optimierte Laufstreifenentwicklung

Moderne Pkw-Laufstreifenentwicklung legt neben hohen Performancezielen am Reifen zunehmend Wert auf eine problemlose und ressourcenschonende Verarbeitung. Im Zuge der Einführung von Silicamischungen und deren Optimierung über die letzten 25 Jahre wurde die Verarbeitbarkeit der zunehmend höher gefüllten Mischungen immer schwieriger und energieintensiver. Der nächste Schritt, sowohl die Reifenperformance als auch die Mischungsverarbeitung zu verbessern, liegt in der grundlegenden chemischen Umgestaltung der Massenrohstoffe Kautschuk und Füllstoff. Dieser Beitrag zeigt Möglichkeiten auf, durch Verwendung optimierter oberflächenmodifizierter Kieselsäure sowohl die technische Performance als auch die Verarbeitung von Laufstreifenmischungen entscheidend zu verbessern und den Ressourcenverbrauch zu reduzieren.


In addition to high performance targets for tires, modern car tread development places increasing value on problem-free and ­resource-saving processing. In the course of the introduction of silica mixtures and their optimization over the past 25 years, the processability of the increasingly filled mixtures became more difficult and more energy intensive. The next step in improving both tire performance and compound processing is the fundamental chemical redesign of the raw materials rubber and filler. This article shows ways to significantly improve both the technical performance and the processing of tread compounds and to reduce resource consumption by using optimized surface-modified silica.

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Strainer – aktuelle Entwicklungen und neue Möglichkeiten – Teil 3: Der Strainer aus verfahrenstechnischer Sicht

Dieser Beitrag widmet sich der Analyse des Strainers aus verfahrenstechnischer Sicht. Es werden unterschiedliche technische Ansätze und deren Auswirkung auf die Verweilzeit bzw. das Verweilzeitspektrum der Mischung verglichen. Mit der Heat-History-Methode wird eine Möglichkeit zur Quantifizierung des Effektes von unterschiedlichen Verweilzeiten bei unterschiedlichen Temperaturen vorgestellt.


This contribution is dedicated to the analysis of the strainer from a process engineering perspective. Different technical approaches and their effects on the residence time or residence time spectrum of the compound are compared. With the heat history method a possibility to quantify the effect of different residence times at different temperatures is presented.

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Übersicht über laufende Untersuchungen zur Langzeitalterung von Elastomerdichtungen

Eine Aufgabe des Fachbereichs 3.4 Sicherheit von Lagerbehältern der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist es, die Sicherheit von Behältern zur Lagerung von radioaktivem Abfall mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung zu bewerten. Da solche Behälter vor der Entsorgung transportiert und gelagert werden, ist während dieser Zeit ein sicherer Einschluss des radioaktiven Inhalts von größter Bedeutung. Zur Abdichtung dieser Behälter sind Elastomer-O-Ringe weit verbreitet. Um für solche, wie auch für viele andere Anwendungen, eine Voraussage über die Lebensdauer dieser Komponenten treffen zu können, ist es unerlässlich zu verstehen, welchen Einfluss der durch Alterung hervorgerufene Abbau auf Dauer auf die Elastomerdichtungen hat. In einem Langzeittest wurden drei Kautschukarten (EPDM und FKM, die für die Anwendung relevant sind, und HNBR als Vergleich) über mehrere Jahre untersucht. Dabei wurden die Veränderungen der mechanischen Eigenschaften (z. B. Härte und Bruchdehnung) bei vier verschiedenen Alterungstemperaturen (75 °C, 100 °C, 125 °C und 150 °C) sowie das Dichtungsverhalten betrachtet. Um den Einfluss von Vernetzung und Kettenspaltung auf die beobachteten Alterungseffekte zu bestimmen, wurden Messungen zur kontinuierlichen und intermittierenden Druckspannungsrelaxation durchgeführt. Dadurch konnten Erkenntnisse über Kinetik und Mechanismus der Abbau­reaktionen gewonnen werden. Zur Einschätzung des Dichtungsverhaltens wurden Durckverformungsrest und Leckagerate gemessen. Die Ergebnisse zeigen, dass die O-Ringe unter statischen Bedingungen auch dann dicht halten, wenn die Werte für Druckverformungsrest, Druckspannungsrelaxation und mechanische Eigenschaften schon auf einen fortgeschrittenen Alterungsabbau hindeuten. Aus diesem Grund wurde ein modifizierter Dichtigkeitsversuch mit einer geringen und schnellen teilweisen Entlastung der Dichtung entwickelt, mit dessen Hilfe sich ein Lebensdauerkriterium bestimmen lässt, das eine Sicherheitsspanne für thermische Schrumpfung und Vibrationen beinhaltet.


At the Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Division 3.4 Safety of Storage Containers, one of our tasks is to evaluate the safety of containers designed for disposal of low and intermediate radioactive waste. As such containers might be transported before and stored until disposal, safe enclosure of the radioactive inventory is important for this time span. Elastomer O-rings are widely used as barrier seals in these containers. Thus, as for many other applications, an understanding of the practical effects of ageing degradation on elastomer seals during long-term exposure is mandatory for predicting the lifetime of such components. According to a long-term test programme on three kinds of rubbers (EPDM and FKM, relevant for application, and HNBR for comparison), over several years we have studied the degradation and the change of mechanical properties (e.g. hardness, strain at break) at four different ageing temperatures (75 °C, 100 °C, 125 °C and 150 °C) as well as the change of sealing properties. Continuous and intermittent compression stress relaxation (CSR) measurements were performed in order to investigate the respective contribution of crosslinking and chain scission to the observed degradation effects. Thus, the degradation kinetics and mechanisms could be resolved more clearly. For assessing the seal performance, compression set (CS) and leakage rate measurements were conducted. The experimental results showed that the O-rings remained leak-tight under purely static conditions even when CSR, CS and mechanical properties already indicated far advanced degradation. For this reason, a modified leakage test involving a small and rapid partial decompression of the seal was developed that enabled determining an end-of-lifetime criterion for O-rings with a safety margin for thermal shrinkage and vibrations.

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