GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Editorial
349
Corona, Plastikmüll und andere Herausforderungen…

Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht ausgestanden. Im Gegensatz zum März weiß man aber inzwischen etwas genauer, wie sich das Virus verbreitet und wie man sich davor schützen kann. So ist die Mund-Nasen-Maske mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Je nach Anwendung können Visiere und Schutzschilde Ergänzung oder Alternative zu Mund-Nase-Masken und Atemschutzmasken sein. Wie bei der Produktion der Mund-Nase-Masken haben viele Unternehmen der Kunststoffindustrie ihre Kompetenzen gebündelt und gemeinsam mit Kooperationspartnern innerhalb kürzester Zeit Gesichtsvisiere entwickelt. Wir berichten auf Seite 378.

Plastikmüll und die Verschmutzung der Weltmeere sind eine weitere Herausforderung, der sich nicht nur die Branche stellen muss. Zu den vielen Maßnahmen, mit denen die Europäische Union versucht, den Plastikmüll einzudämmen gehört die 2019 von der europäischen Kommission beschlossene Einwegplastik Richtlinie. Sie ist Teil des EU Paketes zur Kreislaufwirtschaft und gehört zu einer der 54 im Aktionsplan Kreislaufwirtschaft skizzierten Initiativen, die den Weg für den Übergang zu einer kreislauforientierten Wirtschaft ebnen sollen. Lara Dammer vom Nova-Institut gibt auf Seite 361 eine Übersicht über das EU Paket zur Kreislaufwirtschaft und die EU Kunststoffstrategie und erklärt, welche Bedeutung beide für biobasierte Kunststoffe haben.

Die Europäischen Chemikalienbehörde (ECHA) hat mit SCIP (substances of concern in products) eine neue Datenbank eingerichtet. Sie soll mit zahlreichen Informationen über „bedenkliche Stoffe“ in Produkten gefüttert werden. So können Entsorgungsunternehmen erkennen, in welchen Abfällen besorgniserregende Stoffe sind. Ziel der Datenbank ist letztendlich, solche gefährlichen Stoffe endgültig aus dem Wirtschaftskreislauf auszuschleusen. Was eigentlich eine gute Idee ist, ist in der Praxis nur mit enormem Aufwand durchzuführen und nicht notwendigerweise zielführend, wie die Fachtoxikologin und Umweltauditorin Dr. Beate Kummer in ihrem Beitrag auf Seite 366 anhand einiger ausgewählter Praxisbeispiele deutlich macht.

In diesem Heft finden Sie außerdem Konjunkturdaten des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (wdk) zu Altreifen (S. 383) und den Auswirkungen der gegenwärtige Corona-Pandemie (S. 359) sowie Informationen zum Jahresrückblick 2019 des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA (S. 384). Wir berichten, wie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Continental in einem gemeinsamen Projekt erstmals eine Kautschuklieferkette lückenlos elektronisch rückverfolgbar machen (S. 360) und sprechen mit Dr. Dirk Kilian von IMCD Deutschland über Strategien des Unternehmens im Umgang mit der Corona-Krise und die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit (S. 358).

Das GAK-Redaktionsteam wünscht viel Spaß beim Lesen!

Herzliche Grüße
Christine Rüdiger

Interview
358
Bereichsübergreifende Kommunikation sorgt für Cross-Learning-Effekt – Interview mit Dr. Dirk Kilian, Market Manager Rubber, IMCD Deutschland

Der international agierende Distributeur IMCD hat im September 2018 den Hamburger Distributeur Velox übernommen, der u. a. ein breites Portfolio für die kautschukproduzierende und -verarbeitende Industrie hatte. Ziel dieser Akquisition war es die Position des Unternehmens als Distributeur für spezielle Kunststoffe und Additive zu stärken. Die GAK-Redaktion hat Dr. Dirk Kilian, als Market Manager Rubber verantwortlich für das Segment Rubber bei der IMCD Deutschland, gefragt, ob darin eine strategische Ausrichtung in Richtung Kautschuk zu sehen ist und sprach mit ihm über den Service-Ansatz des Unternehmens, Strategien im Umgang mit der Corona-Krise und die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für IMCD.

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Report
359
wdk: Massiver Konjunktureinbruch in der deutschen Kautschukindustrie

Wie der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) berichtet, hat die gegenwärtige Corona-Pandemie in der deutschen Kautschukindustrie tiefe Spuren hinterlassen. Nach dem ersten Halbjahr 2020 lag das Umsatzminus im Vergleich zum Vorjahr bei rd. 22 %. Die Branchenunternehmen konnten mit ihren Produkten nur noch knapp 4,5 Mrd. EUR erwirtschaften, so der Verband.

360
BMZ und Continental machen Kautschuklieferkette digital rückverfolgbar

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Continental machen erstmals eine Kautschuklieferkette lückenlos elektronisch rückverfolgbar – vom Anbau in Indonesien über die Weiterverarbeitung bis zur Reifenproduktion. Die Partnerschaft für das Pilotprojekt in West-Kalimantan auf Borneo besteht bereits seit dem Jahr 2018. Die Schulung von 450 Kleinbauern in nachhaltiger Anbaupraxis soll hochwertigeren Naturkautschuk ermöglichen, einen Beitrag zur Existenzsicherung leisten und der Entwaldung vorbeugen.

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364
2K-Membranen aus Silicon und Thermoplast im mechanischen Verbund – 0,1 mm Wandstärke und 1-Shore-Silicon

Ein Becher, der es ermöglicht zu trinken, ohne das Gefäß zu kippen und eine Siliconmembran, die die Flüssigkeit befördert: Das war die Ausgangssituation zweier Studenten der Medizintechnik, die mit einem Entwicklungs- und Produktionsauftrag auf Rico zukamen. Die besondere Anforderung an das Produkt: Die Membran sollte aus 1-Shore-Silicon mit einer Wandstärke von 0,1 mm gefertigt werden.

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366
SCIP – Die neue ECHA-Datenbank für besorgniserregende Stoffe

SCIP steht für „substances of concern in products“ und ist eine neue Datenbank, die von der Europäischen Chemikalienbehörde (ECHA) eingerichtet und in allen Mitgliedstaaten zugänglich sein wird. Es ist geplant, diese mit zahlreichen Informationen über „bedenkliche Stoffe“ in Produkten zu füttern. Diese Informationen sollen den Entsorgungsunternehmen zur Verfügung stehen, die dann Kenntnis darüber haben werden, in welchen Abfällen besorgniserregende Stoffe sind. Ziel der Datenbank ist letztendlich, solche gefährlichen Stoffe endgültig aus dem Wirtschaftskreislauf auszuschleusen und damit dem EU-Kommissionsziel „Tox-Free-Environment“ ein Stück weit näher zu kommen. Losgehen wird es ab Januar 2021.

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378
Visiere: Ergänzung oder Alternative zu Masken

Zum Schutz vor Corona sind Visiere und Schutzschilde je nach Anwendung Ergänzung oder Alternative zu Mund-Nase-Masken und Atemschutzmasken. Die Visiere ergänzen die Schutzausrüstung von medizinischem Personal und Menschen, die bei ihrer täglichen Arbeit intensiven Publikumsverkehr haben. Das wesentliche Bauteil ist eine stabile, transparente Folie, die mit gängigen Mitteln desinfizierbar und für Tröpfchen undurchlässig sein sollte. Die Gesichtsvisiere sind im medizinischen Bereich zwar kein Ersatz für einen Mundschutz, der zusätzlich getragen werden muss, schützen aber insbesondere die Augen, über die durch Tröpfcheninfektion ebenfalls Erreger in den Körper eindringen können. Viele Unternehmen haben gemeinsam mit Kooperationspartnern Gesichtsvisiere entwickelt und mit der Produktion begonnen.

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381
Composite-Bauteile wirtschaftlich gefertigt – 4 000 kN Öffnungskraft für kundenspezifisch ausgelegte Oberkolbenpresse

Auf der Suche nach einer wirtschaftlichen Lösung zur Fertigung von Composites für die Luftfahrttechnik schaute sich ein russischer Hersteller auf dem Weltmarkt um. Die energiesparenden Pressen der WKP-Oberkolbenbaureihe der Fa. Wickert Maschinenbau, Landau, kamen in die engere Wahl. Die Fertigungsleitung des Werks entschied sich für eine kundenspezifisch angepasste WKP 12000 S die alle Anforderungen erfüllte. Gefordert wurden eine ungewöhnlich hohe Öffnungskraft von 4 000 kN, Ausstoßer mit 3 000 kN, eine Zykluszeit von bis zu 72 Stunden sowie Heizplattentemperaturen von bis zu 340 °C.

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383
wdk: Recyclingquote bei Altreifen steigt auf neues Rekordhoch

Wie der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) anlässlich der Vorlage der Altreifenzahlen berichtete, hat die Recyclingquote bei Altreifen im Jahr 2019 ein neues Rekordhoch erreicht. Die Gesamtmenge an Altreifen lag 2019 insgesamt bei 571 000 t. Das ist ein Rückgang von 2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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384
2019 erstes Jahr seit Langem mit Umsatzrückgang für den deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbau – Umsatzeinbußen für 2020 bei bis zu 30 %

Der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA hat seinen Jahresrückblick vorgelegt und kommt darin zu einer ernüchternden Bilanz. Wie erwartet sind 2019 die Umsatz-Höhenflüge der vergangenen Jahre zum Erliegen gekommen: Die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer mussten einen Umsatzrückgang von 6 % verbuche.

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385
Mixer-Design-Innovationen – Gestiegene Anforderungen an Mischer

Die Wahl des geeigneten Mischverfahrens hängt von den zu mischenden Zutaten und dem erforderlichen Ergebnis ab. Der größte Teil neuer Mischaufgaben erfolgt bei der Entwicklung neuer Produkte oder Compounds und beginnt in einer Laborumgebung, in der die Eigenschaften eines Elements oder Inhaltsstoffs mit den Eigenschaften eines anderen Elements oder Inhaltsstoffs kombiniert werden. Dieser Prozess kann entweder nur eine einfache Formel umfassen, bei der lediglich zwei Zutaten miteinander vermischt werden, oder deutlich komplexer werden, einschließlich dem Aufbringen thermischer Funktionen oder unterschiedlicher Aggregatzustände. Die Fa. Winkworth befasst sich als Hersteller von Mischanlagen in Großbritannien seit fast 100 Jahren mit diesem Thema und verfügt über eine entsprechend langjährige Erfahrung in der Konstruktion und im Bau von Mischanlagen. Es ist diese zunehmende Komplexität, die dazu führte, dass Innovationen im Design und in der Steuerung der Mischumgebung durch die Anpassung der jeweiligen Mischer für spezifische Anwendungen umgesetzt werden mussten. Dies wird im Folgenden anhand von ausgewählten Fallbeispielen beschrieben.

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Article
361
Das EU Paket zur Kreislaufwirtschaft und die EU-Plastikstrategie – Übersicht und Bedeutung für biobasierte Kunststoffe

Es gibt wenige politische Initiativen, die in letzter Zeit so viel Aufmerksamkeit erregt haben, wie die kürzlich von der europäischen Kommission beschlossene Einwegplastik Richtlinie (Single-Use Plastics Directive). Häufig wird sie auch als Einwegplastik-Verbot bezeichnet. Dieser Rechtsakt ist allerdings nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen die Europäische Union versucht, den Plastikmüll einzudämmen und die Wirtschaft in Europa in eine Kreislaufwirtschaft zu führen. Dieser Beitrag gibt eine Übersicht über das EU Paket zur Kreislaufwirtschaft (EU Circular Economy Package) und die EU Kunststoffstrategie (EU Plastics Strategy) und erklärt, welche Bedeutung beide für biobasierte Kunststoffe haben.


Very few policy initiatives in the last few years have received as much public attention as the recently adopted Single-Use Plastics Directive – also known as the single-use plastics ban. This legal act, however, is only one piece of the puzzle with which the European Union is attempting to curb plastic littering and transform the European economy into a circular one. The following article gives an overview on the EU circular economy package and plastics strategy and explains what they mean for bio-based plastics.

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370
Modifikation von Siliconen mit elektrisch leitfähigen Füllstoffen zur Ableitung elektrischer oder elektro­statischer Ladungen

Ziel der vorgestellten Untersuchungen war die Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit von Siliconen ohne Beeinträchtigung ihrer Elastizität. Es wurden hierzu drei kommerzielle Silicone mit kohlenstoffhaltigen Füllstoffen (Ruß, ein- und mehrwandige Kohlenstoffnanoröhren) mit Füllgraden bis zu 0,50 Gew.-% elektrisch modifiziert. Hierbei musste die hohe Agglomeratfestigkeit, insbesondere der Nanotubes, zunächst durch geeignete Dispergierung überwunden werden, um bei derartig niedrigen Füllgraden eine möglichst hohe Leitfähigkeit im Komposit zu erzielen. Für nanotube-gefüllte Silicone wurde in Abhängigkeit von der Art der Füllstoffe sowie der verwendeten Dispergiermethode (Speedmixer oder Kalander) ein ausgeprägtes strukturviskoses Verhalten mit teilweise signifikantem Viskositätsanstieg für niederviskose Systeme beobachtet, welches auf eine geometrische Perkolation der Füllstoffe hinweist. In den Untersuchungen wurde eine Verringerung des elektrischen Volumenwiderstands um bis zu 17 Größenordnungen erreicht. Durch die Einbringung von Leitruß lässt sich hingegen nur eine sehr geringe Beeinflussung der Viskosität sowie des elektrischen Volumenwiderstandes ermitteln.


The aim of the investigations presented here, was to increase the electrical conductivity of silicones without impairing their elasticity. For this purpose, three commercial silicones were electrically modified with carbon fillers (carbon black, single and multi-walled carbon nanotubes) with filler contents of up to 0.50 wt%. Here, the high agglomerate strength, especially of the nanotubes, first had to be overcome by suitable dispersion in order to achieve the highest possible conductivity in the composite at such low filling levels. For nanotube-filled silicones, depending on the type of fillers and the dispersing method used (dual asymmetric centrifugal mixer or three-roll mill), a pronounced structure-viscous behaviour was observed with a sometimes significant increase in viscosity for low-viscosity systems, which indicates a percolation of the fillers. A reduction of the electrical volume resistivity by up to 17 orders of magnitude was achieved. Carbon black, on the other hand, has only a very small influence of the viscosity and the electrical volume resistivity.

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