GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Issue 02 | 2015

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Editorial
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„Die Lügenpresse“

Ein Stichwort, das die Teilnehmer der letzten Demonstrationen skandierten und das zum Unwort des Jahres gewählt wurde.

Dieser Begriff wurde in der jüngeren Geschichte mehrfach verwendet. In Deutschland zunächst von katholisch-konservativen Verbänden, die die aufkommende liberale Presse damit beschimpften. Und immer wieder in Diktaturen, die die journalistische Hinterfragung ihrer Propaganda verhindern, Gegner diffamieren und ihre Gefolgsleute aufhetzen wollten. Auch dann, wenn die Zeitschrift Prawda (Wahrheit) hieß.
In einer Demokratie mit vielfältiger Meinungsäußerung ist dieses Wort vollkommen unberechtigt, setzt aber Meinungsfreiheit voraus.

Von Journalisten und Medienberichterstattern und leider auch bei Lesern und Fernsehzuschauern wird in vielen Fällen allerdings keine sorgfältige Trennung mehr zwischen sachlichem Bericht und der Meinungsäußerung oder dem Kommentar gemacht. Dabei kann eine Meinung sehr leicht zur Lüge verkommen.

Aber, die Bezeichnung Lügenpresse ist doppelsinnig. So kann die Presse nicht nur Lügen weitertragen, sondern auch Lügen enthüllen. Denken Sie an die „Spiegelaffäre“ oder an „Watergate“, nachhaltige Beispiele dafür, dass Journalisten und Reporter dunkle Machenschaften von Politikern aufgedeckt und den Bürgern bekannt gemacht haben.

Dem Konsumenten von Medienprodukten, seien es Druckerzeugnisse, Hörfunk- oder Fernsehsendungen, kann es deshalb nicht erspart werden, dass er das Dargebotene kritisch aufnimmt und hinterfragt.

Für die Zeitschriften unseres Verlags, die ja auch zur Presse gehören, können wir garantieren, dass wir sachlich, nach dem Stand des Wissens, korrekte Nachrichten veröffentlichen und unsere Kommentare deutlich als solche darstellen.

Versprochen!

Ihr Heinz Gupta

Report
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Biesterfeld Spezialchemie GmbH investiert in Siliconkautschuk – Hamburger Unternehmen verstärkt Aktivitäten im wachsenden europäischen Markt

Man erwartet, dass der Siliconmarkt in Europa in den kommenden Jahren weiter ­kräftig wachsen wird. Die Biesterfeld Spezialchemie GmbH hat sich auf diese Marktentwicklung eingestellt und frühzeitig die Entscheidung getroffen, in das Geschäft mit Siliconkautschuken zu investieren. Der Startschuss zu dieser Investition fiel vor drei Jahren, als das Unternehmen von Dow Corning zum offiziellen europäischen ­Masterdistributor für Siliconkautschukprodukte ernannt wurde. Ziel dieser Partnerschaft ist die Intensivierung der Betreuung kleiner und mittlerer sowie multinational tätiger Unternehmen.

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Werkzeug zur Herstellung von LSR-TP-Prüfkörpern im 2K-Spritzgießverfahren
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Vom 11. Kautschuk-Herbst-Kolloquium des DIK in Hannover
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Von der 31. Tagung der DKG-Bezirksgruppe Ost

Für ihre kombinierte Workshop- und Vortragsveranstaltung, die 31. Tagung der DKG-Bezirksgruppe Ost, am 7. und 8. Oktober 2014 in Dresden hatten die Organisatoren nicht gerade unprätentiös das Motto „Nicht-konventionelle Charakterisierung von Gummi“ gewählt. Dies vor dem Hintergrund, dass (sinngemäßes Zitat) „neben genormten Charakterisierungs- und Analyseverfahren nicht-standardisierte Prüfmethoden und auch neue Konzepte eine zunehmende Rolle für die Sicherstellung einer hohen Produktqualität spielen und das Verständnis der Struktur-Eigenschafts-Beziehungen von Elastomerwerkstoffen als Basis für zukünftige Entwicklungen verbessern“. Es sollte in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden „ein Überblick über neue Konzepte und nicht-konventionelle Charakterisierungsmethoden gegeben und Wege aufgezeigt werden, wie diese Methoden in F+E oder Qualitätssicherung in der Reifen- und Gummiindustrie zur Anwendung kommen können“. So konnte man viel über ganz neue oder abgewandelte Prüf- und Messmethoden und über ihre Grundlagen lernen, was mit sich brachte, dass die mathematischen und physikalischen Kenntnisse der etwa 75 Teilnehmer in den meisten der 15 Vorträge auf eine harte Probe gestellt wurden. Gleichzeitig spricht Letzteres auch für das ansprechend hohe Niveau der beiden Seminartage, die durch eine ausführliche und kompetente Institutsführung sowie ein gut besuchtes „Come Together“ im Stammhaus der Feldschlösschen-Brauerei abgerundet wurden.

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Von der Smithers-Rapra-Tagung „Addcom 2014“
Article
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Polycarbonat noch vielseitiger ­gemacht

Der Siegeszug transparenter polymerer Werkstoffe in die Automobilscheinwerfer zeigt: Wenn Designer Glas durch Kunststoff ersetzen, werden enorme kreative und produktive Kräfte freigesetzt. Auch unter Sicherheitsaspekten betrachtet, ist das spröde Glas in vielen Anwendungen längst nur noch zweite Wahl. Gegen einen noch breiteren Einsatz etwa von Polycarbonat (PC) als Glas-Alternative sprach lange Zeit allerdings die vergleichsweise geringe Härte des Materials. Der Werkstoff ist von Haus aus empfindlich gegen Abrieb. Dies lässt sich jedoch mit Hilfe von Polysiloxan-Lacken korrigieren. Abriebfest beschichtete PC-Verscheibungen können sogar in Automobil-Frontscheiben dem Kontakt mit abrasiven Medien trotzen; selbst Scheibenwischer und Flugsand können dem modifizierten Material kaum noch etwas anhaben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Lacksysteme, eng auf den jeweiligen Anwendungsfall bezogen, optimal an das Substrat angepasst werden. Eine noch wichtigere Rolle kommt der Lackentwicklung zu, wenn Polycarbonat zusätzlich vor Sonnenlicht geschützt werden soll. UV-Absorber haben oft eine weichmachende Wirkung, die die Abriebfestigkeit herabsetzen kann. Zudem ist die Lackhärte im Blick auf evtl. nachfolgende Verformungsschritte zu berücksichtigen. Auch die Beschichtungstechnik ist eine nicht zu unterschätzende Variable auf dem Weg zu optisch hochwertigen Verscheibungen, denn bereits kleine Schichtdicken-Unterschiede können zu unerwünschten Brechungseffekten führen. Dieser Beitrag fasst zusammen, was Polysiloxan-Lacke in der Beschichtung transparenter Kunststoffe heute leisten können und welche neuen Märkte etwa Polycarbonat dadurch in Zukunft womöglich offen stehen.


The triumph of transparent polymeric materials in automotive headlamps shows that replacing glass with plastics – as done by designers – releases enormous creative and productive forces. Also, considering safety issues, brittle glass has already become only second-rate quality in many applications. For a long time an even broader use of polycarbonate (PC) as a glass-alternative was not viable, due to its relatively low hardness. The material is innately sensitive to abrasion. However, this can be ­corrected by using polysiloxane coatings. Abrasion-resistant coated PC-glazing can withstand contact with abrasive media on automobile windshields; even wipers and wind-borne sand can hardly damage the modified material. This requires ­however, that the coating systems are optimally adapted to the substrate for the specific ­application. An even more important role is the development of coatings, if polycarbonate should also be protected from sunlight. UV absorbers often have a softening effect, which may reduce the abrasion resistance. In addition, coating hardness has to be considered with regard to any subsequent deformation steps. Coating technique should also not be underestimated for the production of high-quality optical glazing, because even small differences in layer thickness can lead to undesirable refraction effects. This paper summarises how polysiloxane coatings may advance the coating of transparent plastics these days, and how this might open up new markets for polycarbonate in the future.

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Siliconelastomere mit Hilfe der Rheologie verstehen

Vernetzende Siliconelastomere werden zunehmend zum Umspritzen oder beim Co-Moulding von thermoplastischen Polymeren genutzt. Für eine erfolgreiche Herstellung und Anwendung ist es essenziell, die grundlegenden Eigenschaften der Bestandteile von Siliconformulierungen und die während der Vernetzung auftretenden Veränderungen der Materialeigenschaften zu verstehen. Die rheologische und die dynamisch-mechanische Charakterisierung sind ausgezeichnete Methoden für das Verständnis thermischer und elastischer Eigenschaften von Siliconen. Dies gilt ebenfalls im Hinblick auf die Chemie der Vernetzungsreaktion bei der Formgebung.


Silicone thermoset elastomers are increasingly being used in over-moulding or co-moulding applications with thermoplastic polymers. Understanding the fundamental properties of silicone formulation components and the material property changes that occur during crosslinking is essential to successful moulding and use. Rheological and dynamic mechanical characterisation are outstanding tools for building an understanding of silicone thermal and elastic properties, as well as the cure reaction chemistry that takes place during silicone moulding processes.

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Herstellung einer kombinierten Primär- und Vorsatzoptik einer LED aus LSR mittels innovativer Werkzeugtechnik

In vielen optischen Anwendungsbereichen, wie beispielsweise im Automobilbau, aber auch in Handykameras, Displays oder bei Lifestyle-Produkten, haben sich thermoplastische Kunststoffe gegenüber dem klassischen Werkstoff Glas durchgesetzt. ­Neben ­einer deutlichen Gewichtsreduktion zählen vor allem die große Designfreiheit, die geringen Herstellungskosten sowie die weitgehend überflüssige Nachbearbeitung zu ihren Stärken. Im Vergleich zum Werkstoff Glas muss jedoch bei der Auslegung die geringere thermische und chemische Beständigkeit sowie die geringere Stabilität gegen energiereiche, z. B. ultraviolette, Strahlung berücksichtigt werden. Insbesondere durch den Einsatz immer leistungsstärkerer Leuchtdioden (LEDs) stoßen thermoplastische Optiken an ihre Grenzen. Die Werkstoffklasse der hochtransparenten Flüssigsiliconkaut­schuke (LSR) kann hingegen die hohen Anforderungen erfüllen, sodass Kunststoff­optiken neue Anwendungsbereiche erschließen können.


For many optical applications, for example in the automobile manufacture, but also in camera phones, displays or in lifestyle-products the use of thermoplastic optics has been established as state of the art compared to the classical material glass. In addition to a significant weight reduction, the great freedom of design, the low production costs and mostly unnecessary post machining are their main advantages. For construction, however, the in comparison to the material glass lower thermal and chemical resistance as well as the lower stability against high-energy, e. g. ultraviolet, radiation has to be considered. Especially increasingly more powerful light-emitting diodes (LEDs) limit the usage of thermoplastic optics. In contrary, the material class of highly transparent liquid silicone rubber (LSR) is able to achieve the stringent requirements, so that plastic optics are able to open up new applications.

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Hochspannungsisolation mit verbesserter Delaminations­beständigkeit

Flexible Siliconelastomer-Laminate als neue Materialien für Hochspannungsisolatio­nen sind durch eine hohe Delaminationsbeständigkeit charakterisiert und stellen ­einen vielversprechenden Lösungsansatz zur Erhöhung der Lebensdauer von rotierenden elektrischen Hochspannungsmaschinen dar.


Flexible laminates based on silicone rubber promote high delamination resistance in stator bar insulation, offering a promising approach for the manufacture of high-­voltage generators with extended lifetimes.

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Parallelitäten zwischen den dynamischen Eigenschaften von Elastomeren und Unternehmen

Sind Sie glücklich und zufrieden mit Ihrer Arbeit? Freuen Sie sich zur Arbeit zu ­gehen und sehen Sie diese nicht als Belastung an? Schöpfen Sie positive Energie aus der Arbeit oder haben Sie negative Gedanken, wenn Sie an die Arbeit denken? Sie sollten diese Fragen mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten, denn am Ende läuft alles immer nur auf eine dieser Antworten hinaus. Natürlich ist das ­Thema „Zufriedenheit am Arbeitsplatz“ sehr komplex. Es ist mit Emotionen, ­Kollegen, Vorgesetzten und damit mit allem was „menschelt“ verbunden. Es ist mit technischen, wirtschaftlichen und sozioökonomischen Randbedingungen verknüpft. Die Situation, in der sich das Unternehmen befindet, hat einen entscheidenden Einfluss. So könnte man noch viele weitere Faktoren aufzählen, die alle dazu beitragen und berücksichtigt werden müssen, um die Ausgangsfrage zu beantworten. Leider nimmt man sich nicht immer die Zeit um über die verschiedenen Einflussfaktoren nachzudenken. Denn oftmals kommt man zu einer anderen Lösung bzw. Antwort, wenn man die Rahmenbedingung genauer betrachtet hat. Dieser Artikel richtet sich an Menschen, die in der Elastomerindustrie tätig sind und damit hervorragende Voraussetzungen haben, diesen Sachverhalt systematisch zu betrachten. Denn es gibt viele Parallelitäten zwischen den dynamischen Eigenschaften von ­Elastomeren und Unternehmen.

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Auswirkung der Oberflächen­behandlung auf die mechanischen Eigenschaften von Dry-Blend-WPCs

Für diese Studie wurden Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe (WPCs → wood plastic composites) durch ein einfaches Dry-Blend-Verfahren (Trockenmischverfahren) hergestellt. Hier wird insbesondere die Auswirkung der Behandlung der Holzoberfläche mit maleiniertem Polyethylen (MAPE → maleated polyethylene) beschrieben. Zusätzlich wurde der Effekt des Holzgehalts durch Variation seines Anteils (0, 10, 20 und 30 Gew.-%) untersucht und die Proben mechanisch in Bezug auf die Zug-, Torsions- und Biegeeigenschaften charakterisiert. Die Zug-Dehnungskurven wurden hinsichtlich Zugmodul, Reißfestigkeit und Bruchdehnung – hier zusammengefasst – ausgewertet, während im Rahmen der Torsions- und Biegetests nur die Scher- und Biegemoduln von Interesse waren. Die Ergebnisse zeigen, dass sich durch einfaches Dry-Blending homogene ultrahochmolekulare Polyethylen (UHMWPE → ultra-high molecular weight polyethylene)/Ahornholzmehl-Verbundwerkstoffe produziert lassen und eine Oberflächenbehandlung die Moduln um bis zu 110 % verbessern kann.


In this work, wood-plastics composites (WPCs) were produced by a simple dry-blend­ing technique. In particular, the effect of wood surface treatment with maleated polyethylene (MAPE) is presented. The effect of wood content was also studied by using different concentrations (0, 10, 20 and 30 wt%) and the samples were mechanically characterised in terms of tensile, torsion, and flexural properties. From the tensile stress-strain curves, modulus, strength and strain at break are reported, while only shear and flexural moduli were studied for torsion and bending tests. The results show that simple dry-blending can be used to produce homogeneous ultra-high molecular weight polyethylene (UHMWPE)/maple flour composites and that surface treatment can improve the moduli by up to 110 %.

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Technical reports
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Zusammenfassung ausgewählter Artikel aus RC&T 87, Nr. 3

Dieser Artikel enthält deutschsprachige Zusammenfassungen folgender Artikel des Rubber Chemistry and Technology Journal (RC&T) 87, Nr. 3, (Juli - September 2014), geschrieben von Horst-Eckart Toussaint.

  • Gegebenheiten beim Kontakt von Gummi
  • Neuere Fortschritte bei Kautschuk-Nanocomposites
  • Thermogravimetrische Analyse der Kinetik der Reaktion von Alkoxysilan mit Kieselsäure
  • Entschlüsselung des Geheimnisses der Biosynthese von Naturkautschuk. Teil 2: Zusammensetzung und Wachstum von In-vitro-Naturkautschuk nach Ergebnissen mit hoch auflösender „Size Exclusion”- Chromatographie (SEC)
  • Thermoreversible Vernetzung von mit Maleinsäureanhydrid gepfropftem Chlorbutylkautschuk durch Wasserstoffbindungen (in Kombination mit ionischen Wechselwirkungen)
  • Untersuchungen über den rußhaltigen Bound Rubber in Polyiso­pren-Kautschuk vor und nach einer Vulkanisation
  • Regenerieren von Altreifen-Mahlgut (GRT) mit sicheren multifunktionellen Gummi-Zusatzstoffen. Teil 3: Reifenvulkanisate aus SBR und GRT-Regenerat
  • Bruchphänomenologie und Zähigkeit von gefüllten Naturkautschuk-Vulkanisaten anhand von „Pure Shear”-Prüfkörpern
  • Quantitative Analyse von Fettsäuren in SBR-Vulkanisaten über thermische Desorption und thermisch unterstützte Hydrolyse und Methylierung
  • Korrosionsschutzwirkung von Verschnitten aus epoxidiertem Naturkautschuk und Polyanilin-Dodecylbenzolsulfonat (ENR-PAni.DBSA)
  • Charakterisierung von recyceltem EPDM-Gummipulver: thermische und thermogravimetrische Analysen
  • Über das multiaxiale amplituden- und frequenzabhängige Verhalten von Gummi: Versuche und Material­modellierung
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