GAK - Gummi Fasern Kunststoffe

Editorial
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Es lebe die Kautschuk!

Es soll ja Leute geben, die ihre Tageszeitung nur noch zum Einwickeln ihres Pausenbrots heranziehen, so schlimm ist das, was derzeit in den Nachrichten auf uns einbrandet: IS-Terror, Schuldenkrise, Griechenland, Bildungsnotstand. Dieses freiwillige Medien-Exil im eigenen Land ist verständlich – wer will sich schon jeden Morgen über Dinge aufregen, die man als einzelner Bürger gar nicht ändern kann?


Trotzdem möchte man diesen Menschen zurufen: Habt Hoffnung! Alles wird gut! Das geht – zugegeben ein wenig zwischen den Zeilen gelesen – aus folgender Meldung hervor: Das Aachener Studentenwerk soll in Studierendenwerk umbenannt werden. Hurra, ok! Dafür müssen Schilder neu produziert und Briefköpfe und allerlei Zeug neu gedruckt werden – das kostet natürlich. Aber Hand aufs Herz: Wer würde ohne Not einige zehntausend Euro für derlei Sprachkosmetik ausgeben, solange es noch drängendere Probleme auf der Welt gibt? Es kann also getrost davon ausgegangen werden, dass auch die nächsteiligen Probleme etwa mit wackelnden Etats, akademischen Zeitverträgen, baufälligen Hörsälen und ungesundem Mensaessen demnächst mit Hochdruck angegangen werden. Direkt gefolgt von Ebola, Klimawandel und Helene Fischer, die vermutlich auch bald als Helene Fischerin auf die Bühne steigen dürfte.


Womit allerdings ein letztes, kleines Problem angerissen wäre, das wir Ihnen als Ihre Leib- und Magen-Fachzeitschrift natürlich nicht verschweigen möchten. Mit dem Studentenwerk ist es natürlich nicht getan.Denn über Sprache wird bekanntlich Macht ausgeübt und die zitierte Entscheidung sollte uns alle dazu veranlassen, in uns und mit gutem Beispiel voranzugehen – gerade als so innovative Branche. Wieso ist ausgerechnet Kautschuk eigentlich maskulin? Erst recht, wo daraus doch vornehmlich weiche Dinge hergestellt werden? Wäre es nicht zumindest an der Zeit, den Werkstoff in Anlehnung an einen früher bekannten Popmusiker1 als TMFKAR (n) in die Mischsäle zu entlassen (The Material Formerly Known As Rubber)? Oder noch besser als Kautscha (f), um jahrhundertealtes Unrecht gleich in Gänze wieder gutzumachen? Der Mischer wird dann natürlich zur Mischungsapparatur oder gar zur Vermischenden, der Autoklav zum … ok, das ist jetzt nicht ganz einfach. Der Meister allerdings bekommt Know-how-Tragendes auf den Kittel gestickt, der aufgeschlossene Herr Professor vom Polymer-Institut darf sich den Titel Herr Professorin auf die Karte drucken lassen. Obwohl das allerdings auch wieder jemanden benachteiligt: alle sonstigen Geschlechter nämlich. Vielleicht sollte man ja doch über den Titel Professx2 nachdenken, der in den Medien kürzlich mit einiger Häme abgetan wurde. Schwer verständlich, wenn man selbst in seinem Facebook-Nutzerprofil schon ein „benutzerdefiniertes“ Geschlecht angeben kann…

Die meisten Gummiadditive immerhin können so bleiben. Da war man offenbar vorausschauend genug. Rezepturen müssen also nicht geändert werden. Trotzdem kostet das alles natürlich auch ein wenig Geld, aber für den Weltfrieden (kommt gleich nach Ebola, Klimawandel und Helene Fischer) sollte uns nichts zu teuer sein.


Oder sollte man die knappen Ressourcen vielleicht doch für die Lösung etwas konkreterer Herausforderungen nutzen? Da, wo man auch als Einzelne(r) tatsächlich etwas bewegen kann? Die Arbeitswelt für alle ein wenig besser machen, etwa mit familienkompatiblen Arbeitszeitmodellen, Möglichkeiten der Kinderbetreuung usw.? Das könnte eine Diskussion lohnen – dann hätte auch die Studierendenwerk-Entscheidung einen Sinn.


Natürlich wird das im derzeitigen gesellschaftlichen Klima etwas Zeit brauchen. Die können Sie dann vielleicht nutzen, wieder mehr zu lesen, die aktuelle Ausgabe der GAK noch in alter Gender-Nomenklatur zum Beispiel. Bei uns stehen schließlich – gut aufbereitet – greifbare Inhalte im Vordergrund … und das wird auch so bleiben.
Das GAK-Team


1 Für nicht Eingeweihte: Es handelt sich um den international anerkannten Allround-Musiker Prince, der sich aufgrund von Differenzen mit seiner Plattenfirma ein unaussprechliches Pseudonym zulegte und deswegen in den Medien u. a. „The Artist Formerly Known as Prince“ (TAFKAP) genannt wurde.
2 Auszusprechen als „Professix” (nach Lann Hornscheidt)

Report
352
DKT/IRC 2015: Treffpunkt der deutschen und internationalen Elastomerbranche

Vom 29. Juni bis 2. Juli 2015 wird die historische Stadt Nürnberg wieder einmal zum Treffpunkt der deutschen und internationalen Elastomerbranche. Fachleute aus Industrie und Wissenschaft aus dem In- und Ausland werden erwartet, die sich über den neusten Stand von Technik und Forschung in Sachen Kautschuk und Elastomere informieren möchten. Die Deutsche Kautschuktagung (DKT), die 2015 nach sechs Jahren wieder einmal als International Rubber Conference (IRC) im Nürnberger Messezentrum stattfinden wird, ist unbestreitbar die mit Abstand wichtigste große Kommunikations- und Präsentationsplattform für unsere Branche. Und für OEMs aller Abnehmerindustrien bietet sie eine einmalige Gelegenheit, sich in konzentrierter Form über die Innovations- und Leistungsfähigkeit, Technologieführerschaft und technische Kompetenz, dynamische Modernität und kreative Findigkeit dieser Branche zu informieren.

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wdk legt Branchenbericht vor – Die Kautschukindustrie 2014

Der nachfolgende Bericht des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie e. V. (wdk) präsentiert einen Rückblick auf die Aktivitäten der Branche im letzten Jahr. Das Jahr 2014 war für die deutsche Kautschukindustrie erneut herausfordernd und endete mit dem dritten Umsatzrückgang in Folge. Einem starken ersten Halbjahr folgte eine nachlassende Nachfragedynamik im weiteren Jahresverlauf mit negativen Spitzen in den Monaten August und November. So lässt sich zumindest das Inlandsgeschäft grob skizzieren. Die Dynamik der Auslandsaktivitäten hing stark von Region und Kunden ab. Viele der traditionellen Absatzmärkte zeigten auch 2014 konjunkturelle Schwächen. Da auch in zuvor exorbitanten Wachstumsregionen, an erster Stelle in Russland, die Expansion stockte, gestaltete es sich für wichtige Abnehmer, vor allem aus der Fahrzeugindustrie, und in der Folge für Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie schwierig, perspektivisch ausgelegte Kapazitäten effektiv auszulasten. Hohen Einfluss auf das Umsatzergebnis des Jahres hatten die zum Jahresende stark nachgebenden Rohstoffpreise. Insbesondere die Baisse bei den Naturkautschuknotierungen fiel ins Gewicht. Mit fallendem Ölpreis reagierten auch andere ­Rohstoffe. Dabei belastete das ungünstige Euro/US-Dollar-Verhältnis beim internationalen Rohstoffeinkauf die Wettbewerbsfähigkeit. In Summe führten diese Rahmenbedingungen zu einem Umsatzrückgang von 1,9 % auf 11,3 Mrd. EUR (Tab. 1). Das Ergebnis der aggregierten Branchenentwicklung 2014 basiert wie in den Vorjahren auf einer hohen Bandbreite der individuellen Unternehmensergebnisse, die sowohl hohe Umsatzzuwächse als auch deutliche Rückgänge verzeichneten. Im internationalen Wettbewerb konnte die deutsche Branche ihre Position behaupten, denn in vielen Ländern, insbesondere in Europa, gingen die nationalen Kautschukumsätze wesentlich stärker zurück. Zur Jahresmitte 2014 lag der Umsatz der deutschen Kautschukindustrie um 0,9 % über dem Volumen des Vorjahreszeitraums. Doch nach dem dritten Quartal ­kumulierte sich ein Umsatzminus von knapp 1 %, das sich im Schlussquartal 2014 noch verstärkte. Zu Beginn des vierten Quartals gaben die Rohstoffpreise weiter nach, die Abnehmerindustrien reduzierten in Erwartung einer ausgeprägten konjunkturellen Delle ihre Nachfrage und die Witterung in Deutschland verhinderte einen positiven Verlauf des Winterreifengeschäfts. Erst im Dezember hellten sich die Konjunkturperspektiven und im Schlepptau die Nachfrage nach Kautschukprodukten wieder auf. Die Branchenentwicklung zum Jahreswechsel 2014/2015 gibt Anlass eine positivere ­Geschäftsentwicklung für das Jahr 2015 erwarten zu können.

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Sigmasoft Virtual Molding spart Kosten bei der Elastomerverarbeitung – Brasilianischer Werkzeugbauer Aspem steigert Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung von Bauteilen

Ein reales Fallbeispiel demonstriert, wie die über Sigmasoft verfügbare Virtual ­Molding-Technologie eingesetzt werden kann, um die Werkzeugentwicklung beim Elastomerspritzgießen zu optimieren. Das ganze Projekt, von der thermischen Werkzeuganalyse über die Auswahl der Kavitätenanzahl bis hin zur Verkleinerung des ­Angussvolumens, wurde innerhalb von vier Tagen durchgeführt und das Werkzeug konnte erfolgreich beim ersten Versuch Bauteile produzieren. Dabei konnte außerdem die Zykluszeit verkürzt werden.

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Von der Verleihung des Arburg Energieeffizienz-Awards und den Arburg Technologie-Tagen 2015 in Loßburg

Am Vorabend der diesjährigen Technologie-Tage, die vom 11. – 14. März 2015 in Loßburg wieder einem internationalen Publikum die Möglichkeit gaben, hinter Arburgs Kulissen zu schauen und sich detailliert und ausführlich über die Fortschritte in den Bereichen Produktionseffizienz und Neuigkeiten der Spritzgießtechnik informieren zu lassen, wurde das im Jahr 1865 in Grenoble gegründete, französische Familienunternehmen ARaymond mit dem diesjährigen Arburg Energieeffizienz-Award für seine langjährigen, kontinuierlichen Aktivitäten und Leistungen in Sachen Umweltschutz/Ressourcenschonung ausgezeichnet.

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436
Von der 100. Tagung der DKG-Bezirksgruppe Süd- und Südwestdeutschland – Die Jubiläumstagung

Von fliegenden Ärzten („The Flying Doctors“) hat man vielleicht schon einmal gehört oder auch gesehen, aber von fliegenden Köchen? Könnte das die Ursache für das überbordende Interesse an dieser Tagung vom 25. – 27. März 2015 gewesen sein, einmal fliegende Köche bei ihrer Tätigkeit zu begutachten? Wir zitieren gerne (hoffentlich korrekt, allerdings nicht ganz so exklusiv) aus den DKG eNews 116-04-2015: „Sechs Monate Planungsvorlauf, ein unerwartet hoher Zuspruch, ein perfekter Sitzungsort, hervorragendes Catering und viele interessante Fachvorträge: Die seit langem erwartete 100. Tagung der DKG-Regionalgruppe Süd- und Südwestdeutschland in Würzburg hat die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt. Rainer Kreiselmaier, Leiter der Bezirksgruppe, sowie die DKG-Geschäftsstelle konnten mit ihren Teams und mit Unterstützung der ‚Fliegenden Köche‘ aus Kassel 189 Teilnehmer/innen begrüßen und begleiten.“ und „Der Vortragssaal war über weite Strecken bis auf den letzten (Hilfs-)Sitz besetzt.“ Oder war der „unerwartet hohe Zuspruch“ auf das Jubiläum, den Veranstaltungsort (Juliusspital in Würzburg), das Rahmenprogramm bzw. die im Verbund stattfindende Mitgliederversammlung der DKG mit Wahl des neuen Vorstands (wir berichteten schon in GAK 5/2015, S. 321, darüber) zurückzuführen? Die Köche sind leider nicht geflogen – ihre Flüge wurden aus Sicherheitsgründen storniert, denn es war einfach zu voll ... aber die Mitgliederversammlung und die Tagung vergingen wie im Fluge. Von den durchweg hochkarätigen, anspruchsvollen und teilweise auch amüsanten Präsentationen sei an dieser Stelle eine kleine Auswahl, die keinerlei Bewertung darstellen soll, von Kurzreferaten präsentiert.

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Vom Silicone Elastomers World Summit 2014 in Wien – Fortsetzung

Zu unserem Bericht vom Silicone Elastomers World Summit 2014 (siehe GAK 4/2015, S. 264) stehen noch die Referate zu Session IV und Session V aus. Hier folgt die
Fortsetzung.

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444
Technischen Textilien eröffnen sich gute Marktchancen – Von den Fachmessen Techtextil und Texprocess 2015 in Frankfurt am Main

Wenn es zutreffen sollte, was die Commerzbank in ihrem jüngsten Branchenbericht prognostiziert, dann soll der Weltmarkt für herkömmliche technische Textilien bis zum Jahr 2018 von derzeit etwas mehr als 130 Mrd. USD auf bis zu 160 Mrd. USD wachsen. Goldene Zeiten also in kommenden Jahren für technische Textilien. Wichtigster Abnehmerbereich würde dabei der Fahrzeugbau bleiben. Aber auch Bereiche wie Bau- und Geotextilien sowie Nischen wie Ökotextilien sollen an Bedeutung und Abnehmerchancen zulegen. Ganz im Zeichen dieser aktuellen Konstellation standen die Techtextil und die Texprocess, spezielle Fachmessen im Doppelpack, wie sie vom 4. – 7. Mai 2015 in Frankfurt am Main über die Bühne gingen.

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Article
400
Chancen für bessere Misch­- prozesse durch Steuerung der Mischungsrheologie

Der Gegenstand dieses Beitrags besteht darin, die Entwicklung der Rheologie der Kaut­schukmischung mit ihrem Mischprozess zu korrelieren, und das speziell für Kieselsäuremischungen. Mit einem besseren Verständnis für die Rheologie des Compounds können die Mischverfahren in Bezug auf Qualität und Produktivität optimiert werden. Dafür ist die Fourier-Transformations-Rheologie ein leistungsfähiges Werkzeug, das es erlaubt, die komplexen Vorgänge, die entlang der Mischerlinie auftreten, zu untersuchen. Die FT-Rheologie deckt eine Menge mehr an Informationen über Füllstoff-Füllstoff- / Füllstoff-Polymer-Wechselwirkungen im unvulkanisierten Zustand auf, als dies die üblichen Labormethoden tun. Ein besseres Verständnis für die Entwicklung der rheologischen Eigenschaften eines Compounds ist die Grundvoraussetzung für die Optimierung des Mischprozesses.


It is the purpose of this paper to relate the development of the rheology of the rubber compound to its mixing process, especially for silica compounds. With a better understanding of the rheology of the compound mixing procedures can be optimised with respect to quality and productivity. For that the Fourier Transform rheometry is a powerful method allowing to study the complex set of events that occur along the mixing line. FT-rheology discloses a lot more information about filler-filler / filler-polymer interactions in the uncured stage than common lab methods do. A better ­understanding of the development of the rheological properties of the compound is the precondition to optimise the mixing process.

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407
Vulkanisationsmittel der nächsten Generation

Die Firma Clwyd Compounders war Mitglied eines europäischen Konsortiums, das ­einen neuartigen Beschleuniger als mögliche Alternative für Ethylenthioharnstoff (ETU), eine Chemikalie, die als fortpflanzungsgefährdend und mögliches Karzinogen identifiziert wurde, entwickelt hat. Die vorliegende Studie folgte auf das SafeRubber-Projekt und hatte zum Ziel, das Potenzial des SRM102-Beschleunigers für die Compoundierung sowohl von Allzweck- als auch Hochleistungselastomeren zu erforschen. Die vorgestellten Fallstudien sollen dazu dienen, die Eigenschaften der mit SRM102 compoundierten Kautschuke in allen Phasen der Produktentwicklung zu beurteilen und die Eignung von SRM102 als ETU-Ersatz in Polychloropren, Epichlorhydrin und Ethylen-Acrylat-Elastomeren zu diskutieren.


Clwyd Compounders was part of a European consortium that has developed a novel accelerator as a potential alternative to ethylene thiourea (ETU), a material which has been identified as toxic to reproduction and a possible carcinogen. This paper ­followed on from the SafeRubber project; and aimed to explore the potential of the accelerator SRM102 in compounding both general-purpose and high-performance elastomers. Case studies are being used to evaluate the properties of rubbers compounded using SRM102 through all stages of product development and to discuss the suitability of SRM102 as a replacement to ETU in polychloroprene, epichlorohydrin and ethylene-acrylate elastomers.

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Aktive Elastomerbauteile auf Basis dielektrischer Elastomere

Durch ein neues, am Fraunhofer LBF entwickeltes Designkonzept können dielektrische Elastomere besonders effizient als lasttragende Komponenten integriert werden und gleichzeitig aktorische und sensorische Funktionen übernehmen. Da das Konzept auf gelochten, metallischen Elektroden mit hohen elektrischen Leitfähigkeiten basiert, können auch hochdynamische und akustische Anwendungen adressiert werden, die sonst typischerweise für dielektrische Elastomere nicht in Frage kommen. Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht die Adaptionsfähigkeit entsprechender Elastomerkomponenten. Durch Anlegen einer statischen Spannung können der effektive komplexe Elastizitätsmodul und der Verlustwinkel des Materialverbunds in gewissen Grenzen eingestellt und bei Bedarf geändert werden. Zu diesem Ansatz werden experimentelle Ergebnisse gezeigt und perspektivisch das Potenzial dieser jungen Technologie für innovative Lösungen dargestellt.


A new concept developed at the Fraunhofer LBF allows dielectric elastomer components to be integrated efficiently as load-bearing components. They can additionally serve as sensor and actuator at the same time. The concept is based on perforated, metal electrodes with a high electric conductivity. Therefore it can be used for highly dynamic and acoustic applications that are typically out of question for dielectric elastomers. This article focuses on the adaptive properties of such elastomer components. By applying a static voltage the complex stiffness and the loss angle of the composite material can be changed within certain limits and intentionally be adjusted. For this approach some experimental results are shown and the potential of this new technology for innovative solutions is discussed.

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416
Optimierung des Weiterreißverhaltens von Gummi mit geschickter Auswahl der Füllstoffkombination

Die Prüfung des Weiterreißwiderstands an Gummiproben gestaltet sich grundsätzlich schwierig, zeit- und kostenaufwendig oder aber die Prüfergebnisse sind wenig aussagefähig. Mit einer neuentwickelten dynamischen Prüfmethode auf Basis einer vorhandenen Prüfeinrichtung werden wiederholbare Ergebnisse - die im Einklang mit Praxiserfahrungen stehen - mit vertretbaren Kosten und befriedigendem Prüfaufwand erzielt. Geringfügige Unterschiede von Gummimischungen können mit statistischer Relevanz vorausgesagt werden. Untersuchungen an S-SBR/BR-, NR/BR- und NR-Mischungen zeigen das Potenzial von Kieselsäure und/oder Ruß zur Verbesserung des Weiterreißverhaltens. In der „Green-Tire“-Rezeptur beweist hoch d­ispergierbare Kieselsäure ihre Überlegenheit. Für einen NR/BR-Verschnitt und eine NR-Mischung zeigt schon die Zugabe einer kleinen Menge gefällter Kieselsäuren als Füllstoff eine signifikante Verbesserung des Weiterreißverhaltens; dieser Vorteil zeigt sich besonders deutlich bei Rußen mit hoher Oberflächenaktivität.


Tear resistance testing of rubber samples is generally difficult, time and money consuming or the results are barely meaningful. With a novel dynamic test method on the basis of existing equipment, however, repeatable results – which are in line with practical experience – are obtained and that at reasonable costs and satisfactory testing efforts. Slight differences of rubber compounds can be predicted with statistical relevance. Investigations of S-SBR/BR-, NR/BR- and NR-compounds show the potential of silica and/or carbon black for optimizing tear resistance. For the green tire compound highly dispersible silica proves its advantages. The addition of small amounts of precipitated silica as filler already shows a significant improvement of the tear resistance of a NR/BR blend and a NR compound; this benefit becomes most evident when using carbon blacks with high surface activity.

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Deutschlands Kunststoff­erzeuger sehen sich gut aufgestellt, trotz leichtem Produktionsminus 2014 – Vom PlasticsEurope Deutschland-Pressegespräch

Eine im Jahr 2014 durchgeführte Studie von Oxford Economics zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemieindustrie zeigt eine bedenkliche Entwicklung auf. Darin wird u. a. deutlich, dass die kunststofferzeugende Industrie in Deutschland unter einer Erosion der Wettbewerbsfähigkeit leidet. Darauf machte Dr. Josef Ertl, Vorsitzender von Plastics­Europe Deutschland, auf einem Pressegespräch Anfang Mai 2015 in Frankfurt am Main aufmerksam. Die Studie weise nach, dass Kunststoffe innerhalb der Chemiesparten seit 1995 den größten Verlust von Exportanteilen hinnehmen mussten. So steige der Wettbewerbsdruck insbesondere aus China und Saudi-Arabien, während sich gleichzeitig die Standortbedingungen in Deutschland durch die in Relation hohen Energie- und Rohstoffpreise verschlechtern. Es stellt sich aktuell die Frage, ob die deutschen Kunststoffproduzenten die Auswirkungen dieser Entwicklung bereits zu spüren bekommen.

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Metall-Gummi-Bindemittel – Herausforderungen einer noch immer jungen Technologie

An vulkanisationsaktive Bindemittelsysteme werden beständig steigende Anforderungen gestellt. Sie müssen sich gut und unabhängig von der Auftragsmethode verarbeiten lassen. Das Spektrum der zu bindenden Kautschukmischungen sollte möglichst breit sein. Nicht zuletzt werden Temperatur- und in Kombination damit Medienbeständigkeitsanforderungen immer ambitionierter. Neben diesen technischen Anforderungen stehen gleichberechtigt wirtschaftliche Forderungen auf der Tagesordnung. Die Kosten pro Gummimetallteil müssen sinken, um die Wettbewerbsfähigkeit sowohl des Haftmittelherstellers als auch der Zulieferindustrie der globalen Automobilhersteller zu stärken. Die Bereitstellung sehr reaktiver Metall-Gummi-Haftvermittler erlaubt hier aufgrund verbesserter Auftragstechniken das Aufbringen niedrigerer Schichtstärken, was den Kostendruck deutlich mindert. Im Dreiklang der Herausforderungen von Gesellschaft, Ökonomie und Technik entsteht dann in kontinuierlicher Diskussion von Anwender und Hersteller ein Anforderungskatalog, der Grundlage neuer und innovativer Produktentwicklungen ist. Der Einfluss dieser Parameter auf die Produktentwicklung wird im folgenden Artikel exemplarisch demonstriert.


Bonding agents basing on vulcanization are confronted with continuously rising ­requirements. They need to exhibit good processing properties, independent from the application method. Further, the range of applicable rubber mixtures should be as broad as possible. Requirements regarding temperature in combination with media resistance are becoming more and more challenging. Such technical challenges come along with no less important commercial ones. Costs per rubber-metal joint parts need to go down in order to keep up competitiveness of the manufacturers of bonding agents as well as the suppliers in the global automotive industry. By using ever thinner application layers with high reactive rubber-to-metal bonding agents and innovative application techniques the cost pressure can be eased. Combining requirements from society, price and technology, suppliers and OEMs will create a catalogue of requirements that provides the basis for new and innovative product developments. The following article, therefore, will describe exemplarily the influence of those parameters on product development.

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Verkürzung der Vulkanisationszeit bei der Elastomerverarbeitung

Im Verlauf des FFG-Bridge-Forschungsprojekts „Heizzeitverkürzung“ an der Montanuniversität Leoben wurde ein Programm zur Berechnung der Temperaturerhöhung von Kautschukmischungen während des Einspritzvorgangs entwickelt und experimentell verifiziert. Ein weiteres Tool ermöglicht es dem Anwender, eine potenzielle Heizzeitverkürzung bereits zu einem frühen Zeitpunkt vor der Prozessoptimierung abzuschätzen. Durch eine programmunterstützte Reduzierung der Heizzeit - unter Sicherstellung der vollständigen Formteilvernetzung – kann eine signifikante Verminderung der Zykluszeit und ein minimierter energetischer Aufwand erreicht werden. Das zweite Projektziel bestand darin, das Potenzial zur Heizzeitverkürzung mit Hilfe gekoppelter Scher- und Dehnerwärmung in einer konischen Düse messtechnisch zu erfassen und diesen Effekt mit besagtem Berechnungsprogramm zu prognostizieren. Zusätzlich wurde die Kompressionserwärmung in Kautschukmischungen erstmals wissenschaftlich untersucht.


A program for calculating the temperature increase in rubber compounds during the injection phase was created and verified in experiments in course of the FFG-Bridge research project “Cure time reduction” at the Montanuniversität Leoben. Another tool helps the user to evaluate the potential cure time reduction at an early stage before process optimization. In a software-supported cure time reduction while securing the complete curing of the molded parts a significant cycle time reduction and minimized energy consumption can be achieved. The second objective of the project was to analyze the potential for cure time reduction using coupled shear and elongational heat generation in conical dies and predict this effect by means of the previously mentioned calculation program. Furthermore, the compression heating in rubber compounds was scientifically investigated for the first time.

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Technical reports
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Zusammenfassung ausgewählter Artikel aus RC&T 87, Nr. 4

Dieser Artikel enthält deutschsprachige Zusammenfassungen folgender Artikel des Rubber Chemistry and Technology Journal (RC&T) 87, Nr. 4, (Oktober - Dezember 2014), geschrieben von Horst-Eckart Toussaint.

  • Hochgradig undurchlässige Nanocomposites aus Brombutylkautschuk mit modifiziertem Kaolin Montmorillonit
  • Kohlenstoffnanofaser-Composites mit EPDM und Polyimid für Isolationen bei hoher Temperatur
  • Unmodifiziertes LDH als Verstärkerfüllstoff in XNBR und Entwicklung von flammwidrigen Elastomer-Composites
  • Kinetik der Reaktion von Hexamethylendiamin mit Polypropylenglykolen
  • Spritzgießen von thermoplastischen Elastomeren für mikrostrukturierte Substrate
  • Kombinierte dielektrische und mechanische Untersuchung des Perkolationsverhaltens des Füllstoffnetzwerks, der Füllstoff-Füllstoff-Kontakte und der Füllstoff-Polymer-Wechselwirkung in rußgefülltem HNBR
  • Vergleichende Analyse von 14C- und TGA-Techniken zur quantitativen Bestimmung des Gehalts von Altreifen an Biomasse
  • Peroxidvernetzung von EPDM-Kaut­schuken mit hohem Anteil an Ethyleneinheiten
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